Wegweisendes Telefon
Mit Tastatur-Smartphones erstellt man E-Mails, SMS und Chat-Nachrichten schneller als mit gewöhnlichen Handys. HPs iPAQ hw6915 bringt zusätzlich eine Navigationsanwendung mit.
- Daniel LĂĽders
Mit Tastatur-Smartphones erstellt man E-Mails, SMS und Chat-Nachrichten schneller als mit gewöhnlichen Handys. HPs iPAQ hw6915 bringt zusätzlich eine Navigationsanwendung mit.
Will man das 650 Euro teure GPS-Mobiltelefon HP iPAQ hw6915 als Navigations-Gerät gebrauchen, sind einige Hindernisse zu überwinden. Navi-Software von Tomtom liegt zwar bei, aber lediglich eine Stadtkarte darf sich der Anwender kostenlos herunterladen. Außerhalb des gewählten Gebietes zeigt das Gerät keine Straßen an. Des Weiteren fehlt ein Kfz-Einbauset. Will man also den iPAQ für die Straßennavigation benutzen, muss man nochmal tief in die Tasche greifen: Ein Paket aus Kartenmaterial für Westeuropa und einer Kfz-Halterung nebst Ladekabel schlägt mit 180 Euro zu Buche.
Eine Fixfokus-Kamera auf der Rückseite knipst Bilder, die sich auch mit den Positionsdaten des GPS-Empfängers versehen lassen. Auf manchem Firmengelände sind Kamera-Handys allerdings nicht gern gesehen, weshalb HP auch eine Version des iPAQ ohne Mini-Knipse anbietet (iPAQ hw6910).
Die Tasten haben genügend Abstand voneinander und einen fühlbaren Druckpunkt, sodass es sich auch mit kräftigen Fingern angenehm tippt. Allerdings muss man oft zum Stift greifen, denn einige Funktionen sind nicht per Tastatur erreichbar, und mit dem Fingernagel trifft man schlecht die winzigen Symbole, die den kleinen Bildschirm oft überbevölkern.
Das Display lässt sich zwar gut ablesen, ist aber dunkel und niedrig aufgelöst. Fotos und Videos sehen deshalb verpixelt aus, und beim Web-Surfen wünscht man sich mehr Platz auf dem Bildschirm. Auch bei der Arbeit mit Adressen, Terminen, Texten und Tabellen leidet die Übersicht. Mit dem Mini-Office arbeitet man ohnehin nicht gerne, weil es nur einen Bruchteil der PC-Office-Funktionen kennt. Lädt Pocket Office eine Datei von Word oder Excel, werden nicht unterstützte Stilvorgaben gnadenlos abgeschnitten, sodass verstümmelte Dokumente zurückbleiben.
In der Tagesansicht hat HP praktischerweise ein Kontrollfeld installiert, das aktive und inaktive Funktechniken anzeigt. Mit dem Stift schaltet man sie einzeln an oder aus. Das ist nicht nur im Flugzeug sinnvoll, denn die Suche nach Drahtlos-Netzwerken im Hintergrund belastet die CPU, sodass der Nutzer bei eingeschaltetem WLAN oft mit sekundenlangen Reaktionspausen rechnen muss und der Akku schneller leer ist. Wer mit Outlook auf seinem PC arbeitet, findet sich in der Pocket-Version des E-Mail-Programms auf dem iPAQ schnell zurecht. AuĂźer IMAP und POP3 kann das Programm auch Exchange-Pushmail-Konten verwalten.
Die Telefonie-Anwendung präsentiert ein genügend großes Zahlenfeld, das man auch mit dem Finger leicht bedient. Die Sprachqualität beim Telefonieren ist zufriedenstellend.
Fazit
Der HP iPAQ hw6915 funkt in vielen Netzen und empfängt GPS-Signale, aber das Bedienkonzept überzeugt nicht. Oft muss man zwischen Tastatur und Touchscreen hin und herwechseln was Zeit kostet und nervt. Als Navigationssystem verwendet man ihn hingegen gerne, muss aber hierfür mit erheblichen Mehrausgaben von fast 200 Euro rechnen -- da ist eine Kombi aus Handy und seperatem Navi-System billiger. Wer allerdings einen Tastatur-Multifunker mit GPS im Hemdtaschenformat sucht, findet bislang auf dem Markt kaum Vergleichbares. Der Preis von 650 Euro erscheint im Hinblick auf den prallen Funktionsumfang gerechtfertigt. (dal)
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