Handliche Mobilmacher

Handys mit UMTS-Mobilfunk taugen nicht nur zum Telefonieren und als Multimedia-Spieler, sie bringen als schnelle Funkmodems auch das Notebook ins Internet. Mit Vertrag zahlt man oft nur noch einstellige Beträge für die schnellen Begleiter.

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Handys mit UMTS-Mobilfunk taugen nicht nur zum Telefonieren und als Multimedia-Spieler, sie bringen als schnelle Funkmodems auch das Notebook ins Internet. Bislang fand man die Geräte nur in der teuren Oberklasse, jetzt gibt es sie auch für weniger als 300 Euro – mit Vertrag zahlt man oft nur noch einstellige Beträge.

Während GSM-Mobiltelefone in großer Zahl und in allen Preisklassen in den Shops der Provider und den Elektronikmärkten auf Käufer warteten, blieb die dritte Mobilfunkgeneration UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) lange teuren Multimedia-Handys und Business-Smartphones vorbehalten. Doch jetzt findet man zunehmend UMTS-fähige Geräte, die nicht mehr als ein Mittelklasse-Handy kosten.

Zum Teil handelt es sich um durchaus brauchbare Auslaufmodelle, die noch vor wenigen Monaten zu den Spitzenhandys der Hersteller gehörten, dann aber von aktuelleren Geräten mit besserer Ausstattung überholt wurden. Bei anderen sparte man hochwertige Objektive für die Megapixel-Kameras oder Slots für Wechselspeicher ein, um den avisierten Preis zu erreichen.

Nutzer, die keinen großen Wert auf Multimedia-Schnickschnack legen, können bei den günstigen UMTS-Funkern zugreifen: Telefonieren, SMS verschicken, Adressen speichern und mobil surfen kann man mit fast allen. Nur der UMTS-Beschleuniger HSDPA bleibt bislang teuren Oberklasse-Modellen vorbehalten [3]. Wir haben zehn Handys auf ihre Tauglichkeit im Alltag und als Funkmodem getestet. Alle kosten weniger als 300 Euro ohne Vertrag; mit Vertrag sind sie meist für unter zehn Euro zu haben.

Zur Kategorie der älteren UMTS-Telefone gehören das Schiebehandy Nokia 6280, das Sagem myV-85, die beiden Klappmodelle von Samsung und das Sony Ericsson V600i, das noch in vielen Vodafone-Shops zu haben ist und mit 180 Euro ohne Vertrag als echtes Schnäppchen gilt. Aktuelle Handys wie das Motorola E1070, die Nokia-Modelle 6151 und 6233, das O2 Ice, das vom koreanischen Hersteller Pantech stammt, sowie das Sony Ericsson K610i bieten trotz des günstigen Preises alle Vorzüge eines gut ausgestatteten UMTS-Handys. Testgeräte von Sagems myX600, dem Samsung SGH-Z230 und dem Klappmodell 710, das Vodafone unter eigenem Namen verkauft, sowie von LGs neuen Modellen konnten die Hersteller nicht rechtzeitig liefern.

Ins Netz

Alle Testkandidaten besitzen einen WAP-Browser, der bei den von den Netzbetreibern verkauften Modellen für das jeweilige WAP-Portal vorkonfiguriert ist. Die Browser von Netfront und Nokia zeigen auch HTML-Seiten an und passen diese an die kleinformatigen Displays an, was für gezielte Info-Suche auf bestimmten Webseiten oft reicht. Zum richtigen Surfen ist ein Notebook jedoch praktischer und bequemer, selbst bei umfangreichen Seiten hat man sofort alles im Blick.


Bluetooth-Datenbank
Unsere Bluetooth-Datenbank führt Informationen über die wesentlichen Eigenschaften der Bluetooth-Geräte sowie über passende Gegenstellen. Die Ergebnisse des c't-Labors können Anwender mit eigenen Testresultaten und Erfahrungen ergänzen. Bluetooth-Datenbank

UMTS-Telefone eignen sich gut als Funkmodem für unterwegs; dazu verbindet man sie via Bluetooth kabellos mit dem Notebook. Am einfachsten klappt das Surfen über das DUN-Profil (Dial Up Networking), das alle Handys im Test mit Ausnahme des Sagem myV-85 bereitstellen. Der Bluetooth-Stack des PC richtet für DUN ein eigenes Modem-Script ein, eine separate Software ist zum Surfen via UMTS-Handy nicht notwendig. Beim Sagem muss man ein Standardmodem einrichten und es mit dem virtuellen COM-Port des Seriell-Profils (SPP) verbinden.

Für die Durchsatzmessungen haben wir über das Vodafone-Netz verschieden große Testdateien per FTP übertragen. Wegen des netzseitigen Ressourcen-Managements steht bei UMTS die volle Datenrate erst nach einigen Sekunden bereit [1], deshalb erzielen große Dateien höhere Durchsätze. Die Übertragungsraten hängen auch von der Funkverbindung und der Auslastung der Funkzelle ab, daher testeten wir in wenig belasteten Zellen zu unterschiedlichen Zeiten und verwarfen für die Auswertung zu niedrige Werte (siehe folgende Tabelle).

Handys von Nokia und Sony Ericsson kennen außer den paketorientierten Datendiensten, die das Notebook direkt mit dem Internet verbinden, auch den älteren GSM-Dienst HSCSD (High Speed Circuit Switched Data). Der leitungsorientierte Dienst schafft eine direkte Verbindung zu Modems oder Faxgeräten, funktioniert jedoch nur in den Netzen von E-Plus und Vodafone. Lediglich die Modelle von Nokia und Sony Ericsson bieten diesen Dienst. Nokias Modelle mit HSCSD-Klasse 6 schaffen im Download 3,6 KByte/s und im Upload rund 2,7 KByte/s, während die Sony-Ericsson-Geräte mit der Funkklasse 2 nur 3,1 KByte/s respektive 1,6 KByte/s über die Funkschnittstelle schaufeln. Die Durchsatzraten beim Datendienst GPRS unterscheiden sich beim gesamten Testfeld nur geringfügig, sie schwanken zwischen 5,1 KByte/s und 5,3 KByte/s beim Download und 2,7 KByte/s und 2,8 KByte/s beim Upload.


FTP-Durchsatz UMTS (*1)
Dateigröße2 MByte empfangen / senden500 KByte empfangen / senden60 KByte empfangen / senden
Motorola E1070 (42,7 KByte/s)
(13,3 KByte/s)
(37,8 KByte/s)
(13,4 KByte/s)
(27,0 KByte/s)
(11,6 KByte/s)
Nokia 6151 (44,6 KByte/s)
(13,5 KByte/s)
(43,0 KByte/s)
(14,5 KByte/s)
(31,3 KByte/s)
(14,0 KByte/s)
Nokia 6233 (44,6 KByte/s)
(14,1 KByte/s)
(38,9 KByte/s)
(13,4 KByte/s)
(29,8 KByte/s)
(13,3 KByte/s)
Nokia 6280 (44,8 KByte/s)
(14,5 KByte/s)
(42,9 KByte/s)
(14,6 KByte/s)
(29,9 KByte/s)
(13,6 KByte/s)
O2 Ice (42,4 KByte/s)
(14,7 KByte/s)
(32,1 KByte/s)
(15,3 KByte/s)
(30,1 KByte/s)
(14,0 KByte/s)
Sagem myV-85 (42,7 KByte/s)
(14,1 KByte/s)
(37,8 KByte/s)
(13,7 KByte/s)
(31,3 KByte/s)
(7,5 KByte/s)
Samsung SGH-ZV10 (44,3 KByte/s)
(14,7 KByte/s)
(36,4 KByte/s)
(14,8 KByte/s)
(30,5 KByte/s)
(13,9 KByte/s)
Samsung SGH-Z140V (44,0 KByte/s)
(14,7 KByte/s)
(39,6 KByte/s)
(14,9 KByte/s)
(30,4 KByte/s)
(13,9 KByte/s)
Sony Ericsson K610i (44,3 KByte/s)
(14,4 KByte/s)
(38,5 KByte/s)
(14,7 KByte/s)
(30,2 KByte/s)
(13,4 KByte/s)
Sony Ericsson V600i (42,9 KByte/s)
(7,3 KByte/s)
(39,0 KByte/s)
(7,3 KByte/s)
(28,6 KByte/s)
(7,1 KByte/s)
*1 gemessen im Vodafone-Netz

Beim Telefonieren lieferten alle Handys eine akzeptable bis gute Sprachqualität, nur beim Motorola störte gelegentlich ein Zirpgeräusch. Bis auf die Nokia-Modelle 6151 und 6233, denen eine Kamera auf der Displayseite fehlt, eignen sich alle Testkandidaten auch für Videotelefonate unter vier Augen. Die meisten Handys glänzen mit umfangreichen Organizer-Funktionen, nur beim Motorola E1070 und beim O2 Ice vermisst man eine Aufgabenliste; das O2-Modell merkt sich im Telefonbuch weder E-Mail- noch Postadresse. Bis auf die Samsung-Handys, die nur über VGA-Kameras verfügen, liefern die Testhandys Fotos in Megapixel-Auflösung. Musik im MP3-Format spielen alle ab und richten sie auf Wunsch auch als Klingelton ein. Ein Slot für Speicherkarten fehlt den Samsung-Modellen und dem betagten V600i von Sony Ericsson.

Motorola E1070

Das handliche, aber recht schwere Klapphandy gefällt wegen des wertigen, stabilen Gehäuses und dem hellen, gut ablesbaren Display. Die Folientastatur überzeugt weniger, denn die Zifferntasten weisen deutlich unterschiedliche Druckpunkte auf. An die Bedienung müssen sich Nutzer ohne Motorola-Erfahrungen erst gewöhnen: Um beispielsweise eines der Fotos per Bluetooth zu versenden, ruft man die Funktion Kopieren auf; unter Senden findet man nur den MMS-Dienst. Die unscharfen Bilder sind der Mühe jedoch meist nicht wert.

Das Adressbuch ist übersichtlicher geworden: Alle Rufnummern und Adressen stehen unter einem Namenseintrag, im Organizer fehlen allerdings eine separate Aufgabenliste und Sprachnotizen. Als Funkmodem lässt sich das E1070 gut einsetzen, nur unterbrach es im Test hin und wieder selbsttätig während Übertragungspausen die Verbindung.

Nokia 6151

Nokia hat beim sehr preiswerten 6151 im Vergleich zu den teureren UMTS-Modellen nur wenig gespart: Das kleinere Display liest sich im Sonnenlicht schlecht ab und es fehlt eine Zweitkamera für Videofonie. Über die großflächigen Tasten lässt es sich sicher bedienen; es gibt einen von außen zugänglichen Slot für microSD-Cards, Bluetooth und sogar eine IrDA-Schnittstelle. Im Alltag tut es als Telefon und Organizer klaglos seinen Dienst, ein E-Mail-Client fehlt.

Die 1,3-Megapixel-Kamera reicht mit akzeptabler Schärfe für gelegentliche Schnappschüsse, für Unterhaltung zwischendurch sorgen MP3-Player und das bei Nokia übliche UKW-Radio. Auch bei den Datendiensten hat der Hersteller nichts weggelassen: Außer über GPRS und UMTS verbindet sich das 6151 – wenn verfügbar – über EGPRS [2] mit dem Internet oder über den HSCSD-Dienst direkt mit Modem-Gegenstellen.


UMTS-Handys (Teil 1)
 
ProduktE10706151
HerstellerMotorola, Tel.: 01 80/5 06 80 80Nokia, Tel.: 01 80 5/23 42 42
LieferumfangLadegerät, USB-Kabel, Software, HandbuchLadegerät, Stereo-Headset, Software, Handbuch, Kurzanleitung
Technische Daten
Bluetooth-Eigenschaften

Nokia 6233

Das 6233 sieht aus wie der große Bruder des 6151. Es unterscheidet sich vom kleineren Modell durch das große und helle Display, die höhere Auflösung der eingebauten Kamera und einen E-Mail-Client. Die Kamera zeichnet Videos in bei Handys noch seltener VGA-Auflösung auf, sodass sich das Anschauen sogar auf einem PC-Monitor lohnt. Als Funkmodem lässt es abgesehen von HSDPA kaum Wünsche offen.

Nokia 6280

Als einziges Handy im Test besitzt das Nokia 6280 eine Schiebmechanik, die die gut bedienbare Wähltastatur hinter dem Displayteil verschwinden lässt. Eine Zweitkamera über dem Display überträgt das eigene Bild bei Videofonaten; die anderen Nokia-Modelle übermitteln mit den rückseitigen Kameras lediglich die Umgebung. Als Wechselspeicher kommt eine miniSD-Card zum Einsatz. In puncto Ausstattung, Funktionen und Datendiensten gleicht das 6280 dem 6233. Das wertige, schon etwas ältere Gerät gibt es zurzeit bei T-Mobile für rund 300 Euro ohne Vertrag.


UMTS-Handys (Teil 2)
 
Produkt62336280
HerstellerNokia, Tel.: 01 80 5/23 42 42Nokia, Tel.: 01 80 5/23 42 42
LieferumfangLadegerät, Stereo-Headset, 64 MByte microSD, Software, Handbuch, KurzanleitungLadegerät, 64 MByte miniSD-Karte, Stereo-Headset, Datenkabel, Software, Handbuch, Kurzanleitung
Technische Daten
Bluetooth-Eigenschaften

O2 Ice

Das in schlichtem Weiß gehaltene und mit 90 Gramm sehr leichte Ice bietet O2 unter eigenem Namen an. Die gut bedienbaren Tasten haben nur wenig Hub, aber einen deutlichen Druckpunkt; das Display ist etwas zu dunkel und bei hellem Licht schwer lesbar. Der Provider liefert eine 512-MByte-microSD-Karte mit – viel Platz für Musik und Fotos. Praktisch: Den Akku lädt man über das mitgelieferte USB-Kabel auf.

Die Bedienung des Ice fällt leicht; über eine Schnellstartleiste ruft man wichtige Funktionen wie Adressbuch und Nachrichten direkt vom Standby-Screen aus auf. Das Handy merkt sich keine Postanschriften, auch fehlt ein E-Mail-Client und eine Aufgabenliste. Die etwas unscharfen Fotos der Kamera zeigen ein deutliches Rauschen, für den MMS-Versand reicht die Qualität. Beim Surfen via Notebook erreichte das O2 Ice zwar hohe Durchsätze, unterbrach jedoch öfter die Verbindung, auch während einer Datenübertragung.

Sagem MyV-85

Sagems erstes UMTS-Handy – myW-7 genannt – verkauft Vodafone unter dem Namen myV-85 schon seit einiger Zeit. Das Display bleibt auch im Hellen lesbar; beim Bedienen führen die schwammigen Tasten häufig zu Vertippern. Während des Telefonierens hört man sich im Lautsprecher – ungewohnt; die Verständigung klappt aber gut.

Sehr lästig ist die extrem langsame Bedienoberfläche, selbst beim Eintippen einer Rufnummer kommt das Handy nicht mit und verschluckt deshalb die eine oder andere Ziffer. Eine Anrufliste fehlt. Drückt man im Bereitschaftsmodus die grüne Taste, zeigt das myV-85 nicht wie sonst üblich die gewählten Nummern; danach lässt sich das Hauptmenü nicht mehr aufrufen. Da hilft nur noch aus- und wieder einschalten. Auch als Funkmodem gefiel das Handy nicht besonders: Es kennt das DUN-Bluetooth-Profil nicht, ein USB-Kabel liefert der Hersteller nicht mit. Über das serielle Bluetooth-Profil und ein von Hand installiertes Modemscript klappte die Surfverbindung dann doch noch mit akzeptablen Ergebnissen.


UMTS-Handys (Teil 3)
 
ProduktIcemyV-85
HerstellerO2 (Pantech), Tel. 01 80 5/62 43 57Sagem, Tel.: 06 9/95 30 76 33
LieferumfangLadegerät, Stereo-Headset, USB-Kabel, 512 MByte microSD-Speicherkarte mit Adapter, Software, HandbuchLadegerät, Stereo-Headset, Handbuch, Kurzanleitung
Technische Daten
Bluetooth-Eigenschaften-

Samsung SGH-ZV10

Beim kleinen Klapphandy SGH-ZV10 fällt zunächst die nicht mehr zeitgemäße Stummelantenne auf, die sich leicht im Mantelfutter verhakt. Das Gehäuse ist robust, die Tasten sind gut bedienbar. Das kleinformatige, aber helle Display bereitet auch in der Sonne kaum Probleme. Ohne Wechselspeicher und Kamera mit Megapixel-Auflösung eignet es sich nur eingeschränkt für Multimedia. Dafür gibt es zwei Kameras mit VGA-Auflösung: eine für die Umgebung und eine für Selbstporträts und Videofonate. Kritikwürdig fanden wir die kurze Akkulaufzeit.

Dank der übersichtlichen Menüs und der großen Zeichen bereitet die Bedienung keine Probleme, die Organizer-Funktionen sind brauchbar, nur eine Sprachwahl wünscht man sich beim Einsatz mit Headset. Die VGA-Kamera reicht für MMS-Nachrichten. Mit dem Notebook klappt die Kommunikation über Bluetooth gut. Bei den Durchsatztests trennte das ZV10 die Verbindung selbsttätig, was aber selten und nicht während einer laufenden Datenübertragung vorkam.

Samsung SGH-Z140V

Das SGH-Z140V gleicht dem ZV10 bis auf die drehbare VGA-Kamera in der Klappachse. Die Tasten sind noch etwas größer ausgefallen und gummiert, sodass man mit dem Fingernagel nicht abrutscht – warum nicht öfter so? Sonst unterscheidet sich die Ausstattung kaum vom Schwestermodell, abgesehen vom WAP-Browser: Während das ZV10 einen HTML-fähigen von Netfront vorweisen kann, hat Samsung das Z140V mit einem Openwave-Browser ausgestattet, der sich zwar gut beim Wappen schlägt, jedoch keine HTML-Seiten oder JavaScript kennt. Als Funkmodem eignet sich das Samsung-Modell gut.


UMTS-Handys (Teil 4)
 
ProduktSGH-ZV10SGH-Z140V
HerstellerSamsung, Tel.: 01 80 5/12 12 13Samsung, Tel.: 01 80 5/12 12 13
LieferumfangLadegerät, Stereo-Headset, USB-Kabel, Handbuch, KurzanleitungLadegerät, USB-Kabel, Headset, Halteschlaufe, Software, Handbuch, Kurzanleitung
Technische Daten
Bluetooth-Eigenschaften

Sony Ericsson K610i

Mit dem K610i hat Sony Ericsson ein besonders kleines und leichtes UMTS-Handy im Angebot. Die eng liegenden Tasten vermitteln ein leicht schwammiges Gefühl, sind jedoch dank deutlichem Druckpunkt noch gut bedienbar. Auch in heller Umgebung bleibt das Display gut lesbar. Der Wechselspeicher, ein Memory Stick Micro, lässt sich nach Entfernen des Akkudeckels wechseln, ohne das Handy auszuschalten. Außer der 2-Megapixel-Kamera gibt es eine Zweitkamera für Videotelefonate. Gefallen hat uns die lange Akkulaufzeit.

Die Organizer-Funktionen bieten alles Nötige, auch hört das K610i auf Sprachbefehle. Für Schnappschüsse eignet sich die Kamera gut: Sie knipst scharfe Bilder, bei dunklen Motiven fällt jedoch deutliches Farbrauschen auf. Das Surfen per Notebook funktioniert dank Bluetooth problemlos. Wer Verbindungen zu Modemgegenstellen braucht, freut sich über HSCSD. Über die Funkschnittstelle kann man bei Bedarf sogar einen PC fernsteuern – praktisch für Vorträge.

Sony Ericsson V600i

Das betagte V600i, die Vodafone-Variante des K600i, kann in puncto Größe, Gewicht und Ausstattung gut mit den aktuelleren Modellen mithalten. Die gedrängt stehenden Tasten lassen sich nur mit schmalen Fingern sicher bedienen, das kleine, aber helle Display zeigt Rufnummern und Text groß genug an. Ein Slot für Wechselmedien fehlt. Mittels eines Schutzschiebers bewahrt man die 1,3-Megapixel-Kamera vor Fingerschmutz. Die Zweitkamera hat der Hersteller nur zum Videofonieren vorgesehen, nicht für Selbstporträts.

An der Softwareausstattung des Auslaufmodells vermisst man auch heute kaum etwas: Umfangreiche Organizer-Funktionen, Sprachwahl oder Bluetooth mit PC-Fernsteuerung spendiert Sony Ericsson seinen Handys schon seit langem. Die Fotos zeigen zwar Rauschen und einige Verzeichnungen, reichen aber für gelegentliche Schnappschüsse. Auch als Funkmodem kann das V600i, abgesehen vom auf 64 kBit/s beschränkten Datenversand, noch mithalten.


UMTS-Handys (Teil 5)
 
ProduktK610iV600i (K600i)
HerstellerSony Ericsson, Tel.: 01 80 5/34 20 20Sony Ericsson, Tel.: 01 80 5/34 20 20
LieferumfangLadegerät, Memory Stick Micro (64MB), USB-Kabel, Software, HandbuchLadegerät, USB-Kabel, Stereo-Headset, Software, Handbuch, Kurzanleitung
Technische Daten
Bluetooth-Eigenschaften

Fazit

Endlich gibt es UMTS-Handys zum Surfen, die nicht die Welt kosten, wobei die meisten eine Menge fürs Geld bieten. Wer ein UMTS-Handy als ständigen Begleiter mit nützlichen Organizer-Funktionen braucht, ist mit einem Gerät von Nokia oder Sony Ericsson gut beraten. Zum Videofonieren scheiden das 6151 und das 6233 mangels Zweitkamera allerdings aus.

Nutzer ohne Multimedia-Ambitionen, sind auch mit den Klapphandys von Samsung gut beraten. Das Motorola E1070 kann in puncto Organizer nicht ganz mithalten, wer mit der mäßigen Tastatur und der gewöhnungsbedürftigen Bedienung leben kann, erhält jedoch ein passables Handy mit schnellem Datentransfer. Das O2 Ice spricht mit auffälligem Design und der 512-MByte-Karte als Dreingabe eher Musikfreunde an. Die Verbindungsabbrüche sind beim Surfen via Notebook lästig.

Vom Kauf des Sagem myV-85 raten wir wegen der schneckenlahmen Bedienoberfläche ab, auch ist ein UMTS-Handy ohne Bluetooth-Surfprofil, das zudem abstürzt, nicht akzeptabel. Mit der Mehrheit der getesteten, günstigen UMTS-Handys macht man jedoch nichts falsch, weitere Mittelklassegeräte haben die Hersteller bereits angekündigt. (rop)

Literatur
[1] Florian Müssig, Standard-Zuwachs, Notebooks mit integriertem UMTS-Modem, www.heise.de/mobil/artikel/80296
[2] Rudolf Opitz, GSM-Renner, EDGE: schnelles Internet auch ohne UMTS, www.heise.de/mobil/artikel/75359
[3] Rudolf Opitz, Breitbandanschluss für die Hosentasche, Handys mit UMTS-Nachbrenner HSDPA, www.heise.de/mobil/artikel/79261