Mobile Verbindung

Zwei Navigationsprogramme fĂĽr das Symbian-OS-S60-Betriebssystem sind vor kurzem auf den Markt gekommen. Wir haben die beiden Kandidaten auf Nokias Modell 6670 mit separater Royaltek-GPS-Maus getestet.

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Von
  • Peter Röbke-Doerr

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Die Hardware-Hochzeit von Handy und Navigationsgerät ist nur noch eine Frage der Zeit. Nokia steht mit seinem N95 in den Startlöchern, aber auch die Navi-Softwarehersteller bereiten sich vor: Zwei Navigationsprogramme für das Symbian-OS-S60-Betriebssystem sind vor kurzem auf den Markt gekommen. Wir haben die beiden Kandidaten auf Nokias Modell 6670 mit separater Royaltek-GPS-Maus getestet.

Beide Programme gelangen auf einer 512-MByte-Speicherkarte ins Handy. Beim Einstecken melden sie sich mit einem Icon auf der Hauptmenüseite an – durch Markieren des Symbols und Anklicken werden sie gestartet. Über zwei Softtasten und die Kreuzwippe navigiert man durch die Bedienmenüs, zusätzlich können einzelne Funktionen durch die Zifferntasten direkt angesprungen werden.

Falk Mobile Navigator 2

Falk liefert seinen Mobile Navigator 2 für Symbian-Handys (verwirrenderweise gab es von Falk auch einmal einen Windows-basierten Navigator 2) mit einer GPS-Maus von Royaltek (Sirf-III-Chipsatz), einer vorbespielten SD-Karte und einer CD für die Datenrekonstruktion aus. Außerdem gehören zum Paket noch Ladekabel für Netz und 12 Volt sowie eine Universalhalterung fürs Handy mit Saugfuß und Schwanenhals.

Nach dem Einlegen der Speicherkarte erscheint im Handy-Menü automatisch das zugehörige Icon; zunächst ist das Programm aber über einen Internet-Zugang am PC freizuschalten. Der Vorgang selbst ist unkompliziert, Landkarte und Navi-Software sind anschließend aber an die Handy-Hardware gebunden. Nervend ist allerdings, dass auch bei einem ganz normalen Programmstart später diese Registrierungsseite erscheint und weggeklickt werden muss. Danach landet man im Hauptmenü; hier ist die Eingabe neuer oder die Auswahl aus bereits angefahrenen Zielen einfach und ohne Blick ins Handbuch auch für ungeübte Benutzer möglich. Die Verbindung zum Bluetooth- GPS-Empfänger geschieht automatisch und ohne Konfigurations-Schnickschnack. Abbiegehinweise kommen geschwindigkeitsabhängig rechtzeitig, jeweils gefolgt von einem Hinweis auf die nächste Aktion - wobei die Sprachführung ohne Tadel und sehr laut ist.

Navigon Mobile Navigator 6

Navigon liefert den Mobile Navigator 6 auf einer DVD mit mehrsprachigem Handbuch, einer Mini-SD-Speicherkarte sowie einem kleinen USB-Kartenleser aus. Die Speicherkarte ist leer, man darf also die benötigten Karten und das Programm selbst aufspielen - mit dem Lesegerät ist das allerdings nur Minutensache.

Nach dem Einlegen der Speicherkarte ins Handy muss die Software registriert werden – eigentlich wäre dies keine große Aktion, wenn der Vorgang über eine PC-Internetverbindung erledigt werden könnte. Da aber außer den fünfzehn Ziffern/Buchstaben der Seriennummer noch Vorname, Nachname und E-Mail-Adresse über die Handytastatur einzugeben sind, kann ein ungeübter Handynutzer schon mal eben fünf Euro durch den Gebührenzähler laufen lassen.

Ist dieses Ärgernis überwunden, befindet man sich im gut strukturierten Hauptmenü des Navigators direkt in der Eingabeseite für neue Ziele. Einmal bereits eingegebene Ziele bleiben gespeichert, sie können also einfach erneut aufgerufen werden. Nach der Zieleingabe sucht Navigator 6 selbstständig nach einem Bluetooth-GPS-Empfänger und beginnt mit dem Verbindungsaufbau. Eine einmalige Erkennung genügt auch für künftige Benutzung. Das Ganze dauert nur Sekunden, und die oft übliche Konfigurations-Arie mit virtuellen COM-Ports und Baudraten entfällt. Auch der Wechsel zu einem neuen GPS-Empfänger gestaltet sich schnell und problemlos.

Allerdings sollte beim Normalbetrieb eine Reihenfolge beachtet werden: Zuerst Maus einschalten, danach die Software auf dem Handy starten. In einigen wenigen Fällen mit anderer Reihenfolge verhakelten sich Programm und Bluetooth-Protokoll und die Anwendung fror ein. Eine andere Ungereimtheit fiel uns beim Abweichen von der errechneten Route auf: Bei fast allen Strecken erkennt das Programm in Sekundenschnelle die Abweichung und errechnet eine neue Route zum vorgegebenen Ziel. In einigen nicht reproduzierbaren Fällen erkannte die Software dagegen zwar auch die Abweichung, versuchte aber auf Biegen und Brechen wieder auf die ursprünglich errechnete Strecke zurückzuführen, verhedderte sich schließlich in den eigenen Ansagen und blieb am Ende ganz stehen.

Bei korrektem Ablauf ist aber die Sprachführung laut und klar – nicht nur akustisch, sondern auch inhaltlich. Gefehlt hat uns hier lediglich nach Abbiegevorgängen der grundsätzliche Hinweis auf das nächste Manöver – oder die Ansage, wie lange man denn auf der aktuellen Straße zu bleiben habe. Manchmal kam er, manchmal nicht. Wer sich an vorgegebene Geschwindigkeitsbegrenzungen hält, bekommt Abbiegehinweise rechtzeitig, bei flotter Fahrweise innerorts kommen sie allerdings manchmal zu spät.

Die Kartendarstellung ist tadellos; besonders hervorzuheben ist die übersichtliche 3D-Darstellung, die geschwindigkeitsabhängig in die Karte hinein- oder herauszoomt und dann unterschiedlich große Abschnitte darstellt.

Fazit

Im Unterschied zum Programm von Navigon gibt es bei Falks Software keine 3D-Darstellung – dafür machte sie jedoch einen stabileren Eindruck, ein Verhaspeln irgendwelcher Programmsegmente bemerkten wir weder auf der Autobahn noch bei Stadtfahrten. (roe)


Navigation fĂĽr S60-Handys
ProduktFalk Mobile Navigator 2.0Navigon Mobile Navigator 6
HerstellerFalk Marco Polo InteraktiveNavigon
VertriebFachhandelFachhandel
LieferumfangGPS, SD-Karte 512 MByte, Handyhalterung, NetzteilSpeicherkarte, USB-Lesegerät, DVD
Umfang KartenmaterialD/A/CHWesteuropa
Preis229 EUR199 EUR