Umzugshelfer
Handy-Organizer merken sich je nach Modell hunderte Adressen, Termine, Aufgabenlisten und Notizen. Unser Ratgeber hilft beim Umzug auf neue Modell.
Handy-Organizer merken sich je nach Modell hunderte Adressen, Termine, Aufgabenlisten und Notizen. Dazu kommen Multimedia-Inhalte wie Fotos, Videoclips und MP3-Musik – Daten, die man beim Wechsel auf ein neues Mobiltelefon übernehmen will. Doch fehlen den Telefonen trotz Bluetooth, Wechselspeicher oder USB-Port die nötigen Funktionen zum Daten-Umzug. Hier kommt der PC ins Spiel.
Wer auf seinem Mobiltelefon viele Rufnummern, E-Mail- und Postadressen gespeichert und fleißig den eingebauten Terminkalender genutzt hat, will die Daten ohne allzu viel Handarbeit und Verluste auf ein neues Gerät übertragen. Je nachdem, wie umfangreich die Datensammlung ausfällt, gibt es dazu mehrere Wege: Haben Sie im bisherigen Handy nur Namen und Telefonnummern gespeichert, kopieren Sie die Telefonbucheinträge des Telefons auf die SIM-Karte. Die Funktion findet man üblicherweise im Optionen-Menü.
Danach stecken Sie die Karte in das neue Handy und kopieren das SIM-Telefonbuch in den Telefonspeicher. Bei vielen Einträgen – SIMs fassen nur etwa 100 bis 250 Namen mit je einer Rufnummer – löscht man den SIM-Speicher nach dem Übertragen und befüllt ihn im alten Handy erneut. Wenn beide Handys über die Infrarotschnittstelle IrDA oder Bluetooth verfügen und Sie nur wenige Adressen übertragen wollen, können Sie die Adressen als virtuelle Visitenkarten auch einzeln von Handy zu Handy "beamen". Den Befehl dazu findet man meist unter Optionen im Telefonbuch der Mobiltelefone.
NĂĽtzliche Suiten
Größere Mengen an PIM-Daten (Personal Information Management) transferieren Sie besser über den PC. Dazu gleicht man nach Installation der passenden Synchronisierungssoftware zunächst das ausgediente Handy mit Outlook ab, andere PIM-Programme funktionieren nur selten. Die Sync-Software liegt für Windows-Rechner vielen Handys bereits bei, doch sollten Sie sich die jeweils aktuelle Version besorgen, die im Internet zum Herunterladen bereitsteht (siehe [1]). Mit dem Windows-Adressbuch klappt der Abgleich meist auch, doch fehlen dann Termine und Aufgaben. Danach deinstallieren Sie die alte Sync-Software, installieren die des neuen Geräts und gleichen die Daten erneut ab. Nutzen beide Telefone dieselbe Software, entfällt die Neuinstallation - soweit die Theorie.
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In der Praxis hapert es schon bei der Verbindung zum PC: Bei älteren Handys fehlen häufig ein Datenkabel oder kabellose Schnittstellen wie IrDA oder Bluetooth. USB-Kabel gibt es in der Regel beim Handyhersteller, doch kosten sie meist 30 bis 50 Euro. Im Internet bieten viele Shops passende Kabel jedoch deutlich günstiger an; Hersteller wie Mobile Action liefern Kabel gleich mit passender Sync-Software (siehe [3]) für eine große Zahl von Herstellern und Geräten zu Preisen zwischen 20 und 30 Euro. Fürs alte Handy reicht es, ein Kabel zu leihen, fürs neue lohnt die Anschaffung eines Kabels oder Bluetooth-Dongles schon, um regelmäßig mit dem PC synchronisieren zu können.
Die Blue-Soleil-Software, die es auch als Testversion kostenfrei zum Herunterladen gibt, stellt erkannte Geräte als Satelliten um eine den PC darstellende Sonne dar. Wie die meiste Bluetooth-Software erkennt sie Nokias PC Suite automatisch.
Den Infrarotport IrDA findet man nur bei wenigen PCs oder Notebooks, auch Handyhersteller sparen ihn mittlerweile oft ein. Vereinzelt lässt sich ein IrDA-USB-Adapter übers Internet beschaffen. Verbreiteter ist die Funkschnittstelle Bluetooth, mit der die meisten neuen Handys und Notebooks ausgestattet sind. Für Desktop-PCs gibt es zu Preisen um 20 Euro eine große Auswahl an Bluetooth-Dongles für den USB-Port. Damit die jeweilige Sync-Software ein Bluetooth-Handy erkennt, müssen Sie es zunächst mit dem PC koppeln (siehe Bluetooth-Geräte koppeln), die Verbindung via USB oder IrDA bereitet meist keine Probleme.
Stammt sowohl das alte als auch das neue Handy von Nokia, fällt der Datenumzug leicht: Bei der Software PC Suite gehört das Backup-Programm "Content Copier" zum Funktionsumfang. Damit lassen sich alle Nutzerdaten en bloc auf dem PC sichern und danach auf ein anderes Nokia-Modell aufspielen. Die aktuelle Version 6.82 verwaltet mehrere mit dem PC gekoppelte Handys; im Backup-Programm wählt man vor jedem Vorgang das jeweilige Quell- oder Zielgerät aus.
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Bei PIM-Daten funktioniert die Backup-Lösung gut; je nach Speicherausstattung kann es aber vorkommen, dass Fotos oder Musikdateien auf der Strecke bleiben. Die kopieren Sie bequemer mit dem Dateimanager der PC Suite in ein separates Verzeichnis auf dem PC und später ins neue Telefon.
Der Widcomm-Stack zeigt gefundene Bluetooth-Geräte als Icons an. Um Mobilgerät und PC miteinander bekannt zu machen, gibt man beim ersten Koppeln einen maximal 16-stelligen PIN-Code vor, den beide Geräte fortan zur sicheren Kommunikation nutzen.
Nokia-Handys, die älter als etwa vier Jahre sind, identifiziert die aktuelle PC Suite nicht. Man erkennt die Modelle am alten Kontaktkamm, bei dem die Ladebuchse zwischen zwei Kontakten liegt. Um die Organizer-Daten zu retten, installiert man die noch verfügbare PC-Suite-Version 4.81, synchronisiert mit Outlook, deinstalliert die alte Version, installiert die aktuelle und gleicht mit dem neuen Handy ab. Mit Bluetooth-Verbindungen kommt die alte 4.81er-Version jedoch nicht zurecht. Besser klappt es via Datenkabel oder IrDA.
Auf die gleiche Weise verfahren Sie, wenn altes und neues Handy von verschiedenen Herstellern stammen. Dazu braucht es für jedes Modell eine passende Sync-Software. Manche Handys gleichen nur mit eigenen PIM-Programmen ab und bieten bestenfalls eine Exportfunktion der Daten im CSV-Format an. Andere synchronisieren direkt mit Outlook, bringen aber bei Adressen die einzelnen Feldeinträge durcheinander oder schneiden Einträge ab, etwa weil im Handy für Name oder Adresse nur ein auf wenige Dutzend Zeichen begrenztes Feld zur Verfügung steht. Auch gehen oftmals Formatzeichen aus Telefonnummern verloren. In diesen Fällen sollten Sie die Adressen vor dem Übertragen zum neuen Handy per Hand korrigieren. Am besten gelingt die Übertragung von Organizer-Daten zwischen Smartphones, die umfangreichere Adressbücher und Terminkalender verwalten können. Unter [1] finden Sie eine ausführliche Beschreibung der Probleme und wie man viele umgeht. Blind vertrauen sollte man den Daten nach dem Umzug in den seltensten Fällen. (rop)
Literatur
| [1] Rudolf Opitz, Kontaktverdoppler, Telefonbucheinträge und Termine zwischen Handy und PC abgleichen, www.heise.de/mobil/artikel/67528 |
| [2] Microsoft versus Widcomm: www.heise.de/mobil/hotline/05/17/52.shtml |
| [3] Handset Manager von Mobile Action: global.mobileaction.com/download/download.jsp |
| [4] Testversion des Blue-Soleil-Stacks (limitiert auf 5 MByte Datentransfer): www.heise.de/software/default.shtml?prg=40114 |
Umzug per SyncML
Meine Handys sind beide SyncML-fähig. Kann ich die Adressdaten damit auch über das Mobilfunknetz übertragen?
SyncML-fähige Handys lassen sich übers Funknetz mit einem Server im Internet abgleichen. Viele Provider, aber auch andere Firmen bieten einen Synchronisationsservice an, der zum Teil, wie das Beispiel www.mobical.net zeigt, sogar kostenfrei ist. Allerdings fallen Kosten für die Datenverbindung an: Wenn Sie dazu eine Prepaid-Karte benutzen, kassiert der Provider pro 10-Kilobyte-Block bis zu 20 Cent. Der Umzug von einem zum anderen Handy kostet so je nach Umfang leicht fünf bis fünfzehn Euro.
Bei der Anmeldung fragt mobical nach dem Handytyp und übermittelt die Zugangseinstellungen per SMS. Nach dem Übertragen der Daten auf den Server melden Sie das neue Handy als weiteres Gerät an (Settings / My devices) und laden die Organizer-Daten vom Sync-Server. Ältere Handys besitzen pro Namenseintrag oft nur ein Feld für Postanschriften, während bessere Modelle oder Smartphones getrennte Felder für Straße, Wohnort, Postleitzahl und Land verwalten. Beim Test über mobilcal blieb die Anschrift in dem Fall auf der Strecke. Termine, Aufgaben und Notizen wurden übertragen.
Bluetooth-Stack
Oft lese ich, dass man zum Betrieb eines Bluetooth-Dongles einen sogenannten Stack braucht. Was ist das und woher bekomme ich ihn?
Der Bluetooth-Stack dient als Softwareschnittstelle zwischen Bluetooth-Hardware und Betriebssystem und stellt die verschiedenen Dienste oder Profile wie Datenübertragung, Netzwerk, Audio und anderes bereit. Die Software liegt jedem USB-Bluetooth-Adapter bei, bei Notebooks mit eingebauten Modulen ist sie üblicherweise vorinstalliert. Zu fast jedem Adapter liefern die Hersteller einen eigenen Stack mit, der sich meist nicht durch andere ersetzen lässt. Sollte dem Adapter keine Software beiliegen, eignet er sich nur für Windows XP mit SP2.
Der Microsoft-Stack, der seit dem Service Pack 2 zum Lieferumfang von Windows XP gehört, eignet sich für verschiedene Dongles (siehe auch www.bluetooth-db.de). Vom Bluetooth-Stack von Blue Soleil gibt es eine Demo-Version (siehe [4]), die ebenfalls mit einer Reihe von Bluetooth-Adaptern zusammenarbeitet, jedoch maximal fünf Megabytes überträgt. Danach muss man ihn beenden und neu starten. Die Vollversion kostet 6 Euro, eine VoIP-fähige Version ist für 8 Euro erhältlich. Die Stacks von Toshiba und Widcomm sind üblicherweise nur zusammen mit einem Bluetooth-Dongle oder -Modul zu haben und funktionieren auch nur mit diesen. In der Bluetooth-Datenbank von heise mobil können Sie die erwähnten Bluetooth-Stacks miteinander vergleichen.
Bei der Installation älterer Bluetooth-Stacks mit unsignierten Treibern wie die 1.4er-Version von Widcomm richtet XP stattdessen die signierten seines eigenen Stacks ein. Eine Lösung des Problems finden Sie unter [2].
Bluetooth-PIN
Bei den Kopplungsversuchen fragt das Handy ständig nach einer PIN-Nummer. Was muss ich da eingeben?
Der Bluetooth-Stack sorgt für eine gegen Lauscher gesicherte Verbindung zum Handy. Dazu gibt man bei der ersten Kontaktaufnahme am PC einen beliebigen, maximal 16-stelligen PIN-Code ein, den das Mobilgerät während der Kopplung abfragt. Dieser muss bei Handy-Gegenstellen ausschließlich aus Ziffern bestehen, da die Telefone üblicherweise nur eine Wähltastatur besitzen. Auch sollte man bei der Eingabe nicht zu lange warten, da der Bluetooth-Stack auf dem PC sonst mit einem Timeout reagiert und man die Kopplung neu einleiten muss.
Bluetooth-Geräte koppeln
Wie baue ich eine sichere Verbindung zwischen meinem Handy und den verschiedenen Bluetooth-Software-Varianten auf?
Die Stacks machen sich über ein kleines Bluetooth- oder Antennensymbol im System-Tray bemerkbar, über das sich die Software aufrufen und die Suche nach Bluetooth-Gegenstellen starten lässt. Beim Stack von Microsoft klickt man das Symbol mit der rechten Maustaste an und wählt "Bluetooth-Gerät hinzufügen". Nach dem Bestätigen, dass das Handy bereit ist und vom Bluetooth-Adapter erkannt werden kann (meist in den Bluetooth-Einstellungen des Handys unter "Sichtbarkeit" zu finden), zeigt der Stack die verfügbaren Geräte an. Hat man das gewünschte Gerät ausgewählt, lässt sich im folgenden Fenster ein PIN-Code vorgeben (eigenen Hauptschlüssel auswählen), den man nach Abfrage auch ins Handy tippt. Der Rest der Verbindungsaufnahme läuft automatisch ab.
Wer bei seinem Bluetooth-PC den Toshiba-Stack vorfindet, öffnet den Bluetooth-Manager durch Klick auf ein Antennensymbol im Tray und wählt aus dem Menü Bluetooth-Einstellungen "Neue Verbindung" aus. Nachdem man ein Gerät ausgewählt hat, lässt sich im nächsten Fenster die PIN vorgeben. Die Bluetooth-Suiten von Blue Soleil und Widcomm zeigen die gefundenen Geräte in Icon-Form an; bei Blue Soleil sind sie um eine den PC symbolisierende Sonne herum angeordnet. Zum Koppeln wählt man aus dem jeweiligen Kontextmenü "Geräte verbinden" (Blue Soleil) oder "Paarweise Geräteverbindung herstellen" (Widcomm) und gibt die PIN-Nummer vor. Beide Bluetooth-Programme markieren gekoppelte Geräte danach mit einem Häkchen am jeweiligen Icon. Alle hier vorgestellten Bluetooth-Programme werden mittlerweile von Nokias PC Suite erkannt und für die Verbindung zum Handy genutzt.