Neue Stolpersteine
Windows Vista bringt einige Neuerungen mit, die das mobile Arbeiten erleichtern. Doch Kinderkrankheiten sind ebenfalls vorhanden.
Windows Vista bringt einige Neuerungen mit, die das mobile Arbeiten erleichtern. Doch wer derzeit ein Notebook mit Microsofts neuem Betriebssystem kauft, muss sich auf etliche Kinderkrankheiten gefasst machen.
Mittlerweile stehen fast nur noch Notebooks mit Windows Vista in den Läden; solche mit Windows XP sind in den letzten Wochen verschwunden. Dahinter steckte nicht zuletzt Druck von Microsoft: Wenn ein Notebook-Anbieter nicht bis Ende März seine Angebotspalette für Endkunden auf Vista umgestellt hatte, drohte ihm die Einstellung der Zahlungen für gemeinsame Marketing-Aktionen. Einige Hersteller nutzten den Trubel der offiziellen Vorstellung von Windows Vista am 30. Januar und platzierten gleich an diesem Tag Notebooks mit dem neuen Betriebssystem im Handel.
Für Geschäftskunden oder im Projektgeschäft gibt es weiterhin die Option, die Notebooks mit Windows XP zu bestellen, allerdings ist auch hier ein Ende absehbar. Dell will Geräte mit XP immerhin noch bis Februar 2008 ausliefern, andere Hersteller dürften ähnliche Zeitrahmen haben. Unabhängig vom aufgespielten Festplatten-Image kleben die Hersteller an solche Rechner ein Echtheitszertifikat mit Seriennummer für Vista Business. Für PCs mit Vista Home Basic oder Home Premium gilt dieses Downgrade-Angebot aber nicht.
Wir haben einige der ersten Notebooks mit vorinstalliertem Windows Vista in die Redaktion geholt, um zu überprüfen, ob die Hersteller das neue Betriebssystem im Griff haben. Eingefunden haben sich die drei Acer Aspire 3683-200, 5051AWXMi und 7003WSMi sowie das A9RP und das V1JP von Asus. Dell lieferte ein Inspiron 640m, Fujitsu Siemens ein Amilo Xi 1554. Von Lenovo erreichten uns die Thinkpads R60 und T60. Ein Sony Vaio VGN-N21Z/W und ein Toshiba Satellite A100 ergänzen das Testfeld.
Logo-LĂĽgen
Schon auf den ersten Blick fällt auf, dass einige Hersteller Notebooks verkaufen, deren Hardwareausstattung sich nicht für Windows Vista eignet. So stecken im Asus A9RP nur 512 MByte Arbeitsspeicher, von denen noch der Bildspeicher für die im Chipsatz ATI Mobility Radeon 1100 integrierte Grafikeinheit abgeht. Im Auslieferungszustand genehmigt sie sich satte 128 MByte Videospeicher, sodass für Vista nur noch 384 MByte übrig bleiben. Die negative Auswirkung merkt man jederzeit, sei es beim Booten, beim Starten einer Anwendung oder beim Herunterfahren des Systems: Alles dauert quälend lange.
Kaum besser verhält sich das Aspire 5051AWXMi von Acer, welches ebenfalls mit Chipsatzgrafik und lediglich 512 MByte ausgestattet ist. Einige Händler wie NotebooksBilliger.de verkaufen das Notebook allerdings auch mit einer RAM-Erweiterung auf 1024 MByte; erst hier reicht dann die gefühlte Bediengeschwindigkeit.
Unverständlich ist, warum auf den beiden Notebooks trotzdem ein Aufkleber mit Vista-Logo angebracht ist, denn sie erfüllen nicht die Hardwareanforderungen, die Microsoft im Rahmen seines Logo-Programms definiert. Die Richtlinie besagt unter anderem, dass ein Rechner nach Abzug des Grafikspeichers immer noch mindestens 448 MByte Arbeitsspeicher haben muss.
Bordmittel und Beigaben
Vistas Mobilitätscenter steht nur auf Notebooks zu Verfügung. Es bündelt in einem Fenster den Zugriff auf viele Einstellungen, die weit verstreut in den Tiefen der Systemsteuerung liegen, darunter Lautstärke, Bildschirmhelligkeit, WLAN-Konfiguration oder Synchronisation mit anderen Geräten. Die einzelnen Module sind als Kacheln visualisiert und ermöglichen den direkten Zugriff auf oft benötigten Funktionen. So gelingt das Einstellen der Lautstärke oder der Bildschirmhelligkeit direkt mit Schiebereglern aus dem Mobilitätscenter heraus. Ein Klick auf das Icon jeder Kachel öffnet den zugehörigen Dialog der Systemsteuerung.
Wer nach dem Booten des Systems einen externen Monitor anschließt, kann durch den Klick auf "Monitor anschließen" eine automatische Erkennung starten – wenn Vista einen Monitor entdeckt, fragt das Betriebssystem per Dialog nach, wie er verwendet werden soll (Clone-Modus, erweiterter Desktop oder einzeln ohne internen Bildschirm).
Die Anzahl der Einstellungen im Mobilitätscenter hängt vom jeweiligen Notebook ab, Vista selbst bringt maximal acht mit. Eine davon gibt es nur auf Tablet-PCs; sie dreht den Bildschirminhalt auf Hoch- oder Querformat. Die Kachel zum Ändern der Bildschirmhelligkeit ist nicht bei allen Notebooks zu sehen, bei manchen lässt sich die Leuchtstärke nur wie bisher über Tastenkombinationen ändern. Unter Vista Home Basic fehlt zudem die Präsentationskachel: Sie lädt mit einem Klick vorher festgelegte Einstellungen für Hintergrundbild, Bildschirmschoner und Lautstärke – sehr praktisch, wenn man häufig Präsentationen vorführt und nicht jedes Mal alles von Hand ändern möchte.
Fast jeder Notebook-Hersteller stattet seine Geräte zusätzlich mit Hilfsprogrammen aus. Lenovos ThinkVantage-Programme gehören mit zu den umfangreichsten ihrer Art: Vom detaillierten Auslesen des Akkuladezustands bis hin zur Systemabsicherung mit TPM-Chip und Fingerabdrucksensor ist alles dabei. Asus liefert dagegen nur vergleichsweise wenig Tools mit, darunter ein Online-Update-Programm. Teilweise ergänzen die Hersteller mit ihren Programmen das neue Mobilitätscenter um einen schnellen Zugriff auf Handbücher oder gerätespezifische Einstellungen wie eine Tastaturbeleuchtung.
Energieoptionen
Die Energiesparoptionen von Vista lassen sich deutlich detaillierter konfigurieren als bei Windows XP. Hersteller können ihre eigenen Tools dort integrieren, sodass sich alle Optionen komfortabel an nur einer Stelle ändern lassen.
Vistas Energieoptionen haben im Vergleich zu Windows XP ordentlich dazugelernt und sind deutlich detaillierter. Man kann nun eigene Energieprofile erstellen, frei konfigurieren und die voreingestellten individuell anpassen. Wer sich in die erweiterten Einstellungen vorwagt, kann beispielsweise Einfluss auf die Taktung des Prozessors nehmen. Die meisten Einstellungen lassen sich getrennt für Netz- und Akkubetrieb festlegen. So kann man etwa die in Vista integrierte Suche anweisen, die Festplatte nur im Netzbetrieb zu indexieren. Sofern Vista die Helligkeitsregelung des Notebook-Displays erkennt, können Sie die Leuchtstärke mit Windows justieren und beispielsweise im Akkubetrieb den Bildschirm verdunkeln.
Manche Einstellungen verwirren aber eher, als dass sie helfen. Sowohl Schieberegler als auch exakte Prozentangaben (in den erweiterten Einstellungen) suggerieren feine Einstellungen, die es so gar nicht gibt. Das gilt für die Bildschirmhelligkeit (kein Bildschirm hat eine durchgehende dynamische Regulierung der Hintergrundbeleuchtung von aus bis maximal) und für die Stromspareinstellungen des Prozessors: Für "Minimaler Leistungszustand des Prozessors" und "Maximaler Leistungszustand des Prozessors" erlaubt Vista Einstellungen zwischen 0 und 100 Prozent, ein Mobilprozessors ändert seinen Takt aber nur zwischen wenigen, festgelegten Stufen.
Welche Stufe welcher Prozentzahl entspricht, erfährt der Nutzer nicht. Immerhin stellt Vista bei jeder Prozentzahl die naheliegendste Stufe ein. Null Prozent entspricht somit zwar der geringsten vom Prozessorhersteller vorgesehenen Taktstufe, doch manche Notebooks können den Prozessor zusätzlich noch über Halt-Befehle drosseln. Dadurch sinkt seine Rechenleistung deutlich ab, ohne dass Systemprogramme wie CPU-Z Änderungen feststellen können.
Wer also seine Plattform und das Verhalten des Prozessors nicht genau kennt – und das dürfte für den Großteil der Nutzer gelten -, sollte trotz der Einstellungsmöglichkeiten bei den vom Notebook-Hersteller vorgegebenen Energieprofilen bleiben. Wer sich dagegen in die Spezifikationen seines Prozessors einarbeitet und ein wenig mit den Energieoptionen herumexperimentiert, kann die CPU auch im Netzbetrieb permanent mit minimalem Takt laufen lassen – unter XP war das nicht möglich.
Einige Notebook-Hersteller legen wie schon bei XP eigene Programme zur Konfiguration der Energiesparoptionen bei, doch anders als bei XP traut sich keiner mehr, die zugehörigen Systemdialoge von Vista komplett zu sperren. Spezielle Optionen (beispielsweise ob der FireWire-Port im Akkubetrieb aktiv ist) beherrschen weiterhin nur die Hersteller-Tools, doch ist die Realisierung unterschiedlich: Während Acer diese Option nur im eigenen Hilfsprogramm anbietet und man somit doch wieder an mehreren Stellen die Energieeinstellungen ändern muss, ergänzt Toshiba den Dialog des Betriebssystems. ATIs Grafiktreiber klinkt sich wie das Tool von Toshiba in Vistas Energiedialog ein; das Stromsparverhalten des Grafikchips lässt sich somit unabhängig vom Catalyst Control Center konfigurieren – diese Integration in Vista ist vorbildlich.
Geringe Laufzeit
Die meisten der getesteten Notebooks konsumieren drei bis vier Watt mehr, als die eingebaute Hardware unter XP verbraucht. Acers Aspire 5051AWXMi hatten wir bereits letzten Herbst im Test [1]. Damals gab es sich bei geringer Prozessorlast unter Windows XP mit 15,1 Watt zufrieden, die Neuauflage mit Vista schluckt 18,8 Watt. Die Laufzeit sinkt deshalb von knapp drei auf nicht mal zweieinhalb Stunden.
Noch größer ist der Unterschied beim Toshiba Satellite A100, das unter Vista knapp zweieinhalb Stunden (18 Watt) durchhält. Mit Windows XP inklusive der passenden Treiber von Toshibas Webseite hält der Akku vierdreiviertel Stunden (9,1 Watt) durch. Das Aspire 7003WSMi verbraucht mit Vista 21,4 Watt gegenüber den 17,6 Watt der XP-Variante [1]. Dass es nun trotzdem drei statt damals zweieinhalb Stunden durchhält, liegt am Akku: Acer legt neuerdings einen mit 65 Wh statt 44 Wh bei. Unter XP würde das Notebook mit diesem Akku über dreieinhalb Stunden ohne Steckdose auskommen.
Man kann die Schuld für den hohen Verbrauch nicht uneingeschränkt auf Vista schieben: Im Labor verbrauchte ein Desktop-Mainboard nach einem BIOS-Update exakt dieselbe Menge Energie wie unter Windows XP [2]. Auch geben sich die getesteten Thinkspads von Lenovo mit 15,5 Watt (R60) beziehungsweise 16,2 Watt (T60) zufrieden – unabhängig von der Windows-Version. Diese Verbrauchswerte sind durchaus angemessen, weil in beiden ein separater Grafikchip (Mobility Radeon X1400) steckt, der potenziell mehr Strom als eine Chipsatzgrafik schluckt.
Eine mögliche Erklärung für die höhere Leistungsaufnahme ist, dass sich Windows Vista deutlich mehr als XP auf die im BIOS programmierten Einstellungen verlässt – speziell was Stromsparfunktionen anbelangt. Vista will ein ACPI-2.0-fähiges BIOS und regelt die Stromsparmechnismen von Prozessor und Chipsatz einzig und allein nach den dort festgelegten Parametern. Tricks und Spezialfälle wie beispielsweise AMDs Prozessortreiber, der unter Windows XP für eine Drosselung von Takt und Versorgungsspannung der Athlon-, Sempron- und Turion-CPUs sorgt, soll es bei Vista nicht mehr geben – Fehler in den ACPI-Tabellen haben also stärkere Auswirkungen als noch unter XP.
Wer bereits ein stromhungriges Vista-Notebook gekauft hat, muss die Hoffnung auf eine längere Akkulaufzeit aber noch nicht komplett aufgeben, denn womöglich verringert eine künftige BIOS-Version oder ein neuer Treiber den Energieverbrauch. Ein regelmäßiger Blick auf die Support-Webseite des Herstellers kann sich also lohnen.
Oberflächlich betrachtet
Die verschiedenen Bedienoberflächen von Vista haben keinen messbaren Einfluss auf die Laufzeit: Die Unterschiede zwischen Basis und Aero (egal ob ohne oder mit Transparenz-Effekten) betrugen nur wenige Minuten. Die verschiedenen Oberflächen hatten auch keinen Einfluss auf die Ergebnisse des Grafik-Benchmarks 3DMark; die Ergebnisse zeigten lediglich Differenzen im Rahmen der Messgenauigkeit.
Die in vielen Internetforen diskutierten Treiberprobleme unter Vista gelten wenig überraschend auch für Notebooks. So stellte das Acer Aspire 5051AWXMi einige 3D-Szenen des PCMark 05 kopfüber dar, während bei anderen Notebooks die Orientierung stimmte. Beide Asus-Notebooks begrüßen den Anwender bei jedem Neustart mit der Fehlermeldung, dass das Catalyst Control Center (ein Teil des Grafikkartentreibers von ATI) abgestürzt sei – wohlgemerkt handelt es sich bei diesen Vista-Installationen um den Auslieferungszustand, den der Hersteller seinen Kunden zumutet. Ein Treiberupdate von der Asus-Webseite behebt das Problem.
Die 3D-Benchmarks ermitteln bei einigen Notebooks geringere Leistungswerte als auf vergleichbarer Hardware unter Windows XP – teilweise fiel die Leistung um ein Drittel niedriger aus. Das Asus V1JP und die beiden Thinkpads von Lenovo zeigen, dass es auch anders geht: Sie erzielten unter Windows Vista höhere Werte als unter XP. Das neue Betriebssystem bremst Hardware also nicht grundsätzlich aus.
Bei Problemen mit den mitgelieferten Treibern ist der Nutzer auf den Support des Notebook-Herstellers angewiesen, denn anders als bei Desktop-Grafikkarten fehlt dem Notebook-Nutzer bei mobilen Grafikchips die Möglichkeit, die Treiber einzuspielen, die der Hersteller des Grafikchips auf seiner Webseite anbietet.
Kinderkrankheiten
Vistas Mobilitätscenter vereint den Zugriff auf etliche häufig genutzte Systemeinstellungen. Manche Notebook-Hersteller ergänzen das Center um Kacheln mit gerätespezifischen Optionen oder einem schnellen Zugriff auf digitale Handbücher.
Acers Aspire 7003WSMi meldete beim ersten Einschalten, dass Windows beim letzten Ausschalten nicht richtig heruntergefahren wurde. Vista bootete daran anschließend nicht in das übliche Setup, stattdessen kam sofort der Desktop – und Microsofts Systemtool Sysprep meldete, dass es das System jetzt gerne in den Auslieferungszustand versetzen würde. Lässt man das zu, sollte das Notebook den Kunden nach einem Neustart Login, Passwort und Hintergrundbild individuell einrichten lassen. Beim Aspire 7003WSMi funktioniert das allerdings nicht. Das Systemvorbereitungsprogramm nervt bei jedem Neustart, ohne dass man etwas dagegen tun kann.
Eine animierte Tour, die Acers Kunden die Hersteller-Tools näher bringt, lässt sich weder abbrechen noch beenden – es hilft nur ein Abschießen des zugehörigen Prozesses im Taskmanager. Im Unterschied zu Sysprep lässt sich die Tour wenigstens deinstallieren. Laut Acer handelt es sich um Fehler unseres Geräts, bei der Hotline hätten sich noch keine Käufer mit solchen Problemen gemeldet.
Fujitsu Siemens leistet sich beim Amilo Xi 1554 ebenfalls einen großen Lapsus: Im Auslieferungszustand ist die Benutzerkontensteuerung (UAC, User Access Control) deaktiviert, die den Nutzer eigentlich durch eine Meldung auf einem abgedunkelten Desktop warnen soll, wenn ein Programm auf systemnahe Einstellungen zugreift oder diese gar ändern will. Auch wenn die Benutzerkontensteuerung kein Allheilmittel gegen Viren und andere schädliche Software ist, so macht ihr Abschalten das System doch ein ganzes Stück unsicherer.
Apropos Viren: Allen Notebooks liegt ein Vista-tauglicher Virenscanner bei, im Testfeld handelt es sich meist um die gut in Vista integrierte Norton Internet Security Suite 2007. Wie bei Windows-XP-Notebooks ermöglicht die Lizenz der mitgelieferten Virenscanner nur Signatur-Updates innerhalb eines kurzen Zeitraums ab dem ersten Einschalten (je nach Notebook zwischen 30 und 90 Tage), danach wird der Nutzer erneut zur Kasse gebeten. Einen Test aktueller Virenscanner für Windows XP und Vista finden Sie in [3].
Upgrade & Neuinstallation
Einigen Notebooks liegt neben einer Recovery-DVD mit dem Original-Festplatten-Image noch eine Anytime-Upgrade-DVD bei. Letztere wird benötigt, wenn der Käufer das installierte Vista kostenpflichtig auf eine höherwertige Edition mit erweitertem Funktionsumfang verbessern will. Möglich sind Upgrades von Home Basic auf Home Premium oder Ultimate, von Home Premium auf Ultimate und von Business auf Ultimate. Dabei müssen zusätzliche Dateien und Programme nachinstalliert werden.
Bei der Anytime-Upgrade-DVD handelt es sich um einen bootbaren Vista-Datenträger, wie er auch den Systembuilder-, Update- oder Vollversion-Paketen beiliegt. Damit eignet sich die Scheibe auch für eine saubere Neuinstallation von Vista und der Kunde ist nicht zwangsläufig auf die Vorinstallation angewiesen. Wer eine solche Vista-Installation bei Microsoft aktiviert, benötigt dazu unbedingt ein Telefon: Über das Internet verweigert Windows die Aktivierung eines jeden OEM-Keys – solche stehen auf den an den Notebook aufgeklebten Echtheitszertifikaten.
Die Anytime-Upgrade-DVD lag bei unseren Tests Notebooks von Dell, Lenovo und Sony bei, den Geräten von Asus und Fujitsu Siemens sowie bei zwei der drei Acer-Notebooks fehlte sie. Laut den Herstellern hat dies mit anfänglichen Lieferschwierigkeiten zu tun, inzwischen soll jedem Notebook eine DVD beiliegen. Wer auf eine höherwertige Vista-Edition umsteigen will, kann zudem beim Online-Kauf einen Datenträger mitbestellen. Bei Fujitsu Siemens installiert schon die Recovery-DVD ein sauberes System, alle Softwarebeigaben und Treiber liegen einzeln auf weiteren Datenscheiben bei.
Fazit
Was lange währt, tut dem Kunden nicht immer gut: Im Laden gibt es inzwischen fast nur noch Notebooks mit Windows Vista. Fast alle Testgeräte zeigten zu kurze Laufzeiten; die Treiber und Vorinstallationen haben oftmals noch mit Kinderkrankheiten zu kämpfen.
Wer derzeit nicht unbedingt ein Notebook braucht, sollte also lieber noch etwas mit dem Kauf warten. Drängt die Anschaffung, kann man versuchen, unter den letzten XP-Notebooks fündig zu werden. Wer bereits zugeschlagen hat, der kann nur hoffen, dass die Hersteller nachbessern und auf ihren Webseiten BIOS- und Treiber-Updates anbieten werden.
Bei einer eigenen Installation von Windows XP ist zu beachten, dass dafür eine eigene Lizenz notwendig ist – nur ein mitgeliefertes Vista Business kann man bei Microsoft gegen eine Lizenz von XP Professional tauschen. Zudem sollte man vor der Installation prüfen, ob der Notebook-Hersteller überhaupt noch XP-Treiber für das jeweilige Gerät anbietet – das ist nicht selbstverständlich.
Trotz der Probleme zeigte sich während der Tests, dass man sich unerwartet schnell an Vista gewöhnt. Das Mobilitätscenter möchte man als zentrale Anlaufstelle für alle Konfigurationsaufgaben, die bei Notebooks typischerweise anfallen, nicht mehr missen. Auch gehen viele Änderungen, die Vista mit sich bringt – etwa das neue Bedienkonzept im Startmenü oder der überarbeitete Windows Explorer –, beim Arbeiten schnell in Fleisch und Blut über. (mue)
Literatur
| [1] Florian Müssig, Jörg Wirtgen, Günstige Mobile, Notebooks von 12 bis 17 Zoll unter 1000 Euro, c't 25/05, S. 130 |
| [2] Christof Windeck, Innenausbau, Ältere Rechner fit machen für Windows Vista, c't 5/07, S. 84 |
| [3] Dirk Knop, Die Leibwächter, 17 Virenscanner für Windows XP und Vista, c't 5/07, S. 142 |