Mobiler Callshop

Bis zu 90 Prozent der Kosten sollen Handy-Telefonierer mittels Call-by-Call-Diensten sparen. Doch das stimmt nur in seltenen Fällen.

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Lesezeit: 19 Min.
Von
  • Sven-Olaf Suhl

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Providerunabhängige Anbieter von preiswerten Mobiltelefonverbindungen versprechen bis zu 90 Prozent Kostenersparnis gegenüber den Tarifen des Netzbetreibers. Doch braucht es das passende Handy und eine spezielle Software, um diese Dienste nutzen zu können. Auch lässt sich längst nicht bei jedem Telefonat nennenswert sparen.

Nach dem Fall des Monopols der Deutschen Telekom 1998 begannen die Gesprächspreise im Festnetz rapide zu sinken. Mittels Call by Call (CbC) können Festnetzkunden der Telekom den jeweils günstigsten Anbieter selbst bestimmen oder die Auswahl einem Least Cost Router (LCR) überlassen, einem dem Telefon vorgeschalteten Kasten, der automatisch den gerade günstigsten CbC-Anbieter auswählt. Als Folge regulatorischer Auflagen muss jedoch nur die Deutsche Telekom CbC in ihrem Festnetz dulden – alternative Anbieter wie Arcor sind dazu ebenso wenig verpflichtet wie Mobilnetzbetreiber.

Bis heute klaffen die Preise zwischen Telefonaten im Festnetz und im Mobilfunk weit auseinander – insbesondere bei Auslandstelefonaten: So verlangt T-Mobile für Anrufe von Deutschland ins Ausland von Vertragskunden mindestens 69 Cent pro Minute; Prepaid-Kunden schröpft der Netzbetreiber länderunabhängig mit knapp zwei Euro pro Minute. Die Preise anderer Anbieter sind ähnlich überhöht.

Diese Preisdiskrepanz ruft Dienstleister auf den Plan, deren Angebote man als CbC für Mobilfunknetze umschreiben kann. Die Anbieter versprechen bei Handytelefonaten – insbesondere bei Auslandsverbindungen – deutlich niedrigere Preise als bei der Direktwahl über den Mobilfunkanbieter. Dabei setzen sie auf Call-through- oder Call-back-Verfahren (siehe Kasten Gesprächsvermittler auf der letzten Seite).

Besonders vier CbC-Anbieter versuchen, die Mobilfunkprovider zu unterbieten: Cellity und der Tarifjäger von Smart2talk liefern beide eine Least-Cost-Software, die entscheidet, ob die gewünschte Verbindung günstiger über den CbC-Anbieter oder direkt über den Netzbetreiber vermittelt wird. Bei den nur manuell bedienbaren CbC-Verfahren Goober Call und dem Mobile Plugin von Jajah muss man selbst entscheiden, ob der Umweg über den alternativen Anbieter lohnt. Die Portale Jajah und Smart2talk haben außerdem ergänzende Applikationen wie Web-basierte Telefonie im Programm.

Bei den CbC-Anbietern muss sich der Nutzer zunächst via Internet anmelden, eine Software herunterladen, auf seinem Handy installieren und einen Guthabenbetrag einzahlen, von dem der Dienstleister seine Gebühren für die Gesprächsvermittlung abbucht (Prepaid-Abrechnung). Aufladen lässt sich das Konto zum Beispiel per Kreditkarte oder Paypal. Der Vertrag mit dem Mobilfunkprovider besteht fort und damit auch die monatlichen Grundgebühren und die Kosten für Verbindungen über dessen Netz.

Sparen in Deutschland

Die Angebote bei nationalen Handyverbindungen besitzen nur wenig Sparpotenzial, das zudem von der Art des Mobilfunkvertrags abhängt. Am meisten profitieren Kunden mit älteren Verträgen, bei denen Minutenpreise für Inlands-Verbindungen mitunter bei rund 80 Cent liegen. Die LC-Applikationen von Cellity und Tarifjäger entscheiden vor jedem Rufaufbau, ob der CbC-Anbieter das Telefonat preiswerter vermitteln kann und stellen in dem Fall die Verbindung über eine Festnetznummer her. Cellity wählt zudem zwischen einem Einwahlknoten mit Ortsvorwahl und einer Toll-free-0800er-Nummer aus. Davon hängt ab, welchen Preis der Nutzer für die Verbindung insgesamt zahlt, zumal beim Netzbetreiber meist auch Gebühren für den Anruf zum Einwahlknoten mit Ortsvorwahl anfallen. Hat man jedoch eine Flatrate fürs Festnetz, wählt sich die Software stets über eine Frankfurter Vorwahl ein, und man zahlt nur den Minutenpreis für die Weiterleitung an den CbC-Anbieter.

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Eine Call-back-Verbindung fordert man über eine Internetverbindung an. Darauf ruft das Gateway des Call-back-Anbieters zurück und stellt die gewünschte Verbindung her, sobald man abhebt. Vergrößern

Zum Beispiel kosten bei der Flatrate Base 1, die ausschließlich Gespräche ins Festnetz abdeckt, Anrufe zu deutschen Mobilfunknetzen 25 Cent pro Minute. Die Festnetzeinwahl per Ortsvorwahl bei Cellity ist dank Flatrate aber kostenfrei. Für die Weiterverbindung zu einem deutschen Handy bucht Cellity pro Minute nur 15 Cent ab, was einer Ersparnis von 40 Prozent gegenüber der Direktwahl entspricht. Für die Einwahl per 0800er-Nummer berechnet Cellity dagegen einen satten Aufschlag von 19 Cent je Minute, zuzüglich des Entgelts für die Weiterverbindung, da der CbC-Anbieter einen Minutenpreis für die Annahme des Gesprächs an den Netzbetreiber abführen muss.

Die "Toll-free"-Variante lohnt etwa bei Altverträgen oder Verträgen mit einem bereits ausgeschöpften, monatlichen Minutenpaket. Beispielsweise enthält der Tarif Relax 100 XL von T-Mobile 100 Freiminuten je Monat für innerdeutsche Gespräche sowie eine Festnetz-Flatrate von 20 Uhr bis 7 Uhr und am Wochenende. T-Mobile verlangt in diesem Tarif ab der 101. Gesprächsminute werktags 39 Cent. Über Cellity zahlt man dagegen für Festnetz-Verbindungen nur 22 Cent pro Minute (19 Cent für die 0800er-Einwahl plus 3 Cent für die Weiterverbindung).

Innerhalb der Freizeit-Flatrate nutzen die Applikationen von Cellity und Tarifjäger für Verbindungen in andere Handynetze die Festnetz-Einwahl, und der Anruf kostet bei beiden insgesamt nur 15 Cent pro Minute. Der Tarifjäger kennt bei Call-through-Verbindungen keine 0800er-Einwahl, bietet aber auch Call-back mit einem zusätzlichen Minuten-Aufschlag von 15 Cent an: 30 Cent pro Minute lohnen sich im Beispiel immerhin noch, wenn das Minutenbudget des Relax-Tarifs aufgebraucht ist. Mit dem Jajah-Mobile-Plugin, das ausschließlich Call-back-Verbindungen herstellt, zahlt man 32 Cent pro Minute. Goober Call nutzt nur eine Festnetzeinwahl; mit Flatrate kostet dies 14,9 Cent je Minute.

Das größte Sparpotenzial bieten die CbC-Mobilfunkanbieter bei Telefonaten ins Ausland. Goober Call unterbietet die anderen Angebote bei Anrufen in ausländische Festnetze mit rund drei Cent pro Minute deutlich.

Für den Goober-Dienst spricht auch ein weiterer Vorteil: Wie bei Jajah lässt sich auch über den Goober-Call-Account per Internet eine beliebige Zahl von Mobilfunk- und Festnetzanschlüssen verwalten. Da der Goober-Server auch aus dem Festnetz erreichbar ist, stellt er eine interessante Alternative für Kunden von Telekom-Konkurrenten wie Citynetzen oder Arcor dar, die Call-by-Call sonst nicht zulassen.

Der US-amerikanische Anbieter Jajah ermöglicht es, weltweit Call-back-Anrufe auf einen frei wählbaren Telefonanschluss per Web-Frontend zu bestellen – auf Wunsch auch zeitversetzt. Als "Jajah Mobile Web" ist dieser Dienst seit einiger Zeit auch für Mobilfunkgeräte mit Webbrowser oder als Java-Midlet Mobile Plugin verfügbar, das ausschließlich Call-back-Anrufe auf das absendende Handy erlaubt. Weil die Verbindungspreise von Jajah häufig über dem Niveau der CbC-Konkurrenz liegen, ist der Einsatz innerhalb Deutschlands meist uninteressant.

Verbindungshelfer

Bevor man die Dienste der CbC-Anbieter in Anspruch nehmen kann, gilt es zunächst, die nötige Software auf dem Handy oder Smartphone zu installieren. Cellity bietet eine an Handytyp und Mobilfunkvertrag des Nutzers angepasste Software, deren Java-Variante für zahlreiche aktuelle Handymodelle verfügbar ist. Die Variante für Symbian OS eignet sich nur für Smartphones mit der Bedienoberfläche Series 60 2nd Edition wie die Nokia-Modelle N70 oder 3230. Seit kurzem stellt Cellity auch eine Software für Blackberrys bereit. Die Tarifjäger-Software gibt es ebenfalls für Java-Handys und Symbian-Smartphones. Jajahs Mobile Plugin taugt nur für Java-Geräte.

Besitzern von Smartphones mit Windows-Mobile-Betriebssystem (Versionen 2003, 5 und 6) bleibt als einziger CbC-Anbieter Goober Call, der seine Software ausschließlich für diese Geräte anbietet. Im Gegensatz zu Cellity und Tarifjäger gibt es von Goober Call und Jajah Mobile Plugin nur eine einheitliche Software-Variante ohne Least-Cost-Automatik. Der Kunde muss bei jedem Anruf selbst entscheiden, ob ein CbC-Anruf günstiger kommt.

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Bei einer Call-through-Verbindung wählt der Telefonkunde zuerst die Festnetznummer eines CbC-Einwahlknotens an. Der CbC-Anbieter leitet das Gespräch zu geringen Kosten weiter Vergrößern

Die LC-Software Tarifjäger von Smart2talk erlaubt sowohl Call-through- als auch Call-back-Verbindungen, wobei unterschiedliche Verbindungspreise anfallen. Bei der Java-Applikation ist Call-through voreingestellt – die gewünschte Nummer ruft man direkt aus dem Handytelefonbuch auf. Eine Call-back-Verbindung, die rund 15 Cent pro Minute mehr kostet, lässt sich nur manuell im Menü auswählen. Call-back lohnt in Deutschland nur, wenn der Handyvertrag Minutenpreise über 30 Cent vorsieht.

Die Symbian-Variante des Tarifjägers trifft die Entscheidung, ob eine Direktwahl, Call-through oder Call-back das größte Sparpotenzial bietet, dagegen automatisch. Sie ist nur für Handys mit der Nutzeroberfläche Series 60 2nd Edition erhältlich. Smart2talk kassiert bislang für seine Software als einziger Anbieter Lizenzgebühren: Nach Ablauf von 30 Tagen Testphase muss man einmalig 30 Euro für die Java- und 40 Euro für die Symbian-Variante zahlen. Ab Juli will Smart2talk diese Zusatzkosten für deutsche Kunden jedoch streichen.

Bevor man den Tarifjäger überhaupt einsetzen kann, gibt die Anmeldeprozedur speziell bei der Java-Applikation Rätsel auf: Das Programm verlangt etwa die Eingabe einer Länderkennung in der ungewöhnlichen Form "049" sowie eines "Auth.Code", der nötig ist, um SMS per Tarifjäger zu versenden und zunächst per GPRS-Datenverbindung bei Smart2talk angefordert werden muss. Eine Erläuterung dazu sucht man auf der unaufgeräumt wirkenden Website des Anbieters jedoch vergeblich. Bei der Symbian-Software ist das Eingabefeld immerhin mit "SMS Auth.Code" etwas deutlicher betitelt. Auch Cellity bietet SMS-Versand an, verlangt jedoch keine separate Authentifizierung.

Bei der Auswahl des eigenen Mobilfunktarifs gibt es bei Smart2talk ebenfalls Probleme: Der Dienst kennt nur aktuelle Flatrates, Fehler bei der manuellen Eingabe anderer Tarife können jedoch zu fehlerhaften Entscheidungen der LC-Software führen. Die Anmeldung und Kontenverwaltung über das Webportal von Cellity ist dagegen übersichtlich und kundenfreundlich: Unterstützte Handytypen sind mit Bild aufgelistet, nach Netzbetreiber geordnete Drop-down-Listen erleichtern die Auswahl der Tarifvarianten. Die an das Handymodell und den Vertrag angepasste Cellity-Software lässt sich ausschließlich über das Mobilfunknetz herunterladen, bei Altverträgen kommen schnell Download-Kosten von einem Euro und mehr zusammen.

Die gut bedienbare Goober-Call-Applikation ohne LCR erlaubt außer manueller Rufnummernwahl, wobei man stets die Ländervorwahl voranstellen muss, auch die Auswahl aus den Kontakten des Windows-Mobile-Geräts. Man kann sie aus dem Internet herunterladen und über ActiveSync auf dem Windows-Mobile-Smartphone installieren. Die Java-basierte Call-back-Anwendung "Mobile Plugin" von Jajah lässt sich ebenfalls über die Website beschaffen und einfach handhaben.

Telefonieren im Ausland

Nicht alle CbC-Angebote verbilligen auch das Telefonieren im Auslandsurlaub. Cellity und Goober sind beispielsweise nur für Kunden deutscher Mobilfunkprovider erhältlich. Cellity rät zudem ausdrücklich davon ab, seinen Dienst vom Ausland aus zu nutzen, da bei der Einwahl zum Vermittlungsrechner sonst hohe Roaming-Gebühren anfallen würden. Auch nach der Einführung der Obergrenzen für Roaming-Gebühren durch die EU (siehe EU-ropäisch telefonieren) wird sich der CbC-Einsatz auch im Ausland kaum lohnen.

Die Call-back-Option des Tarifjägers eröffnet Reisenden jedoch einen Weg, Roaming-Gebühren zu umgehen. Voraussetzung ist eine zusätzliche Prepaid-Karte aus dem Aufenthaltsland. Der Einsatz einer solchen Zweitkarte erspart zwar dem Angerufenen die Roaming-Kosten, doch sind Anrufe zu ausländischen Handys meist teurer als nationale Gespräche.

Der Tarifjäger-Dienst bietet den Service, zunächst die deutsche Handynummer des Kunden auf einen Tarifjäger-Verbindungsknoten mit deutscher Festnetznummer umzuleiten. Dies ist in vielen Handyverträgen kostenlos, und man bleibt unter der gewohnten Nummer erreichbar. Für die Weiterleitung eines Anrufs auf die Auslands-SIM zahlt der Reisende statt der Roaming-Kosten die Tarifjäger-Gebühren entsprechend einem Call-through von Deutschland ins Aufenthaltsland. Etwa in der Schweiz oder in Österreich sind dann knapp 30 Cent pro Minute fällig.

Der Goober-Dienst unterbietet andere Angebote bei den Anrufkosten in ausländische Festnetze deutlich. Die Einwahlknoten sind jedoch bis dato ausschließlich über deutsche Festnetznummern erreichbar.

Bei den Call-back-Diensten Jajah Mobile Web und dem Java Mobile Plugin fordert man den Rückruf per Internet an. Daher hängt der Einspareffekt maßgeblich von den Kosten ab, die für den Datentransfer anfallen. Wer Jajah Mobile Web zum Beispiel über ein WLAN-fähiges Gerät in einem kostengünstigen Hotspot einsetzen kann, ist gut bedient. Hingegen kann das Surfen in einem ausländischen Mobilfunknetz schnell ins Geld gehen. Die Tarife für das Daten-Roaming sollte man daher schon vor Reisebeginn sorgfältig prüfen: Zum Beispiel verlangt E-Plus für das Daten-Roaming zwischen 59 (EU-Staaten) und 99 Cent je angefangenem 50-KByte-Block. Auch hier ist die Anschaffung einer preiswerten Prepaid-Karte im Gastgeberland sinnvoll, um die Roaming-Kosten zu sparen.

Sparziel erreicht?

Das Einsparpotenzial von Mobilfunk-CbC hängt maßgeblich von den Vertragskonditionen und dem Telefonierverhalten jedes einzelnen Handynutzers ab. Am meisten profitieren diejenigen, die ihr Handy von Deutschland aus häufig für Telefonate ins Ausland nutzen. Dabei liegt die Ersparnis oft bei den beworbenen 90 Prozent. Die EU-Obergrenzen beziehen sich nur auf Handys mit SIM-Karten ausländischer Provider oder Telefonate aus dem Ausland. Call-through lässt sich idealerweise mit einer Festnetz-Flatrate kombinieren. Weil diese die Verbindungen zum Einwahlknoten umfasst, fallen lediglich die Kosten für die Weitervermittlung an.

Wer überwiegend von Deutschland aus in nationale Netze anrufen will, sollte vorher durchrechnen, ob der Aufwand lohnt, sich neben dem fußnotengespickten Mobilfunkvertrag noch mit einem zusätzlichen CbC-Angebot und einer speziellen Software herumzuschlagen. Immerhin funktionierten die Applikationen auf gängigen Handytypen wie Nokia 6230i oder N70 problemlos. CbC-Angebote ohne Lizenzgebühr eignen sich für diejenigen Nutzer, die die Zeit überbrücken wollen, bis ihr alter, ungünstiger Tarif ausläuft oder für solche, die nur gelegentlich ihr Minutenbudget überziehen. Wer hingegen einen Discount-Tarif wie Simply oder Aldi Talk besitzt, kann sich die ganze Rechnerei sparen: Dort zahlt man für Direktverbindungen in alle deutschen Netze rund um die Uhr meist nur 14 Cent pro Minute.

Roaming-Gebühren mit Hilfe von CbC ohne eine SIM-Karte des jeweiligen Landes einzusparen, lohnt meist nicht. Waren Vielreisende früher an den mit Aufklebern der Airlines übersäten Koffern zu erkennen, müssten sie heute eine Handvoll SIM-Karten und einen Stapel Tarifinformationen mit sich herumtragen – oder auf eine international nutzbare Prepaid-Karte ausweichen (siehe ebenfalls EU-ropäisch telefonieren). Wer nur ab und zu verreist, kommt mit den Roaming-Optionen der Netzbetreiber entspannter ans Sparziel. Schon heute bieten sie Telefonate in EU-Ländern ab 25 Cent pro Minute an; nicht nur wegen der beschlossenen Roaming-Obergrenzen dürften die Preise eher noch sinken. (rop)


Call-by-Call-Dienste fĂĽrs Handy
DienstCellityGoober CallJajah Mobile PluginTarifjäger
Verfügbarkeitdeutschlandweit, alle deutschen Mobilfunkverträgedeutschlandweit, alle deutschen Mobilfunkverträgeinternational, SIM-Karte des Gastgeberlandes sinnvollinternational, SIM-Karte des Gastgeberlandes sinnvoll
Software / unterstützte EndgeräteJava J2ME, Symbian OS, BlackBerryWindows Mobile (2003, 5.0, 6.0)Java J2MEJava J2ME, Symbian OS
Software-QuellenInternet (nur via Mobilfunk (*1))Internet, Mobilfunknetz (*1)Internet, Mobilfunknetz (*1)Internet, Mobilfunknetz (*1)
Verbindungs- verfahrenCall-through ĂĽber Ortsvorwahl oder 0800er-NummerCall-through ĂĽber OrtsvorwahlCall-back- Anforderung via GPRS- Datenverbindung (*1) oder per InternetCall-through ĂĽber Ortsvorwahl, Call-back- Anforderung via GPRS (*1)
einmalige KostenkeinekeinekeineLizenzkosten Software (30 Tage frei) Java 29,95 EUR, Symbian OS 39,95 EUR
SMS-Versand9 ct (deutsche Mobilfunknetze), 7 ct (Cellity-Kunden)--8,9 ct (deutsche Mobilfunknetze), 3 ct (Tarifjäger-Nutzer), 12,5 ct (Ausland)
Guthaben- aufladungKreditkarte, PaypalKreditkarteKreditkarte, Paysafecard, BankĂĽberweisungPaypal, Firstgate, Paysafecard
*1 zuzüglich GPRS-/UMTS-Verbindungskosten   v vorhanden   – nicht vorhanden
Weitere Anbieter sind Kisstel und Sparruf


Gesprächsvermittler
Call-by-Call-Anbieter setzen darauf, die Gespräche über möglichst preisgünstige Alternativ-Verbindungen zu routen – nach dem Motto: Wir verdienen, wenn der Kunde spart. Weil die Netzbetreiber jedoch nicht verpflichtet sind, Drittfirmen in ihre Netze zu lassen, müssen sich mobile CbC-Anbieter einiges einfallen lassen.

Call-through

Ein Ausweg ist, mittels einer Handysoftware zunächst eine preiswerte Verbindung zu einem Einwahlknoten im Festnetz aufzubauen. Ferner muss die Applikation der Vermittlungsstelle das eigentliche Gesprächsziel in Form einer Rufnummer mitteilen. Am elegantesten geschieht dies über den Signalisierungskanal des Mobilfunknetzes: Die Applikation baut in die Rufnummer, mit der es bei der CbC-Vermittlung anklingelt, die Information über das Gesprächsziel gleich mit ein.

Dazu hängen die Handyapplikationen bei der Einwahl das in die Zeichen p und # eingeschlossene Anrufziel an die Rufnummer des Einwahlknotens an. Für den Nutzer wirkt der Call-through wie ein herkömmliches Telefonat; Gesprächskosten fallen erst an, wenn der gewünschte Gesprächspartner abhebt. Dann ticken allerdings gleich zwei Gebührenzähler: zum einen der des Mobilfunkanbieters für den Anruf zum Einwahlknoten, zum anderen der für die Weiterverbindung durch den CbC-Dienstleister.

Wie lange das Call-through-Verfahren eine preiswerte Alternative darstellt, hängt davon ab, ob und wie lange sich die Mobilfunkanbieter das "Durchhupen" eines Gesprächswunsches gefallen lassen – schließlich verdienen sie am CbC-Kunden weniger als bei einer Direktwahl. Immerhin preist die E-Plus-Tochter Simyo das Einsparpotenzial via Cellity für internationale Telefonate. Britische Mobilfunkanbieter haben jedoch ihre Gebühren für die Einwahl zu CbC-Knoten bereits stark erhöht oder aus den Flatrates herausgenommen und damit den Zorn von Ausländern auf sich gezogen, für die sich Call-by-Call-Anrufe in ihr Heimatland erheblich verteuerten.

Call-back

Beim Call-back gehen die Handyapplikationen andere Wege: Sie übertragen den Verbindungswunsch inklusive Rufnummer als Datenpaket übers Internet an die CbC-Vermittlung. Einige Sekunden später ruft die Vermittlungsstelle beim Kunden, der den Call-back bestellt hat, zurück. Erst wenn dieser abhebt, klingelt es beim Gesprächsziel. Leitungskosten fallen erst an, wenn sich am anderen Ende jemand meldet.

Zwar übertragen die CbC-Programme auf dem Handy bei einer Call-back-Anforderung nur wenige Bytes, doch gibt es immer noch Prepaid-Karten, bei denen ein angefangener 10-KByte-Block 20 Cent und mehr kostet. Im Ausland kommen Gebühren fürs Daten-Roaming hinzu, sodass man schon für die Anforderung der Call-back-Verbindung mitunter einen Euro und mehr zahlt. Wer öfter in ein bestimmtes Land reist, besorgt sich besser eine günstige Prepaid-Karte eines einheimischen Anbieters, um Roaming-Kosten zu umgehen. Die Anforderung eines Call-back muss allerdings nicht von dem Gerät aus erfolgen, auf das der Rückruf bestellt wird. Viele Anbieter bieten ein Internet-Portal, über das man Rückrufe auf eine beliebige Rufnummer bestellen kann – auf Wunsch auch zeitversetzt.