Highspeed-Surfer

Der UMTS-Turbo HSDPA beschleunigt das mobile Surfen auf Festnetz-ähnliche Datenraten. Nach den Modemkarten fürs Notebook rüsten die Hersteller immer mehr Multimedia-Handys und Smartphones mit dem schnellen Datendienst aus.

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Der UMTS-Turbo HSDPA beschleunigt das mobile Surfen mit maximal 3,6 MBit/s auf Datenraten, die bislang dem Festnetzanschluss vorbehalten waren. Nach den Modemkarten fĂĽrs Notebook rĂĽsten die Hersteller immer mehr Multimedia-Handys und Smartphones mit dem schnellen Datendienst aus. Wer damit nur telefoniert, ist selbst schuld.

Um die Fähigkeiten moderner Mobiltelefone auszunutzen, ist die Internetverbindung mittlerweile unverzichtbar: Die integrierten Browser holen Webseiten aufs Display und empfangen Nachrichten per Videostream, und per mobilem E-Mail-Client hat man seine elektronischen Briefkästen immer im Blick. Die Organizer der Mobilgeräte gleichen Adressbücher und Termine per Internet mit SyncML-Servern ab, Musikfans laden die Hits der Musik-Onlineshops, Blogger aktualisieren ihre Seiten mit per Handy erstellten Fotos und Videoclips.

Seit dem für Daten optimierten UMTS-Mobilfunk sind auch größere Datenmengen ruckzuck im Speicher der mobilen Vielkönner. Auch bei den Datentarifen hat sich einiges getan: Bei neuen Handy-Verträgen rechnen manche Provider nach Minuten ab – mit dem UMTS-Turbo HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) empfängt man in einer Zeiteinheit 15 MByte und mehr. Selbst bezahlbare Flatrates für rund 40 Euro pro Monat sind erhältlich [1].

Ausnutzen lässt sich der UMTS-Beschleuniger nicht nur mit speziellen Modem-Karten fürs Notebook, sondern auch mit einigen aktuellen Handys und Smartphones. Wir haben sieben schnelle Daten-Telefone getestet und deren vielfältige Funktionen unter die Lupe genommen. Sie lassen sich auch als Funkmodems an Notebooks einsetzen. Zur Handy-Fraktion gehören die Motorola-Klappmodelle V6 maxx im Razr-Design und das schlankere K3 Krzr (sprich Kräiser) sowie das 13 Millimeter dünne Schiebehandy SGH-U700 aus Samsungs Ultra-II-Serie.

Mit Symbian OS und der S60-3rd-Edition-Bedienoberfläche arbeiten die Nokia-Smartphones 6120 Classic und 6110 Navigator sowie der neue E90 Communicator (siehe auch [2]), der aufgeklappt mit Qwertz-Tastatur und einem für Handys riesigen Display eher an ein winziges Notebook erinnert. Das Betriebssystem Windows-Mobile-5-Smartphone des Toshiba Portégé G500 ist mittlerweile veraltet, seit Frühjahr 2007 gibt es schon Modelle mit Microsofts aktueller Version 6.

Taschen-DSL

Mit dem Dienst HSDPA macht das Funknetz sogar dem DSL-Festnetz-Anschluss daheim Konkurrenz (siehe [3]). Die Mobiltelefone im Test lassen sich via USB-Kabel oder Bluetooth mit einem Notebook verbinden und als Funkmodem nutzen. Im UMTS/HSDPA-Netz empfangen sie netto maximal 2,9 MBit/s – 20 Prozent sollte man von den Brutto-Angaben wegen des Protokoll-Overheads abziehen – und senden bis zu 384 KBit/s. Mit HSUPA soll künftig auch die Senderichtung auf 1,4 MBit/s beschleunigt werden, doch gibt es dafür bislang nur eine Notebook-Datenkarte.

Will man die hohen Datenraten von HSDPA voll ausnutzen, ist Bluetooth zu langsam, weshalb man zum USB-Kabel greifen sollte. Im Test empfing das Toshiba G500 via USB-Kabel rund 244 KByte/s, per Bluetooth lag der Durchsatz mit knapp 70 KByte/s erheblich niedriger. Selbst das Nokia-Modell 6120 Classic mit schnellerem EDR-Bluetooth schaufelte nur rund 145 KByte/s aufs Notebook, via USB-Kabel dagegen knapp 280 KByte/s.

Fehlt die Verbindung zum UMTS-Netz, nutzen die Handys automatisch das herkömmliche GSM-Netz und den langsamen Datendienst GPRS (maximal 53,6 kBit/s). Mit EDGE gibt es jedoch auch dafür eine Beschleunigertechnik: Aus GPRS wird damit EGPRS (Enhanced General Packet Radio Service), der bis zu 238 kBit/s überträgt. Flächendeckend steht EGPRS nur im T-Mobile-Netz bereit. Der Netzbetreiber rüstet GSM weiter aus und will künftig auch in Senderichtung über 200 kBit/s anbieten (Multislot-Klasse 12), was die hohen Durchsätze im Test erklärt (siehe FTP-Durchsätze EGPRS). Vodafone baut EGPRS zurzeit noch aus – allerdings nur in ländlichen Gebieten ohne UMTS. Die Konkurrenten E-Plus und O2 belassen es im GSM-Netz bei GPRS.

Die Durchsätze haben wir über den FTP-Transfer verschieden großer Testdateien gemessen. Wegen des Verbindungs-Managements der Netze – die volle Übertragungsrate steht erst zwei bis vier Sekunden nach Start der Übertragung bereit – erreicht man bei großen Dateien höhere Durchsätze als bei kleineren. Für HSDPA nutzten wir das Vodafone-Netz, für EGPRS das T-Mobile-Netz und für HSCSD das Netz von E-Plus.

Universalisten

Die Hersteller bauen HSDPA zunächst nur in hochwertige Mittel- und Oberklasse-Modelle ein, die großzügig mit Organizer- und Multimedia-Funktionen ausgestattet sind. Beim Telefonieren liefern alle Geräte im Test eine gute Sprachqualität und verfügen über eine brauchbare Freisprechfunktion.

In puncto Organizer-Funktionen setzen sich die Smartphones grundsätzlich von den normalen Handys mit proprietärer Firmware ab. Zwar bieten auch die Testgeräte von Motorola und Samsung etwa im Adressbuch eine große Auswahl an Feldern pro Namen, doch sind diese in der Länge beschränkt. So nimmt etwa das Notizenfeld im Telefonbuch des SGH-U700 maximal 100 Zeichen an, das der Symbian-Smartphones ist nur durch den verfügbaren Speicher begrenzt. Eine PC-Software für Windows, die die Organizerdaten mit Outlook abgleicht und Zugriff auf den Handy-Speicher gewährt, liefern alle Hersteller mit.

MP3-Musik spielen alle Testgeräte ab, ebenso die Audio-Formate AAC, M4A und WMA, letzteres auch mit DRM. Nur die Motorolas meldeten bei der DRM-Datei nicht erkennbare Informationen und boten an, die Datei zu löschen. Das Toshiba G500 besitzt einen Slot für miniSDs, alle anderen Mobiltelefone akzeptieren die kleinere, bis zu zwei GByte fassende microSD-Speicherkarte; das Motorola V6 erkannte allerdings nur maximal ein GByte.

Zusätzlich zur Megapixel-Kamera auf der Rückseite oder – bei den Motorola-Handys – auf dem Klappdeckel gibt es jeweils eine Zweitkamera für Videotelefonate über oder – bei Motorola – unter dem Hauptdisplay. Bis auf die des E90 Communicator lassen sich alle auch für Selbstportraits nutzen. Für Fotos und Videoclips haben die meisten Testhandys eine Kamera mit zwei Megapixeln. Der Nokia E90 Communicator und Samsungs U700 sind jeweils mit einer 3,2-Megapixelkamera und Autofokus-Objektiv ausgestattet und lieferten die besten Bilder. Der Communicator setzt sich mit scharfen und ruckelfreien Videos in VGA-Auflösung von den anderen Modellen ab, die beim Video-Aufzeichnen meist maximal QCIF-Auflösung (176 × 144 Pixel) bieten – das reicht nur für MMS-Nachrichten. Die beiden anderen Nokias kennen immerhin QVGA (320 × 240), was der Display-Auflösung der Smartphones entspricht.

Motorola K3

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Motorola K3

Das schwere Krzr K3 liegt mit seinem robusten Metallgehäuse gut in der Hand, die typische flache Metall-Tastatur lässt sich dank deutlichen Druckpunkten sicher bedienen. Das sonst gute Display bereitet im direkten Sonnenlicht Probleme beim Ablesen, auch fallen Fingerabdrücke unangenehm auf. Zum Wechseln der Speicherkarte kann das Handy eingeschaltet bleiben, doch muss man die Akkuklappe entfernen. Gefallen hat uns die lange Akkulaufzeit.

Im Telefonbuch finden pro Namenseintrag auch mehrere Postadressen und ein Geburtstagsdatum Platz, die Sprachwahl funktioniert ohne vorherige Aufnahme der Befehle, doch muss man sie vorher auf die Stimme des Nutzers trainieren. Dem Kalender fehlt eine eigenständige Aufgabenliste.

Auf den Start der Kamerafunktion wartet man sieben Sekunden lang. Beim Fotografieren hat man schnell den eigenen Finger im Sucher. Das K3 liefert unscharfe Fotos mit flauen Farben und deutlichen Artefakten an Kanten. Die Qualität der Bilder reicht nur für MMS-Nachrichten, ebenso die der unscharfen, kleinformatigen Videos. Über das mitgelieferte Headset klingt Musik gut mit kräftigen Bässen, eigene Kopfhörer lassen sich an die Mini-USB-Buchse nicht ohne Weiteres anschließen. Das AAC-Format erkennt der Player nicht.

Beim Bedienen drückt man oft versehentlich die Browsertaste unter dem Steuerkreuz, worauf das Handy auch aus den Anwendungen heraus jederzeit und ohne Nachfrage eine Internetverbindung aufbaut. Als HSDPA-Funkmodem macht das K3 eine gute Figur, via EGPRS nutzt es in Senderichtung nur zwei Kanäle, obwohl es als Klasse-12-Gerät bis zu vier bündeln sollte, was im Test zu geringeren Durchsätzen in Senderichtung führte. Zudem kam es beim Senden der 500-KByte-Datei wiederholt zu Verbindungsabbrüchen.

Motorola V6 maxx

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Motorola V6 maxx

Das V6 maxx im schon klassischen Razr-Format ist deutlich breiter als das schlanke K3, statt Metall hat es ein stabiles Kunststoffgehäuse mit gut bedienbaren, breiten Tasten. Bei Sonnenlicht lässt sich das Display schlecht ablesen. Will man die über einen Plastikhaken gesicherte microSD-Karte unter der Akkuklappe wechseln, riskiert man eingerissene Fingernägel; besser man hat einen kleinen Schraubenzieher dabei.

Die Organizerfunktionen, Browser und Multimedia-Funktionen entsprechen denen des K3, nur die Weltzeituhr fehlt. Die Kamera des V6 maxx liegt im Greifbereich der Finger, was beim Knipsen nervt. Das Razr-Handy produziert deutlich schärfere Bilder mit kräftigeren Farben, doch fallen einige Artefakte auf – für gelegentliche Schnappschüsse reicht es. Die Videoclips sind zu klein und zu unscharf. Beim Musikhören über das mäßige Headset störte bei einigen Teststücken ein vernehmbares Schwanken der Lautstärke.

Auch hier fällt die nur für die Provider günstig platzierte Browsertaste negativ auf, da man sie oft ungewollt betätigt. Als Funkmodem lieferte das V6 maxx ansehnliche Durchsätze und stabile Verbindungen.

Nokia 6110 Navigator

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Nokia 6110 Navigator

Mit dem 6110 Navigator hat Nokia ein sehr handliches GPS-Smartphone mit robustem Plastikgehäuse im Programm, das sich über die engstehenden, aber breiten Tasten gut bedienen lässt. In der Sonne blenden heftige Spiegelungen des Metallrahmens um das sonst gut lesbare, aber kratzempfindliche Display. Der microSD-Slot an der Seite ist bequem erreichbar, die Kamera durch einen Schieber vor Schmutz geschützt.

Als Navigations-Software setzt Nokia Route 66 von Navteq ein. Der GPS-Chip braucht mit zwei bis drei Minuten recht lange zur ersten Standortbestimmung. Für die Zieleingabe steht nur die Wähltastatur bereit – versierte SMS-Tipper sind klar im Vorteil. Routen berechnet der 6110 Navigator zügig, die Sprachausgabe ist klar und deutlich und auch bei laufendem Autoradio noch gut zu hören. Abbiegeanweisungen kommen früh, Hinweise zum Spurwechsel liefert die Navi-Software aber nicht. Mit unübersichtlichen Kreuzungen hat die Software keine Probleme.

Die Organizer-Funktionen der aktuellen Symbian-Smartphones brauchen sich vor denen eines PDA nicht zu verstecken: Mit dem umfangreichen Adressbuch, dem Terminkalender mit Aufgabenliste, einer brauchbaren sprecherunabhängigen Sprachsteuerung sowie Zusatzanwendungen wie Reader für Office-Dateien und PDF-Dokumente ist der Navigator gut bestückt. Selbst eine Sprachausgabe etwa zum Vorlesen von SMS hat Nokia integriert.

Die 2-Megapixel-Kamera knipst nur mäßig scharfe Bilder mit deutlichem Rotstich. Auch stören kräftiges Bildrauschen und einige Artefakte an Kanten. Videos nimmt das Smartphone mit QVGA-Auflösung auf und gibt sie ohne Geruckel mit guter Schärfe wieder. Der Sound über das Headset mit 2,5-mm-Klinkenbuchse klingt akzeptabel, doch fällt ein deutliches Grundrauschen auf. Zum Klangregeln gibt es einen 5-Band-Equalizer mit Presets.

Mit dem überarbeiteten Webbrowser der aktuellen S60-Oberfläche macht mobiles Surfen dank verschiedener Ansichten und Grob-Übersichten der Webseiten sowie einer Verlaufsanzeige mit Mini-Bildern richtig Spaß. Als Funkmodem setzt sich der 6110 Navigator an die Spitze des Testfeldes und knackte bei HSDPA-Einzelmessungen die 300-KByte/s-Marke. Bei dem veralteten HSCSD-Dienst produzierte es in Senderichtung Übertragungsfehler – für die meisten Anwender wohl verschmerzbar.

Nokia 6120 Classic

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Nokia 6120 classic

Smartphones müssen nicht groß und teuer sein. Das beweist Nokia mit dem knapp 90 Gramm leichten 6120 Classic, das sogar kleiner als viele normale Handys ausfällt. Doch die engstehenden Tasten lassen sich nur mit schmalen Fingern gut bedienen. Negativ fällt die knappe Akkulaufzeit auf – für einen größeren Akku fehlte augenscheinlich der Platz. Das transflektive Display bleibt auch in der Sonne noch gut lesbar. An den seitlichen microSD-Slot kommt man problemlos heran.

Die Software-Ausstattung entspricht – bis aufs Navigationssystem – der des 6110 Navigator. Ein Schutz für die Kameralinse fehlt. Die Fotos machen mit guten Kontrasten einen etwas besseren Eindruck als die des 6110, doch stören auch hier Bildrauschen und mäßige Schärfe. Aufgenommene Videoclips ruckelten bei der Wiedergabe etwas, auch fielen Bildartefakte bei Bewegungen auf. Wie beim Navigator rauschte die Musikwiedergabe über das Headset etwas. Beim Einsatz als Funkmodem gab sich das 6120 Classic keine Blöße und lieferte im Schnitt ähnlich hohe Durchsätze wie der Navigator.

Nokia E90

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Nokia E90 Communicator

Beim E90 Communicator, dem jüngsten Spross einer der ältesten Smartphone-Baureihen, hat Nokia ganze Arbeit geleistet. Schon das Gehäuse des längs aufklappbaren, 216 Gramm schweren Super-Handys überzeugt mit robuster, wertiger Mechanik. So besitzt es Zweigelenk-Scharniere, mit denen man das Telefon nicht nur wie ein Notebook aufklappen kann, sondern sogar um volle 180 Grad.

Das mit 220 dpi sehr hochauflösende Display lässt sich sowohl im Dunklen als auch im Sonnenlicht gut ablesen, was ebenso für das QVGA-Außendisplay gilt. Über die Qwertz-Tastatur gibt man zügig auch längere Texte ein – allerdings nicht mit Zehn-Finger-System. Bei breiten Tasten wie der Leertaste oder Return fühlt man den Druckpunkt nur schwach. Zur reichhaltigen Ausstattung des E90 gehören WLAN und GPS – und endlich auch ein Vibrationsalarm, der früheren Communicator-Modellen fehlte.

Im E90 kommt statt der bisherigen Communicator-Oberfläche Series 80 die verbreitete S60-Plattform zum Einsatz. Sämtliche Anwendungen laufen auch auf dem Außendisplay ab. Die Organizerfunktionen gleichen denen der anderen Symbian-Handys im Test. Zusätzlich gibt es einen Manager für Arbeitsgruppen, einen Barcode-Scanner, den QuickOffice-Viewer für Office-Dokumente und "Aktive Notizen", denen man auch Bilder, Videos, Sounds und andere Dateien zuordnen kann.

Für die Routenplanung mit Sprachausgabe muss man bei Nokia Tages- oder Jahreslizenzen erwerben, die nötigen Karten lädt der Communicator aus dem Internet [4]. Die vorinstallierte Navi-Software Maps dient nur als Orientierungshilfe. Die Routenführung klappt gut mit verständlicher Sprachausgabe; wie beim 6110 Navigator braucht die Suche nach GPS-Satelliten recht lange, andere GPS-Chipsätze erledigen das deutlich schneller.

Zum Fotografieren und Filmen nutzt man die 3,2-Megapixelkamera mit Autofokus auf der Rückseite, der jedoch ein Linsenschutz fehlt. Der Auslöser an der Seite ist fummelig, eine Fokussier-Position fühlt man nicht, sodass die Kamera nach dem Scharfstellen, was etwa zwei Sekunden dauert, meist gleich auslöst. Die einigermaßen scharfen Bilder – die besten im Testfeld – zeigen gute Farben, aber etwas Bildrauschen und reichen auch für kleinformatige Abzüge. Die Wiedergabe der scharfen und flüssigen VGA-Videos sieht auch auf dem PC-Monitor gut aus. Für Unterhaltung unterwegs sorgen der MP3-Player, der alle wichtigen Formate abspielt, und ein UKW-Radio. Der Sound über das Headset klingt etwas höhenarm, was sich aber über den 8-Band-Klangregler ausgleichen lässt.

Zum Surfen eignet sich der E90 Communicator dank des riesigen Innendisplays, das eine Webseite in voller Breite darstellt, gut. Für die Verbindung zu Notebooks stehen nicht nur USB, Bluetooth und WLAN zur Verfügung, sondern auch ein IrDA-Port, den die Handy-Hersteller zunehmend weglassen. Als Funkmodem glänzt der Communicator mit guten Durchsätzen.

Samsung SGH-U700

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Samsung SGH-U700

Das Schiebe-Handy SGH-U700 aus Samsungs Ultra-II-Edition fällt wegen des verspiegelten Displays, das im Hellen nur schlecht lesbar ist, unangenehm auf. Die breiten Wähltasten besitzen einen deutlichen Druckpunkt, die als Sensortasten ausgelegten Funktionstasten bieten nur eine akustische Rückmeldung. Das runde Steuerelement dient nicht nur als Steuerkreuz, sondern auch als leichtgängiges Scrollrad, mit dem sich Menüs schnell durchsuchen lassen. Ein Druck auf die Mitteltaste ruft im Standby den Browser auf, der aber nachfragt, bevor er eine Online-Verbindung herstellt – vorbildlich.

Das eigentlich eher Multimedia-Fans ansprechende Designer-Handy stellt auch gute Organizerfunktionen bereit: Dem umfangreichen Adressbuch fehlt nur eine Sprachwahl, auĂźer dem Kalender gibt es eine brauchbare Aufgabenliste. Die 3,2-Megapixel-Kamera sitzt auf der RĂĽckseite des Displayteils und verschwindet beim SchlieĂźen hinter dem Tastaturteil des Schiebehandys.

Dank Autofokus, der mit rund 1,5 Sekunden für ein Fotohandy recht schnell arbeitet, liefert die Kamera scharfe Bilder mit brauchbarem Kontrast und kräftigen Farben. Bei schwachem Licht stört jedoch extremes Bildrauschen, das durch starke Nachfilterung zu verwaschenen Fotos führt. Als Schnappschusskamera für sonnige Tage reicht das U700. Videos nimmt es nur in QCIF-Auflösung auf und gibt sie ruckelfrei, aber unscharf wieder. Musik klingt über das Headset bassarm, wegen des proprietären Steckers lassen sich bessere Kopfhörer nicht ohne Weiteres anschließen. Eine Klangregelung fehlt dem sonst flexiblen Mediaplayer. Das U700 besitzt auch einen AV-Ausgang, doch fehlt ein passendes Kabel.

Über den Browser von NetFront nimmt man Verbindung zum Web auf, große Seiten passt er auf Wunsch an das kleine Display an. Als Funkmodem am Notebook lieferte das SGH-U700 im Vergleich nur mäßige HSDPA-Durchsätze, empfing die Testdateien aber immer noch sechsmal schneller als ein normales UMTS-Handy. Via EGPRS im GSM-Netz erreichte es die höchsten Durchsätze im Test.

Toshiba Portégé G500

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Toshiba Portégé G500

Als bislang einziges Windows-Mobile-Smartphone nutzt das Portégé G500 HSDPA zum schnellen Surfen. Das mit 23 mm recht dicke Schiebe-Handy liegt gut in der Hand und lässt sich über die großen Tasten sicher bedienen. Für helles Umgebungslicht ist das Display zu dunkel. Zum Wechseln der miniSD-Karte muss man den Akkufachdeckel entfernen. Das Smartphone besitzt einen Fingerabdruck-Sensor, den Toshiba unpraktisch hinter dem Displayteil untergebracht hat. Er eignet sich jedoch nur zum Starten von Anwendungen per Fingerscan, außerdem kann man damit den Menücursor steuern.

Das Window-Mobile-5-Betriebssystem ist mittlerweile veraltet. Bei der Bedienung nervten die Trägheit und das unübersichtliche, verschachtelte Hauptmenü. Das aktuelle Windows Mobile 6 bietet ein übersichtlicheres Menü. Dank der umfangreichen Outlook-ähnlichen PIM-Funktion taugt das G500 gut als mobiler Organizer. Statt des Mobile Office der Pocket PCs gibt es nur einen Betrachter für Office-Dateien (Picsel-Viewer). Ein Taskmanager zum Beenden von laufenden Anwendungen fehlt.

Der in Fingerreichweite untergebrachten 2-Megapixel-Kamera fehlt ein Linsenschutz. Sie knipst mäßig scharfe Fotos mit kräftigen Farben, aber stark überhöhten Kontrasten. Für einfache Schnappschüsse reicht die Qualität. Videos nimmt das Smartphone nur maximal 15 Sekunden lang auf. Sie ruckeln bei der Wiedergabe heftig und zeigen bei Bewegung extreme Klötzchen-Artefakte. Trotz QVGA-Auflösung sind sie allenfalls für den MMS-Versand zu gebrauchen. Als MP3-Player, der alle verbreiteten Formate abspielt, gefällt das G500 besser. Das mitgelieferte Headset liefert brauchbaren Klang; über eine 3,5-mm-Klinkenbuchse am Mikrofon-Teil kann man eigene Kopfhörer anschließen. Mediendateien auf der Wechselkarte werden meist nicht automatisch erkannt, man muss sich jedes Mal durch verschiedene Menüs tasten, um etwa ein MP3-Stück in einem Unterverzeichnis zu öffnen.

Mit dem Internet Explorer und dem Opera-8-Browser stehen gleich zwei HTML-fähige WWW-Anwendungen zur Auswahl. Per WLAN verbindet sich das Portégé G500 auch mit Hotspots. Internetverbindungen reicht das UMTS-Smartphone nicht wie üblich per DFÜ an Notebooks weiter, sondern bietet eine PAN-Verbindung (Personal Area Network) an, was nicht nur über Bluetooth, sondern auch per USB-Kabel, nicht jedoch via WLAN funktioniert. Dazu muss man das Programm Internetfreigabe auf dem Handy starten. In puncto HSDPA-Durchsatz liegt das G500 knapp hinter dem Samsung-Handy.

Fazit

Alle HSDPA-Handys im Test nutzen den schnellen Internetzugang nicht nur für eigene Anwendungen, sie geben ihn auch anstandslos an Notebooks weiter. Zudem bieten die Mobiltelefone eine große Funktionsvielfalt. Die Klapp-Handys von Motorola gefallen mit guter Verarbeitung und langer Akkulaufzeit, bleiben in den Disziplinen Organizer und Multimedia jedoch hinter den Konkurrenten zurück. Das Samsung SGH-U700 besticht nicht nur im Design, auch die rundum gute Software-Ausstattung gefällt. Für den Einsatz an sonnigen Tagen spiegelt das Display jedoch zu stark.


Technische Daten
Die technischen Daten der hier vorgestellten Handys listet unsere Handy-Galerie:

  • Motorola K3
  • Motorola V6 maxx
  • Nokia 6110 Navigator
  • Nokia 6120 classic
  • Nokia E90 Communicator
  • Samsung SGH-U700
  • Toshiba PortĂ©gĂ© G500

Einen direkten Vergleich der Geräte bietet unsere Vergleichsfunktion. Wenn Sie bereits Handys über die Funktion "vormerken" ausgewählt haben, werden diese ebenfalls in die Gegenüberstellung aufgenommen.

Wer auf flexible Organizer-Funktionen und Erweiterbarkeit mit weiteren Programmen Wert legt, sollte zu einem Smartphone mit Mobil-Betriebssystemen wie Symbian OS oder Windows Mobile greifen. Mit dem 6120 Classic bietet Nokia ein sehr handliches Organizer-Handy, das zudem mit 280 Euro sehr preiswert ist. Der ebenfalls kompakte 6110 Navigator gehört zu den ersten Handys mit brauchbarem Navigationssystem. Der edle – und teure – E90 Communicator gehört wie seine Vorgänger in die Kategorie mobiles Büro und ist eher etwas für den professionellen Einsatz. Toshibas Windows-Mobile-Gerät überzeugt mit dem alten Betriebssystem und der langsamen Oberfläche weniger, der Fingerabdruck-Leser macht keinen ausgereiften Eindruck.

Der UMTS-Dienst HSDPA beschleunigt Surfen im Funknetz mit Datenraten, die bislang dem Festnetz vorbehalten waren. Damit mutieren alle Handys im Test endgültig zu mobilen Datenzentralen – wie schon eingangs gesagt: zum reinen Telefonieren viel zu schade. (rop)

Literatur
[1] Rudolf Opitz, Kostenfaktor mobiles Internet, Tarifwahl fĂĽr mobiles Surfen im In- und Ausland, www.heise.de/mobil/artikel/92448
[2] Volker Weber, Business-Phone, Erste Erfahrungen mit dem Nokia E90 Communicator, www.heise.de/mobil/artikel/94450
[3] Rudolf Opitz, UMTS aufgebohrt, Wie die UMTS-Netze schneller werden, www.heise.de/mobil/artikel/88713
[4] Peter Röbke-Doerr, Rudolf Opitz, Mobiles Komplettsystem, Nokias N95 mit Kamera, Navi und WLAN, www.heise.de/mobil/artikel/94699


FTP-Durchsätze UMTS (HSDPA)
Dateigröße2 MByte
(Empfangen / Senden)
500 KByte
(Empfangen / Senden)
60 KByte
(Empfangen / Senden)
Motorola K3 (269,4)
(45,0)
(235,9)
(45,0)
(96,4)
(41,4)
Motorola V6 maxx (262,9)
(45,0)
(223,6)
(45,1)
(90,5)
(41,7)
Nokia 6110 Navigator (278,6)
(43,9)
(238,7)
(45,1)
(87,3)
(41,3)
Nokia 6120 Classic (279,6)
(43,5)
(230,4)
(45,2)
(90,9)
(41,3)
Nokia E90 Communicator (272,1)
(42,9)
(234,8)
(44,6)
(85,8)
(41,0)
Samsung SGH-U700 (245,7)
(43,8)
(215,1)
(44,8)
(87,7)
(40,5)
Toshiba Portégé G500 (243,8)
(43,3)
(195,0)
(43,9)
(77,4)
(38,4)
alle Angaben in KByte/s


FTP-Durchsätze (E)GPRS und HSCSD
Dateigröße500 KByte
(Empfangen / Senden)
60 KByte
(Empfangen / Senden)
60 KByte
(Empfangen / Senden)
Motorola K3 (25,6)
(13,3 *1)
(24,6)
(12,1)
 
Motorola V6 maxx (25,7)
(13,2)
(23,7)
(12,1)
 
Nokia 6110 Navigator (25,7)
(19,4)
(23,6)
(17,9)
(3,6)
(*2)
Nokia 6120 Classic (25,4)
(19,4)
(24,4)
(17,9)
(3,6)
(2,9)
Nokia E90 Communicator (25,5)
(19,5)
(23,1)
(17,7)
(3,6)
(2,9)
Samsung SGH-U700 (25,7)
(19,8)
(22,4)
(18,0)
 
Toshiba Portégé G500 (25,1)
(11,4)
(22,8)
(6,6)
 
*1 Verbindungsabbrüche   *2 Fehler   GPRS / EGPRS     HSCSD     alle Angaben in KByte/s