Q-Tipper
Motorola folgt dem Trend zu Qwertz-Minitasten mit dem Q9, einem handlichen Smartphone mit dem Betriebssystem Windows Mobile 6 Standard und schnellen Datendiensten.
Telefone mit Qwertz-Minitasten statt der üblichen Wähltastatur sind besonders bei mobilen E-Mail-Nutzern beliebt. Motorola folgt dem Trend mit dem Q9, einem handlichen Smartphone mit dem Betriebssystem Windows Mobile 6 Standard und schnellen Datendiensten.
Motorolas Serie von Windows-Mobile-Geräten mit kleiner Volltastatur ist nicht neu: Schon im Sommer 2005 stellte der US-amerikanische Hersteller das erste Q-Modell vor – jedoch nicht für den deutschen Markt. Das zur 3GSM 2007 präsentierte Q9 mit aktuellem Windows-Mobile-Betriebssystem gibt es dagegen auch hierzulande zu kaufen.
Das Gehäuse des 134 Gramm schweren Smartphones macht einen robusten Eindruck, könnte aber besser verarbeitet sein. Die breiten, sicher zu bedienenden Funktionstasten und die mit Antirutsch-Belag versehene Qwertz-Tastatur, deren Tasten fürs schnelle Tippen mit beiden Daumen groß genug sind, gefallen. Das helle QVGA-Display (320 × 240 Pixel) lässt sich gut ablesen, in der Sonne stört dessen stark spiegelnde Oberfläche. MicroSD-Speicherkarten – ein 512-MByte-Medium liefert Motorola mit – passen in den gut zugänglichen Slot an der Seite; zum Wechseln braucht man das Gerät nicht abzuschalten. Über eine Micro-USB-Buchse schließt man das Ladegerät, das USB-Kabel für die Verbindung zum PC, über die der Akku ebenfalls geladen wird, oder das Stereo-Headset an. Eine Klinkenbuchse zum Anschluss eigener Kopfhörer fehlt.
Als Quadband-GSM-Handy kommuniziert das Q9 in nahezu allen GSM-Netzen der Welt und funkt zudem im europäischen 2100-MHz-UMTS-Netzen. Für Videotelefonie fehlt eine Zweitkamera. Beim Telefonieren überzeugt es mit guter Sprachqualität. Auch bei den Datendiensten zeigt sich das Smartphone flexibel: Im GSM-Netz nutzt es den EDGE-Dienst EGPRS (Enhanced General Packet Radio Service), der theoretisch bis zu 238 KBit/s überträgt und den in Deutschland nur T-Mobile und – in ländlichen Regionen ohne UMTS – auch Vodafone anbieten. Im UMTS-Netz erreicht das Q9 via HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) sogar mit DSL vergleichbare Datenraten.
Windows mit Extras
Die für Smartphones notwendigen Organizerfunktionen liefert das Betriebssystem Windows Mobile 6 Standard – der Nachfolger der Windows-Mobile-für-Smartphones-Versionen – in Form des Mobile Outlook gleich mit. Vom Funktionsumfang lässt Windows Mobile 6 wenig zu wünschen übrig, an der fehlerträchtigen und teils inkonsistenten Bedienungsführung hat sich dagegen wenig getan. So löscht etwa ein Druck auf die Rückschritttaste kommentarlos sämtliche Einträge für einen neuen Kontakt, obwohl man nur das Fenster des Optionsmenüs schließen wollte. Wie bei Windows-Telefonen und -PDAs üblich gehört ActiveSync für den Abgleich mit dem PC zum Lieferumfang; das sonst beiliegende PC-PIM Outlook fehlt jedoch.
Motorola hat das Q9 mit mehreren Zusatzprogrammen erweitert. So gibt es sprecherunabhängige Sprachbefehle, einen Netzwerk-Assistenten, der die Konfiguration der Datendienste übernimmt, einen Speicher- und Taskmanager, einen VPN-Client und einen Virenscanner. Die Documents-to-go-Suite zeigt Office-Dokumente an, Word-, Excel- und Powerpoint-Dateien lassen sich auch bearbeiten.
Musik und Videos spielt der Media Player ab, der nicht nur die Windows-üblichen Formate WMA – auch DRM-geschützt – und das Videoformat WMV, sondern auch MP3, AAC, M4A und MPEG-4 kennt. Der Klang über das mitgelieferte Stereo-Headset ist akzeptabel, wenn auch etwas höhenbetont; eine Klangregelung fehlt dem Player.
Die einfache Fixfokus-Kamera mit zwei Megapixeln knipst mäßig scharfe Fotos mit deutlichem Rauschen, aber stimmigen Farben sowohl bei Tages- als auch bei Kunstlicht. Helle Flächen überstrahlen – typisch für Handy-Kameras. Videos nimmt das Q9 nur im Briefmarkenformat QCIF (176 × 144) auf. Sie zeigen starke Bildartefakte und sind maximal für Video-MMS zu gebrauchen. Das eingebaute LED-Fotolicht würde eine brauchbare Taschenlampe abgeben, müsste man sich zum Einschalten nicht durch zwei Menüs hangeln; als Blitz taugt es nicht.
Fürs mobile Surfen bietet das Q9 standardmäßig den flexiblen Opera-Browser – den Internet-Explorer hat Motorola in den Ordner "Systemwerkzeuge" verbannt. Als Funkmodem fürs Notebook eignet es sich ebenfalls gut, wobei man bei HSDPA-Verbindungen statt der langsameren Bluetooth-Schnittstelle das USB-Kabel benutzen sollte. Via EDGE lieferte es gute, via HSDPA immer noch passable Durchsätze.
Fazit
Das Motorola Q9 gefällt mit brauchbarer Minitastatur, guter Softwareausstattung und schnellem Datenfunk als mobile Text- und Surfmaschine. Die einfache Schnappschuss-Kamera und der Musikplayer gehören zwar eher zum Mittelmaß, der Preis von 500 Euro ohne Vertrag ist aber angemessen. (rop)
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