Notiz-Buch
Auf dem Sony Reader Touch Edition kann man digitale BĂĽcher nicht nur lesen, sondern sie auch nach Begriffen durchsuchen oder mit Randnotizen vollschreiben.
- Achim Barczok
Auf dem Sony Reader Touch Edition kann man digitale BĂĽcher nicht nur lesen, sondern sie auch nach Begriffen durchsuchen oder mit Randnotizen vollschreiben, die als Grafiken gespeichert werden.
Der resistive Touchscreen erleichtert die Bedienung des Sony Reader Touch Edition; sie ist aber nicht konsequent umgesetzt. Ständig wechselt man zwischen den fünf Knöpfen am unteren Bildschirmrand und dem Display. Blättern klappt sowohl per Touchscreen als auch über die Tasten. Auf dem Touchscreen schreibt der Anwender Notizen, sucht in Texten oder markiert Stellen; dazu legt Sony einen Stift mit Plastikspitze bei. Eine Auswahl für Stiftstärke oder Grauton ist nicht vorgesehen, bei schnellem Duktus werden die Linien eckig und kantig.
Die Notizen werden an der Position im Buch hinterlegt, an die man sie geschrieben hat, und sind nur in der bei der Eingabe aktiven Schriftgröße des Buchtexts – fünf Größen stehen zur Auswahl – sichtbar. Für die Suche, die nur das geöffnete Buch nach Begriffen durchforstet, steht eine virtuelle Tastatur zur Verfügung, die sich zuverlässig bedienen lässt. Aufgrund der trägen Displaytechnik dauert es aber recht lange, bis das Geschriebene auf dem Bildschirm erscheint. Bei Doppel-Tipp auf ein Wort wird nach dem Begriff in Englisch-Wörterbüchern gesucht, deutsche Nachschlagewerke sind nicht enthalten.
Bei der Touch Edition geht das Blättern deutlich schneller als bei Sonys erster Reader-Generation, in Epub-Büchern ohne Grafiken benötigt sie dafür zwischen einer halben und ganzen Sekunde. Dabei invertiert der Reader wie alle Lesegeräte mit E-Ink-Technik kurz den Bildschirminhalt, was etwas gewöhnungsbedürftig ist. Der Kontrast ist deutlich schlechter als beim Vorgänger PRS-505 und anderen E-Book-Readern, Weiß wirkt hellgrau und Schwarz matt. Unter schlechten Lichtbedingungen – der Reader verfügt über keine aktive Beleuchtung – muss man deshalb zur Leselampe greifen. Beim Lesen stören Reflexionen.
Die Touch Edition erkennt die Formate TXT, RTF, LRF, PDF und Epub, die letzteren beiden auch mit dem Kopierschutz Adobe DRM. Beim Vergrößern der Schrift von PDF-Dateien versucht sie, den Text unter Aufgabe des Layouts an den Screen anzupassen, was mit einfachen Dokumenten recht gut funktioniert. Komplexere Formate mit Spalten und Grafiken werden dadurch oft unübersichtlich oder nur im Original-Layout dargestellt.
Der integrierte Musik-Player spielt MP3 und M4A und überzeugt mit sattem, vollem Klang und hohem Dynamikumfang, der sich mit dem von Standard-MP3-Spielern messen lassen kann; Kopfhörer liefert Sony nicht mit. Bilder, die die Touch Edition in den Formaten BMP, GIF, JPG und PNG anzeigt, werden mit acht Graustufen dargestellt und wirken durch die schlechten Kontrastwerte schwach.
Der Akku reicht für 7800 Seitenumschläge (TXT, eine Seite pro Sekunde) oder für sechs Stunden Musik. Auch wenn sich das nicht direkt in Romanseiten umrechnen lässt, reicht es auf jeden Fall für mehrere dicke Wälzer. Bücher, Bilder und Musik kann man nach verschiedenen Kriterien sortieren, aber nicht in einer Ordnerstruktur darstellen.
Windows, Mac und Linux erkennen den Reader als USB-Massenspeicher. Zur Synchronisation mit dem PC hinterlegt Sony außerdem Windows- und Mac-Installer für seine Verwaltungssoftware eBook Library auf dem Gerätespeicher. Die aktuelle Version schaltet PDF- und Epub-Bücher mit Adobe DRM ohne Umweg über Adobe-Software frei, was den Umgang mit kopiergeschütztem Material erleichtert. Notizen werden mit dem Rechner synchronisiert und lassen sich als RTF-Dokument, das die Anmerkungen als Grafiken mit den passenden Textpassagen kombiniert, exportieren.
Eine Sperrfunktion per vierstelliger PIN verhindert ungewollten Zugriff auf die Hardware, aber auch die Verbindung mit einem Rechner. Inzwischen bekommt man rund 6000 Bücher im für E-Books optimierten Format Epub beim Kooperationspartner Libri.de, die Bestsellerlisten sind allerdings immer noch spärlich besetzt.
Der Touchscreen erleichtert die Bedienung, ist bis auf die inkonsequente Menüführung gut umgesetzt und ermöglicht neue Funktionen auf einem E-Book-Reader. In seiner Kernanwendung, der Anzeige von E-Books, schneidet der Reader wegen des schwachen Kontrasts und der Reflexionen aber schlechter ab als Lesegeräte ohne Touchscreen. Wer vor allem E-Books lesen möchte, ist mit dem 50 Euro günstigeren, älteren Reader-Modell PRS-505 ohne Touch besser bedient. (acb)
| Sony Reader Touch Edition | |
| E-Book-Reader | |
| Hersteller | Sony |
| Lieferumfang | Kurzanleitung, USB-Kabel, Schutztasche, Eingabestift |
| Abmessungen | 189 mm Ă— 118 mm Ă— 9 mm |
| Gewicht | 277 g (Eingabestift: 6 g) |
| Speicher | 512 MByte (391 MByte verfĂĽgbar), Erweiterung mit SDHC und Memory Stick Pro Duo |
| Schnittstellen | Mini-USB, 3.5-mm-Klinke |
| Preis | 300 € |
(ll)