Profi-Klasse
Lenovo baut ins Thinkpad X100e viele Merkmale eines Business-Notebooks ein: Spitzentastatur mit Trackpoint, UMTS, mattes Display.
Lenovo baut ins Thinkpad X100e viele Merkmale eines Business-Notebooks ein: Spitzentastatur mit Trackpoint, UMTS, mattes Display. Gleichzeitig ist es Lenovos erstes Thinkpad mit AMD-Prozessor.
Schwarz, kantig, schnörkellos – das X100e präsentiert sich wie seit jeher alle Thinkpads. Er wirkt stabil und ist mit 1,5 Kilogramm für seine Größe kein Leichtgewicht. Aufgrund des an der Rückseite überstehenden Akkus liegt der Schwerpunkt weit hinten. Der Deckel ist sogar etwas zu geradlinig gehalten, denn man bekommt ihn nur mühsam an einer knapp einen Millimeter breiten Lasche geöffnet.
Die Tastatur eignet sich prima für Vielschreiber. Die meisten Tasten liegen im 18,5-mm-Raster, lediglich Ä und Ü sind schmaler, was Zehnfingerschreiber nicht stört. Die Pfeiltasten sind kleiner, aber aufgrund der tiefer eingelassenen Bild-auf- und Bild-ab-Tasten gut zu bedienen. Ungewohnt nur, dass rechts oben nicht die Entf-Taste liegt, sondern Ende. Der Trackpoint – Premiere bei Notebooks dieser Preisklasse – lässt sich wie bei Lenovo gewohnt präzise bedienen und umfangreich konfigurieren. Drückt man die mittlere Maustaste, scrollt man mit ihm. Das Touchpad liegt so tief im Gehäuse, dass die Scroll-Geste am Rand nicht immer gelingt.
Mit fast 200 cd/m² leuchtet das matte Display angenehm stark. Im Akkubetrieb erreicht es diese Helligkeit, wenn man im Lenovo-Stromspartool die Drosselung herausnimmt. Die bei anderen Thinkpads lieb gewonnene Tastaturbeleuchtung im Deckel fehlt, ebenso ein Docking-Anschluss oder ein optisches Laufwerk.
Die Vorinstallation fällt vergleichsweise schlank aus, wenn auch die Lenovo-Tools sich öfters in den Vordergrund drängen – auch mit fetten Anzeigen in der Systemleiste. Beim Ein- und Ausschalten von LAN, WLAN und UMTS sowie beim Einrichten der Netzwerkverbindungen kommt der Eindruck auf, mit drei gegeneinander arbeitenden Lenovo-Tools zu kämpfen.
Einkern-AMD
Prozessor und Chipsatz stammen von AMD. Der Athlon Neo MV-40 hat einen mit 1,6 GHz laufenden Kern. Damit rechnet er etwa doppelt so schnell wie Intels Netbook-Atom und langsamer als vor allem die Zweikernversionen von Intels CULV-Prozessoren, die in vielen ähnlichen Notebooks zum Einsatz kommen. Manchmal fühlt er sich etwas zäh an, beispielsweise auf Webseiten mit vielen Flash-Animationen. Mit über 70 MByte/s gehört die Festplatte zu den zeitgemäß schnellen Exemplaren. In unserem Testgerät steckte ein WLAN-Modul von Realtek mit 802.11n, im Handel findet man auch Versionen mit einem 11g-Modul von Intel.
Der Lüfter springt wenige Minuten nach dem Einschalten an und rotiert dann ständig mit leisem, nur in ruhigen Umgebungen störendem Rauschen. Unter hoher CPU-Last bleibt er unter sehr leisen 0,4 Sone.
Bei voller Displayhelligkeit hält der Akku viereinhalb Stunden, mit gedimmtem Display sind fünfeinhalb möglich – in dieser Geräteklasse nicht überwältigend. Die Leistungsaufnahme liegt bei 11 Watt, was andere 12-Zöller locker unterbieten. Einen stärkeren Akku bietet Lenovo nicht an, der mitgelieferte ist schon der Hochkapazitätsakku, der hinten heraussteht. Vermutlich weil der Standardakku eine zu geringe Laufzeit hätte, bietet Lenovo ihn in Deutschland gar nicht erst an.
Mit UMTS sinkt die Laufzeit auf etwas über drei Stunden. Die dabei um siebeneinhalb Watt höhere Leistungsaufnahme lässt sich nicht alleine mit dem UMTS-Modul erklären. Möglicherweise ist ein älterer USB-Bug die Ursache, durch den der Prozessor zu häufig aus seinen Stromsparmodi gerissen wird – das ließe sich immerhin mit einem BIOS- oder Treiber-Update beheben. Die SIM-Karte findet man nach Abschrauben der Bodenplatte; so erreicht man auch die beiden Speichersteckplätze und die Festplatte.
Tippmaschine
Dank mattem Display, Trackpoint und durchdachter Spitzentastatur macht das Arbeiten mit dem X100e mehr Spaß als mit den anderen Subnotebooks um 500 Euro. Die Laufzeit ist ohne UMTS brauchbar, aber angesichts des schweren Akkus nicht beeindruckend; die mit UMTS hohe Leistungsaufnahme degradiert das Funkmodem zur Notlösung. Außer der getesteten Konfiguration bietet Lenovo eine für fast 50 Euro weniger an, die kein UMTS, eine 160er- statt 250er-Platte und ein rotes Gehäuse hat.
AMD hat eine Zweikernversion des Prozessors im Angebot, den Athlon X2 L310, doch den will Lenovo vorläufig nicht einsetzen. Man bekommt ihn im ähnlich ausgestatteten Acer Ferrari One 200, das ein spiegelndes Display und für einige Anwender verstörendem Ferrari-Branding hat. Etwas leichter und günstiger ist das ebenfalls mit mattem Display ausgestattete Samsung N510, es hat aber nur Intels Atom an Bord. Eine längere Laufzeit von fast zehn Stunden (ohne UMTS) und einen schnelleren Prozessor bietet das ab etwa 500 Euro erhältliche Acer Timeline 1810 – es hat allerdings ein Spiegeldisplay und die schlechtere Tastatur ohne Trackpoint.
| Lenovo Thinkpad X100e | |
| Subnotebook mit 12-Zoll-Display | |
| Hersteller | [Link auf http://www.lenovo.de]<div>Lenovo</div> |
| Betriebssystem | Windows 7 Professional 32 Bit |
| Spezifikation | AMD Athlon Neo, AMD 780G, AMD Radeon HD 3200, 11,6-Zoll-Display (29,4 cm, 1366 x 768, matt), 2 GByte RAM, 250-GByte-HDD, WLAN 801.11b/g/n, LAN (10/100/1000 MBit/s), HSPA-Modem, Bluetooth 2.1+EDR, Kartenleser (SDHC, MSPro), Webcam |
| Anschlüsse | USB, VGA, Headset, LAN |
| Größe (Dicke mit Füßen) / Gewicht | 28,2 cm x 19 cm / 2,5 … 3,1 cm / 1,49 kg |
| Listenpreis | 580 € |
(jow)