Reisen mit dem Netz

Wer mit einem deutschen Mobilfunkvertrag im Ausland ins Netz geht, zahlt kräftig dafür. Mit ein paar Tricks lässt sich aber auch im Ausland unbeschwert surfen.

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Wer mit einem deutschen Mobilfunkvertrag im Ausland ins Netz geht, zahlt kräftig dafür. Die Roaming-Preise der Anbieter sind immer noch enorm hoch. Mit ein paar Tricks lässt sich aber auch im Ausland unbeschwert surfen.

Umfangreiche Gerätschaften muss man nicht mehr mitschleppen, um unterwegs ins Internet zu gehen: Schon in der unteren Mittelklasse haben die meisten Handys inzwischen einen Mobil-Browser oder einen E-Mail-Client, Oberklassegeräte und Smartphones sind damit sowieso ausgestattet.

Solange man in Deutschland ist, bleiben die Kosten im gewohnten Rahmen. Jeder Handy-Nutzer weiß aus Erfahrung wenigstens ungefähr, wie viel Datenvolumen er benötigt und was das kostet. Sobald man im Ausland unterwegs ist, kann der Griff zum Internet-Handy teuer werden. Zweistellige Euro-Beträge pro Megabyte sind im Daten-Roaming immer noch an der Tagesordnung. Derart überhöhte Forderungen sind im EU-Raum eigentlich ein Skandal, denn die EU-Kommission hat die Verrechnungspreise der Anbieter untereinander auf einen Euro netto pro Megabyte begrenzt, ab 1. Juli sind noch 80 Cent zulässig. Die Mobilfunkanbieter schlagen also auf ihre gedeckelten Kosten Margen von bis zu mehreren tausend Prozent auf. Offenbar war die EU-Kommission auf dem Holzweg, als sie darauf setzte, dass die Mobilfunkunternehmen günstigere Preise fürs Daten-Roaming an die Kunden durchreichen.

Die EU hat daher noch einmal nachgebessert: Seit 1. März müssen die Mobilfunk-Provider die Roaming-Kosten innerhalb der EU auf Wunsch des Kunden auf 50 Euro netto pro Abrechnungszeitraum beschränken. Obligatorisch wurde das am 1. Juli, der Kunde kann diese Obergrenze aber aufheben lassen. Bei Erreichen der magischen Marke sperren die meisten Anbieter den Internet-Zugang komplett. Daten-Roaming außerhalb der EU wird von dieser Verordnung nicht erfasst – der Kunde sollte deshalb das Kleingedruckte sehr sorgfältig studieren, um nicht in eine Tarif-Falle zu laufen.

Die Mobilfunkkonzerne sind inzwischen international tätig und betreiben ihre Netze grenzüberschreitend. Und trotzdem berechnen sie erhöhte Preise, wenn der Kunde sich im Nachbarland einbucht. Dass bei den Preisen durch Kooperationen Luft nach unten wäre, zeigen beispielsweise die Optionstarife von Vodafone, die teilweise nur für „Partnernetze“ gelten, wo also Vodafone Deutschland offenbar Sonderkonditionen im Roaming genießt.

Zwar sind innerhalb der EU die Preise geregelt, jedoch ist längst nicht jedes Urlaubsland Mitglied der EU. Die Schweiz, Norwegen und Island gehören zwar zum Schengenraum, unterliegen aber nicht dem Mobilfunk-Preisdiktat aus Brüssel. In den Staaten Ex-Jugoslawiens, außer dem EU-Mitglied Slowenien, sowie in Albanien, Moldawien, Weißrussland und der Ukraine gelten ebenfalls in der Regel höhere Preise als in der EU, sowohl bei Telefonie und SMS als auch beim Datenverkehr. So richtig teuer wird es dann außerhalb Europas, hier liegen die Spitzenpreise immer noch bei über 30 Euro pro Megabyte.