EUREKA in der Nanoelektronik

Ein weiteres Forschungsprogramm soll die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Halbleiterindustrie sichern.

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Von
  • Richard Sietmann

Das europäische Forschungs- und Technologieförderprogramm MEDEA+ wird nach dem Auslaufen im kommenden Jahr im Rahmen von EUREKA unter dem neuen Namen CATRENE fortgeführt und verstärkt auf die Entwicklungen der Nanoelektronik ausgerichtet. Wie schon die Vorläufer JESSI (Joint European Submicron Silicon Initiative, 1989 bis 1996) und MEDEA (Micro-Electronics Development for European Applications, 1997–2000) hatte das 2001 gestartete MEDEA+ die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Mikroelektronikindustrie zum Ziel. Im Zuge dieser Programme konnten sich die führenden Halbleiterhersteller Europas – STMicroelectronics, NXP und Infineon/Qimonda – wieder unter die Top Ten des Weltmarktes plazieren, wo sie 2006 zusammen auf einen Marktanteil von rund 10 Prozent kamen.

Der Ansatz industrieller Forschungs- und Entwicklungskooperationen soll nun mit neuen inhaltlichen Schwerpunkten ab 2008 unter CATRENE (Cluster for Application and Technology Research in Europe on NanoElectronics) weiterverfolgt und stärker auf die Halbleiteranwendungen in den IT-Systemen für die Bereiche Verkehr, Gesundheitswesen, Sicherheit, Energie und Unterhaltung orientiert werden. Für das neue Vierjahresprogramm sind insgesamt etwa sechs Milliarden Euro und ein Entwicklungsaufwand der beteiligten Partner von jährlich rund 4,000 Mannjahren veranschlagt.

Im Unterschied zu den von der Brüsseler EU-Kommission aufgelegten Forschungsrahmenprogrammen ist EUREKA eine zwischenstaatliche Hochtechnologie-Initiative, an der insgesamt 29 Staaten beteiligt sind, darunter auch solche, die nicht der EU angehören, beispielsweise Israel, Russland, die Schweiz und die Türkei. Die Initiative entstand Mitte der Achtzigerjahre in der Absicht, durch koordinierte FuE-Kooperationen über Grenzen hinweg die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Hightech-Industrien in den Bereichen Laser-, Material-, Automatisierungs-, Energie-, Informations- und Umwelttechnik zu stärken. Anders als bei den EU-Projekten erfolgt die staatliche Förderung nicht aus einem gemeinsamen Topf, sondern jeweils einzeln durch die nationalen Regierungen der an den Projekten beteiligten Unternehmen. In Deutschland ist die DLR als Projektträger des BMBF für die Abwicklung zuständig. (Richard Sietmann) / (jk)