Kostenbremsen
Beim mobilen Surfen müssen Kunden gut aufpassen, was sie mit dem Anbieter genau vereinbaren, denn manche Paketlösung birgt ihre Tücken.
Mobiles Surfen wird mehr und mehr zum Volkssport. Mobilfunk-Provider und Billiganbieter balgen sich um Kunden, und auch die Festnetz-Provider wollen sich dieses Zusatzgeschäft nicht entgehen lassen. Allerdings müssen Kunden gut aufpassen, was sie mit dem Anbieter genau vereinbaren, denn manche Paketlösung birgt ihre Tücken.
Mobilfunkanbieter sind für ihre unübersichtlichen Tarife bekannt. Der Kunde hat eigentlich keine Chance, den für ihn günstigsten Tarif zu bekommen: zu viele Anbieter, zu viele Optionen, zu viel Kleingedrucktes. Beim Internetzugang kann das teuer werden, denn moderne Handys laden mitunter auch größere Datenmengen herunter. So beschwerten sich vor einigen Monaten Kunden eines Discounters, die Handy und SIM-Karte im Paket erworben hatten. Beim ersten Einschalten verlangte das Gerät nach einem Firmware-Update; die dafür erforderliche Datentransfermenge war teurer als der Kaufpreis des Handys. Denn der Discounter hatte zusammen mit dem Internetfähigen Handy einen für Datentransfer sehr ungünstigen Postpaid-Tarif verkauft.
Auch Nutzer von Alttarifen müssen aufpassen. Dort gelten mitunter noch extrem hohe Preise von typischerweise einem Cent pro Kilobyte, also rund zehn Euro pro Megabyte. Schon der Aufruf einer einzigen Internetseite mit dem Laptop kann in einem solchen Tarif mit 15 Euro zu Buche schlagen. Vor der ersten Datennutzung sollte man unbedingt prüfen, was für ein Tarif gilt, und zunächst einmal eine geeignete Tarifoption wählen. Wichtig ist, erst die Tarifumstellung und eine schriftliche Bestätigung hierüber abzuwarten. Mitunter dauert es einige Tage, bis ein neuer Tarif eingerichtet ist – und bis dahin gilt noch der alte Preis.
Um Kostenfallen vorzubauen, sollte man entweder zu einem Prepaid-Tarif oder zu einer Daten-Flatrate greifen. Im Festnetz bedeutet Flatrate Telefonieren oder Surfen ohne jede Beschränkung. Bei den Datentarifen im Mobilfunk bedeutet Flatrate lediglich Kostensicherheit. Bei Erreichen eines bestimmten Transfervolumens wird die Übertragung langsamer, nicht aber teurer. Der eine oder andere Tarif, etwa der web’n’walk Connect M von T-Mobile, hat diese eingebaute Kostenbremse nicht, was sich in der Tarifbroschüre erst nach Lektüre der Fußnote 82 sieben Seiten weiter erschließt.
Die früheren Kostenfallen bei Datentarifen sind inzwischen die Ausnahme von der Regel. Ist das Freivolumen aufgebraucht, wird lediglich die Datentransferrate gedrosselt, meist auf GPRS- oder ISDN-Geschwindigkeit, also 56 oder 64 kBit/s, es fallen aber keine zusätzlichen Kosten an. Das reicht eher zum Checken von E-Mails und Twittern als zum Surfen. Für den Abruf einer Seite sind oft 0,5 bis 1,5 Megabyte zu übertragen und das dauert dann eine bis drei Minuten.
Bei der Wahl des Tarifs sollte man das Kleingedruckte gründlich studieren. Bei sogenannten Smartphone-Tarifen etwa handelt es sich nicht um unverbindliche Vorschläge, dass die Tarife für Smartphones besonders geeignet sind, sondern um eine Einschränkung: Mit vollwertigen Laptop- oder Desktop-Rechnern dürfen diese nicht eingesetzt werden. Auch das sogenannte Tethering, also die Nutzung eines Smartphones oder Handys als Modem für den Internetzugang mit einem anderen Gerät, ist mit solchen Tarifen nicht zulässig.