Begleiter mit Ausdauer

Sonys Subnotebook Vaio YA protzt nicht mit toller Ausstattung, ĂĽberzeugt aber als ausdauernder Begleiter fĂĽr Vielschreiber.

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Wer ein Notebook mit allem Schnickschnack sucht, wird mit dem kleinen Vaio vermutlich nicht glücklich. USB 3.0, UMTS und ein optisches Laufwerk gibt es nicht einmal gegen Aufpreis. Doch für das unspektakuläre Datenblatt wird man nach dem Auspacken entschädigt. Der 11,6-Zöller präsentiert sich mit schlanker Silhouette, matten Gehäusematerialen und stabilen Scharnieren.

Am wichtigsten ist die Haptik natürlich bei der Tastatur. Das Vaio gibt sich hier keine Blöße: Die Tasten liegen zwar etwas enger zusammen als bei größeren Notebooks, aber dank des knackigen Anschlags und des flachen Hubs fliegen die Finger über das Tippbrett. Auf dem Touchpad scrollt man am rechten Rand flüssig, mit einer Spreizgeste vergrößert man Fotos oder Webseiten fast so leicht wie auf einem Touchscreen. Unergonomisch ist der Ein-Aus-Schalter für Bluetooth und WLAN – er sitzt so tief unterhalb der Gehäusekante, dass man ihn ohne Anheben des Notebooks nur mit Verrenkungen erreicht.

Der Lüfter läuft konstant. Nach dem Booten hört man ihn zunächst kaum. Startet man den Browser, dreht er ein wenig auf, bleibt aber unter der Nervgrenze. Diesen Geräuschpegel hält er auch bei HD-Videos im Browser – die Aufgabe ruft nur zirka 20 Prozent der Leistung des Doppelkern-Prozessors ab. Erst wenn man das Vaio mit Benchmarks quält, pustet es mit 1,2 Sone. Nach ein bis zwei Minuten Pause flüstert es dann wieder.

Mit seinem Gewicht von knapp 1,5 Kilogramm eignet sich das Vaio auch für die Aktentasche oder den Rucksack. Abgenabelt von der Steckdose läuft es rund sechs Stunden. Das reicht zwar nicht für einen ganzen Arbeitstag, aber vermutlich für die Ansprüche der meisten Nutzer. Das Display hat eine glänzende Oberfläche, doch dank der ordentlichen Hintergrundbeleuchtung arbeitet man auch in hellen Räumen fast ohne störende Reflexionen.

Über den Handel vertreibt Sony nur die getestete, 690 Euro teure Konfiguration mit Windows 7 Professional, schneller 500-GByte-Festplatte und 4 GByte Hauptspeicher. Mit dem Notizdienst Evernote und dem obligatorischen Virenscanner von McAfee installiert Sony nur zwei Gratis-Tools. Im Vergleich zur Konkurrenz wirkt der Desktop deshalb angenehm aufgeräumt.

In Sonys Online-Shop gibt es einen Konfigurator. Klickt man darin auf Windows 7 Home Premium, die 320-GByte-Platte und 2 GByte RAM, sinkt der Preis des Vaio auf 600 Euro. In die andere Richtung geht es, wenn man die 128-GByte-SSD (plus 350 Euro), eine schnellere CPU (plus 90 Euro) oder den Marathon-Akku mit angeblich 12 Stunden Laufzeit (plus 40 Euro) wählt. Drei statt zwei Jahre Garantie kosten 90 Euro extra. Die Bildbearbeitung Photoshop Elements und die Videoschnitt-Anwendung Premiere Elements kosten zusammen 75 Euro Aufpreis.

Schärfster Konkurrent des Vaio YA ist das Schwestermodell YB mit AMD-Prozessor. Es kostet nur 450 Euro und läuft mit Akkustrom ein paar Minuten länger als die Intel-Variante, rauscht aber ein bisschen lauter.

Insgesamt überzeugt das Vaio als unauffälliges Schreibmaschinchen. Es tut, was es soll und macht sich ansonsten dünn. Das Lüftersäuseln stört nur empfindliche Nutzer, die Tastatur begeistert die meisten. Zurückhaltung kann eben auch ein tolles Feature sein.

Vaio YA
Subnotebook mit Intel-Prozessor
Hersteller Sony
Lieferumfang Windows 7 Professional,
Spezifikation Intel Core i3-380UM, Intel HD, 11,6-Zoll-Display (1366 Ă— 768, spiegelnd), 500 GByte Festplatte, 4 GByte Hauptspeicher, WLAN 802.11n 2,4 GHz, Bluetooth, Speicherkartenleser (SD, MS)
Schnittstellen USB 2.0, VGA, HDMI, LAN, Kopfhörer, Mikrofon
Preis 690 €

(cwo)