450, 900, 2600, 3500: Frequenzvergaben in Ă–sterreich

In Österreich werden in den nächsten Monaten mehrere Nutzrechte-Pakete für Funkfrequenzen in den Bereichen 450 MHz, 900 MHz, 2,6 GHz und 3,5 GHz vergeben. Die meisten Paktete waren schon einmal veräußert, wurden von den Inhabern aber wieder zurückgegeben.

vorlesen Druckansicht 9 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

In Österreich werden in den nächsten Monaten mehrere Nutzrechte-Pakete für Funkfrequenzen in den Bereichen 450 MHz, 900 MHz, 2,6 GHz und 3,5 GHz vergeben. Am heutigen Freitag hat die Telekom Control Kommission (TKK) bekannt gegeben, einen neuerlichen Anlauf zur Nutzbarkeit der ehemaligen C-Netz-Frequenzen im 450-MHz-Bereich zu unternehmen. Erklärtes Ziel ist, die Breitbandversorgung des Landes zu verbessern. Deshalb muss der zukünftige Frequenzinhaber eine bestimmte Zahl bislang unterversorgter Gemeinden mit einem breitbandigen Datendienst (mindestens 384 Kbit/s im Download und 128 Kbit/s im Upload) abdecken.

Die 450-MHz-Frequenzen waren bereits 2006 für fast sechs Millionen Euro an T-Mobile Austria und Green Network vergeben worden. Doch die Inhaber wurden nicht aktiv und gaben die Nutzungsrechte im Mai 2008 zurück, um Strafzahlungen zu vermeiden. Die TKK hat dazugelernt und wird dieses Mal auch dann Strafen verhängen, wenn die Frequenzen kurz vor dem Stichtag zurückgegeben werden, an dem die erste Versorgungsauflage zum Tragen kommt. Interessenten müssen ihre Gebote bis 10. Oktober einreichen, der Höchstbieter erhält den Zuschlag voraussichtlich noch im gleichen Monat. Das Mindestgebot für die 2×4,44 MHz liegt bei 350.000 Euro.

Im Anschluss an das 450-MHz-Verfahren gelangen drei regionale Frequenzblöcke im 3,5-GHz-Band zur Vergabe. Es handelt sich dabei um jene Nutzungsrechte, die die Telekom Austria 2004 ersteigert und zum letzten Jahreswechsel ungenutzt zurückgegeben hatte. Diese Frequenzen waren nicht an den Einsatz einer bestimmten Technik gebunden, jedoch insbesondere für Wimax (IEEE 802.16a) prädestiniert.

Bereits bis 1. September mĂĽssen Gebote fĂĽr ein 2Ă—0,8 MHz umfassendes Frequenzpaket im 900-MHz-Bereich (GSM) abgegeben werden. Das Mindestgebot liegt bei 63.000 Euro. Als Interessenten kommen dabei wohl nur die drei GSM-Netzbetreiber Mobilkom Austria, T-Mobile und One (Orange) in Frage, da der Markteintritt eines weiteren Anbieters mit so geringer Frequenzausstattung unwahrscheinlich ist.

Für das erste Quartal 2009 plant die Behörde die Ausschreibung von 2×70 MHz gepaartem sowie 50 MHz ungepaartem Spektrum im Bereich von 2,5 bis 2,69 GHz. Dieser Bereich könnte als Erweiterung für UMTS oder als Träger für den UMTS-Nachfolger LTE (Long Term Evolution) dienen. Die Nutzungsbedingungen dafür sind noch nicht festgelegt worden. (Daniel AJ Sokolov) / (pmz)