Wien kämpft um Verwaltungssitz des EU-Forschungsnetzwerks

Neben der österreichischen Hauptstadt bewerben sich die polnische Stadt Wroclaw und die ungarische Hauptstadt Budapest um den EIT-Verwaltungssitz. Dabei hat Wroclaw zum Unmut des österreichischen Wissenschaftsministers offenbar die besten Chancen.

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Mit Wien, Budapest und Wroclaw (Breslau) bewerben sich drei Städte um den Verwaltungssitz des geplanten EU-Forschungsnetzwerks EIT (Europäisches Institut für Technologie und Innovation). EU-Parlamentarier brachten dazu noch Straßburg ins Spiel. Österreich hat laut einem Bericht der Wiener Zeitung seine Anstrengungen verstärkt und während einer Präsentation (PDF-Datei) in Brüssel die gute Erreichbarkeit, die hohe Lebensqualität und die Tradition Wiens als Sitz internationaler Institutionen hervorgehoben. Laut Wissenschaftsminister Johannes Hahn seien bereits Räume für die 60 bis 100 Mitarbeiter des Verwaltungssitzes im Tech-Gate auf der Donauplatte reserviert.

Diese Standortmerkmale sprächen für Wien, doch deutet sich laut dem Bericht eine politische Entscheidung der Kommission an, bei der neue Mitgliedsstaaten bevorzugt werden sollen. Da sich Budapest auch um ein operatives Forschungszentrum beworben habe, hätte die südwestpolnische Stadt Wroclaw gegenüber Wien demnach die besseren Karten. Hahn meint, das Verwaltungszentrum solle aber in einer Metropole angesiedelt werden und nicht "in the middle of nowhere", wie Die Presse berichtet. Der Europäische Rat wird voraussichtlich im Juni darüber entscheiden, wo sich die EIT-Verwaltung ansiedeln soll.

Das EU-Parlament hatte diese Woche für die Einrichtung des EIT gestimmt. Eine Einigung über das Vorhaben hatten Vertreter des Parlaments mit dem EU-Ministerrat im November vergangenen Jahres erzielt. EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso hatte ursprünglich ein europäisches Forschungsinstitut von Weltrang in den wissenschaftlichen Wettbewerb mit etablierten US-Größen wie dem MIT schicken wollen. Nach monatelangem Streit um Finanzierung und Fördergelder ist aus dem EIT eine vergleichsweise schmal budgetierte EU-Organisation geworden. (anw)