Neue Internet-Plattform baukunst-nrw
Für Architektur und Baukunst aus Nordrhein-Westfalen gibt es nun erstmals eine Internet-Plattform. Zurzeit werden 300 wichtige Bauwerke des Landes aus allen Epochen und verschiedensten Aufgabenbereichen in Bild und Text vorgestellt.
- Jürgen Kuri
Für Architektur und Baukunst aus Nordrhein- Westfalen gibt es nun erstmals eine Internet-Plattform. Bauminister Oliver Wittke (CDU) schaltete das Angebot am Dienstag gemeinsam mit der Architektenkammer und der Ingenieurkammer-Bau frei. Unter der Adresse www.baukunst-nrw.de werden zurzeit 300 wichtige Bauwerke des Landes aus allen Epochen und verschiedensten Aufgabenbereichen in Bild und Text vorgestellt. Jeder Bürger kann Vorschläge für weitere Objekte einbringen. Die Entscheidung über die Aufnahme in den Internetführer trifft ein Fachbeirat. Das Angebot richtet sich an Architekten, Ingenieure, Denkmalpfleger, interessierte Laien und Touristen.
"Die nordrhein-westfälischen Ingenieure und Architekten brauchen hinter internationalen Namen nicht zurückzustecken", sagte Wittke. Baukunst aus NRW stehe für nachhaltige und solide Arbeit, blühe aber oft im Verborgenen. "Durch die Internet-Plattform können wir einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machen, was wir an Bauqualität haben", sagte der Präsident der Architektenkammer NRW, Hartmut Miksch. Dabei stelle die Leistungsschau im weltweiten Datennetz keineswegs nur die "Leuchttürme" – etwa den Landtag oder den Rheinturm – heraus, betonte der Präsident der Ingenieurkammer-Bau NRW, Peter Dübbert.
Zu sehen sind Sakral- und Kulturbauten ebenso wie Rathäuser, alte Zechen, Hotels, Parks oder herausragende Wohnsiedlungen wie die Essener Margarethenhöhe. Künftig sollen auch Meisterleistungen nordrhein-westfälischer Baukunst im Ausland auf der Seite zu finden sein, etwa Staudämme und innovative Brückenbauten. Das Land hat die Dokumentation, die auf einige tausend Objekte erweitert werden soll, mit 50.000 Euro Anschubfinanzierung unterstützt.
Wittke und Miksch verteidigten am Montag die wegen Baumängeln und Wertverfalls in die Kritik geratene NRW-Landesvertretung in Berlin. "Trotz aller Defizite war es mutig, diese innovative Bauweise zu wählen", sagte Wittke über das Vorzeige-Projekt seines Amtsvorgängers Michael Vesper (Grüne). Miksch bezeichnete das Öko-Haus aus Holz, Glas und Stahl als "eine der innovativsten und besten Landesvertretungen in Berlin". NRW könne stolz sein auf diese Repräsentanz. Miksch saß damals in der Jury, die den Architekten-Wettbewerb zur neuen Landesvertretung begutachtet hat.
Dagegen hatte NRW-Finanzminister Helmut Linssen (CDU) kürzlich einen drastischen Wertverlust der mit "eklatanten Baumängeln" behafteten Immobilie beklagt. Das 2002 für rund 41 Millionen Euro fertiggestellte Gebäude werde bei einem Verkauf im kommenden Jahr nur noch 19,6 Millionen Euro einbringen, meinte der oberste Kassenwart des Landes. Linssen will die Landesvertretung an den Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW verkaufen und anschließend anmieten. Miksch mutmaßte, die öffentliche Abwertung der Landesvertretung könne unter anderem "buchungsbedingte Gründe" haben. Das Haus im Berliner Diplomatenviertel war mit mehreren Preisen ausgezeichnet worden. (dpa) /
Auf baukunst-nrw.de sind Sakral- und Kulturbauten ebenso wie Rathäuser, alte Zechen, Hotels, Parks oder herausragende Wohnsiedlungen zu sehen. (jk)