Raumsonde liefert nach Softwarefehler nicht alle Daten

Obschon der Vorbeiflug der Raumsonde Cassini am Saturnmond Enceladus als Erfolg gewertet wird, lieferte ein Gerät zur Staubanalyse nicht die gewünschten Daten.

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Mit nur 50 Kilometer Abstand passierte die Raumsonde Cassini am 12. März den Saturnmond Enceladus. Aus den dabei erfassten Daten wird das Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) Karten erstellen. Dort ist Prof. Dr. Ralf Jaumann nach einer ersten Durchsicht der Daten, die die Sonde am Donnerstag gesendet hat, sehr zufrieden.

Weniger zufrieden ist hingegen Dr. Ralf Srama vom Max-Planck-Institut (MPI) für Kernphysik. Er ist verantwortlich für das Staubanalysegerät Cosmic Dust Analyser (CDA) an Bord der Sonde. Es sollte während des Vorbeiflugs die Partikel untersuchen, die den Eismond umkreisen.

Leider ergab die Analyse der gesendeten Daten, dass die Übertragung zwischen dem CDA und dem Bordcomputer der Sonde nicht geklappt hatte. Schuld war laut Srama eine neue Software, die man eigens für den nur rund 100 Sekunden dauernden Vorbeiflug aufgespielt hatte, um bessere Daten zu erhalten: "Wir können den Fehler bis auf ein Kommando genau lokalisieren, das in Simulationen am Boden und auch schon im All erfolgreich ausgeführt wurde, aber beim Vorbeiflug gestern nicht geklappt hat." Die Forscher gehen davon aus, dass sie das Problem bald beheben können und setzen auf den nächsten Vorbeiflug von Cassini am Eismond, der voraussichtlich am 11. August 2008 stattfinden wird und die Sonde auf 20 Kilometer an Enceladus heranführen soll.

Der Eismond ist für die Forscher so interessant, da dort offenbar auch flüssiges Wasser vorkommt, das man als Voraussetzung für die Entwicklung von Leben ansieht. Obwohl die Temperatur an der Oberfläche des Mondes wegen des großen Abstands zur Sonne nur minus 200 Grad Celsius beträgt, stoßen an seinem Südpol Eisvulkane gewaltige Fontänen aus Wasserdampf, kleinen Eispartikeln und Staub aus.

Die Forscher schließen allerdings aus, dass der kleine Mond vier Milliarden Jahren nach Entstehung des Sonnensystems immer noch einen heißen, flüssigen Gesteinskern hat wie die Erde. "Wir vermuten, dass die große Gravitationskraft des Riesenplaneten Saturn den Eismond regelrecht durchknetet", sagte Jaumann vom DLR. Er räumte allerdings ein, dass nach aktuellen Modellen vom möglichen Innenleben des Eismonds die Energie, die durch die Gezeitenreibung entsteht, nicht ausreicht, um den Mond derart aufzuheizen. (ad)