SAPs Gewinn schrumpft bei steigendem Umsatz mit Softwarelizenzen
SAP hat im 2. Quartal dank guter Geschäfte in den Regionen Europa, Naher Osten, Afrika sowie Asien-Pazifik einen Umsatzsprung erzielt, beim Gewinn jedoch die Markterwartungen verfehlt. Die Börse nimmt das Gesamtergebnis und die Prognosen aber positiv auf.
SAP hat im zweiten Quartal dank guter Geschäfte in den Regionen Europa, Naher Osten, Afrika sowie Asien-Pazifik einen Umsatzsprung erzielt, beim Gewinn allerdings die Markterwartungen verfehlt. Im zweiten Quartal legte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal von 2,421 auf 2,858 Milliarden Euro zu.
Dabei verbesserte sich SAP nach Unternehmensangaben beim wichtigen Indikator für die Geschäftsentwicklung, dem Lizenzumsatz, von 716 auf 898 Millionen Euro. Der Umsatz mit Software und der softwarebezogene Umsatz stiegen insgesamt von 1,704 auf 2,061 Milliarden Euro. Den Anteil am weltweiten Markt von Business-Software gibt SAP nunmehr mit 33,7 Prozent an, eine Steigerung von 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) erhöhte sich leicht von 581 auf 593 Millionen Euro, blieb aber deutlich unter den Analystenschätzungen. Der Nettogewinn schrumpfte von 449 auf 408 Millionen Euro. Analysten waren zuvor laut dpa von einem deutlichen Gewinnsprung ausgegangen. Der operative Gewinn von SAP sei aber durch höhere Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie durch gestiegene Marketingkosten belastet worden. Beim Nettogewinn seien zudem höhere steuerliche Belastungen im Spiel, erklärte der Konzern. Die Bilanz sei "wahrlich gemischt" ausgefallen, erklärte ein Aktienhändler gegenüber dpa. Der Konzernumsatz liege im Rahmen der Erwartungen, und die Lizenzumsätze seien höher als erwartet ausgefallen. SAP habe jedoch beim operativen Gewinn Prognosen klar verfehlt, und auch der Überschuss liege nur am unteren Ende der Schätzungen. Positiv sei wiederum, dass ein konkreter Ausblick gegeben wurde, der auch nicht schlecht klinge.
Die Börse hatte auch weitere Problemen auf dem US-Markt erwartet. Gegenüber dem Fernsehsender CNBC sagte SAP-Chef Henning Kagerman laut US-Berichten nun, das Umfeld in den USA habe sich nach einem enttäuschenden Jahresauftakt im zweiten Quartal deutlich verbessert:. "Wir sehen ein sehr gesundes Umfeld in den USA." Die im ersten Quartal beobachteten Verzögerungen bei den Abschlüssen habe man im zweiten Quartal nicht mehr verzeichnet. Insgesamt stieg der Umsatz in Nord- und Südamerika um 12 Prozent, in Asien und dem pazifischen Raum um 23 Prozent, in Europa, dem Nahen Osten und Afrika um 21 Prozent.
Für das Gesamtjahr erwartet SAP nun ein Ergebnis am oberen Ende der bisher formulierten Erwartungen: Die Marge soll nun bei 29 Prozent liegen, die Umsätze mit Lizenzen und Softwarewartung sollen um 27 Prozent steigen. Insgesamt bewertete die Börse die Bilanz von SAP und den Ausblick auf das Gesamtjahr erst einmal positiv: Zum Beginn des Handels in Frankfurt legte der Kurs der SAP-Aktie auf bis zu 36,17 Euro zu, nachdem der Kurs am Montag zum Handelsschluss bei 33,95 Euro gelegen hatte. Die Nachricht, dass Oracle im Industriespionage-Prozess gegen den deutschen Konkurrenten die Klage nun auch auf die SAP-Vorstände ausgeweitet hat, konnte die gute Stimmung erst einmal auch nicht trüben. (jk)