Ex-Elsa-Chef zu GeldbuĂźe verurteilt
Das Schöffengericht des Aachener Amtsgericht hat den ehemaligen Geschäftsführer der "Neuen Elsa" wegen Insolvenzverschleppung zu einer Geldstrafe von 4500 Euro verurteilt.
Das eigentlich kurze Kapitel "Neue Elsa" ist fünf Jahre nach der Insolvenz abgeschlossen. Der ehemalige Geschäftsführer Theo-Josef B., der gemeinsam mit seinem Vetter schon die Elsa AG aufgebaut und am 1. September 2003 auch die Leitung der "Neuen Elsa" übernommen hatte, wurde vom Schöffengericht des Aachener Amtsgerichts ein Jahr nach Anklageerhebung zu 4500 Euro Geldstrafe wegen Insolvenzverschleppung verurteilt. Das berichtet die Aachener Zeitung. Der Vorwurf, B. habe Arbeitsentgelt vorenthalten und Sozialbeiträge hinterzogen, sei fallengelassen worden.
Die Insolvenz der Elsa AG war im Mai 2002 eröffnet worden. Im September darauf meldete sich das Unternehmen als "neue Elsa" GmbH mit einem Support-Angebot für alle Elsa-Produkte zurück, doch sie geriet schon bald in finanzielle Schwierigkeiten; im Juni 2003 häuften sich die Klagen von Mitarbeitern, denen ausstehende Gehälter nicht gezahlt wurden. Die Gehaltszahlungen waren schon seit Januar ausgeblieben. Im Oktober 2003 stellte nach einigem Hin und Her die Techniker Krankenkasse einen Insolvenzantrag gegen die Neue Elsa.
Richter Matthias Quarch sah nun laut Zeitungsbericht "einen der klarsten Fälle von Insolvenzverschleppung", die er in letzter Zeit gesehen habe. Dass Theo-Josef B. keine Gehälter gezahlt habe, könne man ihm angesichts der Zahlungsunfähigkeit aber nicht vorwerfen. Hierfür sei eher Falk S. verantwortlich zu machen, vom Sommer 2002 bis Ende März 2003 Bs. Vorgänger als Geschäftsführer. Das Verfahren gegen Falk S. wurde gegen eine Geldbuße von 3000 Euro eingestellt. Dem dritten Angeklagten Peter T. wurde nicht der Prozess gemacht, da er schon länger schwer krank sei.
Fast alle der letztlich 40 Beschäftigten der Neuen Elsa hatten monatelang auf ihr Gehalt gewartet. In dieser Zeit hatte die Geschäftsleitung 36 Betriebsversammlungen abgehalten, in denen von "vielversprechenden Gesprächen" und von "greifbaren Millionenbeträgen" die Rede gewesen sei, wie die Zeitung weiter berichtet. Doch die Hoffnungen erfüllten sich nicht. Das Insolvenzverfahren der Neuen Elsa wurde mangels Masse gar nicht eröffnet. Die Mitarbeiter klagten Vollstreckungstitel ein, sahen aber kaum Geld. (anw)