Scharfe Kritik von Aktionärsvertretern an Balda-Vorstand

"Balda hat so ziemlich alle Erwartungen enttäuscht", hieß es von Aktionärsschützern bei der Hauptversammlung des angeschlagenen Handyzulieferers.

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  • dpa

Der angeschlagene Handyzulieferer Balda hat scharfe Kritik von Aktionärsvertretern einstecken müssen. "Balda hat so ziemlich alle Erwartungen enttäuscht", sagte Thomas Hechtfischer von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) bei der Balda-Hauptversammlung in Bielefeld. Vorstandschef Joachim Gut kündigte dagegen an, im Gesamtjahr 2008 sollten alle Geschäftsfelder profitabel sein. Das erste Halbjahr werde aber schwächer als die zweite Jahreshälfte ausfallen. Es gebe zehn gesicherte Aufträge im neuen Kerngeschäft mit berührungsempfindlichen Bildschirmen.

Gut kündigte außerdem an, die Medizintechnik-Tochter solle noch im laufenden Jahr verkauft werden. Balda stehe aber nicht unter Zeitdruck. Nach Angaben von Finanzchef Dirk Eichelberger soll der Anteil des Geschäfts mit dem größten Kunden am Balda-Umsatz bis Ende 2008 unter 60 Prozent sinken. Dem Vernehmen nach liefert die chinesische Balda-Tochter TPK die Touch-Screens für das Apple-Handy iPhone.

Nach Millionenverlusten 2007 betrug der Verlust im fortgeführten Geschäft im ersten Quartal 2008 im Vergleich 6,7 Millionen Euro nach 1,7 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz stieg von 42,9 auf 45,2 Millionen Euro. Die Zahlen des zweiten Quartals will das Unternehmen mit gut 6500 Mitarbeitern am 6. August bekannt geben.

Unterdessen gab es im Streit der NordLB mit dem einstigen Vorzeige-Jungunternehmer Lars Windhorst über die Besetzung des Balda-Aufsitzrats eine Lösung. Zwar sah die Tagesordnung der Hauptversammlung vor, den Windhorst-Anwalt Michael Naschke in das Gremium zu wählen. Aber laut eines von Aufsichtsratschef Richard Roy verlesenen Schreibens zog Naschke seine Kandidatur zurück. Die NordLB hatte als eigenen Kandidaten Manfred Puffer vorgeschlagen, der derzeit im Aufsichtsrat der der österreichischen Bundesfinanzagentur sitzt.

Die NordLB hält nach eigenen Angaben 15,1 Prozent des Balda-Grundkapitals – wohl nicht ganz freiwillig. Windhorst ist Geschäftsführer der Investmentfirma Vatas, deren Muttergesellschaft Sapinda 8,4 Prozent der Anteile hält. (dpa) / (jk)