Auftragseinbruch in Halbleitersparte von Carl Zeiss

Wegen sinkender Nachfrage nach Chips für Computer hat der Optik- und Elektronikkonzern in den ersten zwei Monaten des laufenden Geschäftsjahres einen Auftragseinbruch verbucht.

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Der Optik- und Elektronikkonzern Carl Zeiss hat wegen sinkender Nachfrage nach Chips für Computer in den ersten zwei Monaten des laufenden Geschäftsjahrs 2008/2009 (30. September) einen Auftragseinbruch in der Halbleitersparte verbucht. Die Aufträge seien um 30 bis 40 Prozent zurückgegangen, sagte der Vorstandsvorsitzende Dieter Kurz heute in Stuttgart. Mit dem Betriebsrat werde derzeit über die Einführung von Kurzarbeit in diesem Bereich am Standort Oberkochen verhandelt. In Jena starte die Kurzarbeit für rund 250 Mitarbeiter bereits am 1. Januar.

Im vergangenen Geschäftsjahr sank laut Mitteilung das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) des Konzerns um 13 Prozent auf 343 Millionen Euro. Dieser Rückgang beruhe auf Einmaleffekten und einem verlangsamten Wachstum im zweiten Halbjahr, sagte Kurz. Der Umsatz kletterte um fünf Prozent von 2,6 Milliarden auf 2,7 Milliarden Euro. Die Auftragseingänge sanken um vier Prozent.

In Oberkochen seien die Überstundenkonten der rund 1600 Mitarbeiter in der Halbleitertechnik noch gut gefüllt, sie würden nun sukzessive abgebaut, sagte Kurz. Außerdem würden Mitarbeiter in anderen Unternehmensbereichen eingesetzt. Von der Kurzarbeit wären rund 800 Beschäftigte betroffen. Auch die Zahl der Zeitarbeiter werde bereits reduziert. In Jena sei die Kurzarbeit bis zum 30. Juni 2009 beantragt. Im vergangenen Geschäftsjahr sanken die Erlöse in dieser Konzernsparte um zwei Prozent. Sie lagen bei einer Milliarde Euro.

Der Auslandsanteil am Konzerngeschäft betrug 84 Prozent. In den Ausbau von Produktionsanlagen investierte Zeiss im Geschäftsjahr 2007/2008 rund 118 Millionen Euro. Zudem flossen 321 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung. Das entspricht 12 Prozent des Umsatzes. Weltweit arbeiteten für den Konzern 13 060 Beschäftigte, davon 8440 in Deutschland. Im vergangenen Jahr waren 12 257 Mitarbeiter in dem Konzern beschäftigt. (dpa) / (anw)