Bertelsmann muss deutliche Gewinneinbußen hinnehmen

Im vergangenen Jahr brach der Überschuss bei Europas größtem Medienkonzern auf 405 Millionen Euro ein gegenüber 2,5 Milliarden Euro im Jahr 2006.

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Europas größter Medienkonzern Bertelsmann hat 2007 erhebliche Einbußen beim Gewinn hinnehmen müssen. Der Überschuss brach laut Mitteilung von 2,5 Milliarden Euro im Vorjahr auf 405 Millionen Euro ein. Finanzvorstand Thomas Rabe sagte heute in Berlin, verantwortlich für den Gewinnrückgang seien Wertberichtigungen im Endkunden-Geschäft in Nordamerika und Einmaleffekte aus dem Jahr 2006. Allein für die Buch- und DVD-Clubs in Nordamerika mussten mehr als 400 Millionen Euro abgeschrieben werden.

Der Bertelsmann-Umsatz sank im vergangenen Jahr um 2,8 Prozent auf 18,8 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Operating EBIT) sank um 56 Millionen Euro auf 1,81 Milliarden Euro. 2008 soll sich der Umsatz um ein bis zwei Prozent erhöhen und das Nettoergebnis sich mindestens verdoppeln.

Der Umsatz im Unternehmensbereich BMG, der nach dem Verkauf des Musikverlagsgeschäfts Ende 2006 im Wesentlichen aus der 50-Prozent-Beteiligung am Joint Venture Sony BMG Music Entertainment besteht, ging um 27,8 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro zurück. Als Grund gibt Bertelsmann neben dem Verkauf der Sparte BMG Music Publishing einen Rückgang um 17 Prozent bei physischen Tonträgern an. Dieser Rückgang sei durch den Zuwachs bei digitalen Formaten um 40 Prozent nur teilweise aufgefangen worden.

Der Umsatz der TV-, Radio- und Fernsehproduktionsgruppe RTL Group lag mit 5,7 Milliarden Euro trotz des Verkaufs der Beteiligung am französischen Pay-TV-Sender TPS um 1,2 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Zuwachs kam vor allem durch gestiegene Werbeeinnahmen in europäischen Kernmärkten zustande, teilt Bertelsmann mit. Der Umsatz der Verlagsgruppe Random House ging wegen der "schwachen Kursentwicklung des US-Dollars" und des "eingetrübten Konsumklimas in Nordamerika" um 5,6 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro zurück. Der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr setzte mit 2,8 Milliarden Euro 1 Prozent weniger um als 2006. (anw)