Steirischer Landtag seit zwei Jahren papierlos

Zwar gilt der Ausdruck "papierloses Büro" weithin als Synonym für die nicht eingelösten Versprechen der IT-Industrie, aber in Österreich hat das erste Landesparlament die Umstellung auf digitalen Schriftverkehr geschafft.

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Von
  • Jürgen Seeger

Seit zwei Jahren wickelt der Steirische Landtag Gesetzgebung und Schriftverkehr komplett digital ab. Da die Online-Anwendung überaus erfolgreich läuft, wollen weitere Parlamente dem Beispiel aus Österreich folgen, schreibt das IT-Magazin iX in seiner aktuellen Ausgabe 4/08.

Als erstes und einziges Parlament Europas hat das österreichische Bundesland die gesamte Gesetzgebung auf papierlose Prozesse umgestellt. Das Projekt trägt den Namen Pallast – Papierloser Landtag Steiermark. Mit dem Stichtag der Inbetriebnahme erhielten alle 56 Abgeordneten Laptops, die ihnen seitdem als Arbeitsgrundlage dienen. Die Pallast-Sicherheitsarchitektur garantiert den Schutz aller vertraulichen Informationen, da Datenmengen ausnahmslos verschlüsselt übertragen werden.

Die Verlagerung aller Parlamentsprozesse und die Ablage der Daten erfolgt über ein zentrales Online-System. Damit umgeht man den Versand sensibler Dokumente per E-Mail oder Fax. Die Anwendung läuft seit über zwei Jahren anstandslos zur Zufriedenheit aller und wird permanent weiterentwickelt.

Die Vorteile des digitalen Parlaments liegen auf der Hand: Einfache Bedienbarkeit, kurze Wege, Entbürokratisierung und Kosteneinsparung machen das Projekt auch für andere Länder interessant. So liegt im brandenburgischen Landtag bereits ein Feinkonzept für ein ähnliches System vor.

iX ist ab Donnerstag (20. 3.) im gut sortierten Zeitschriftenhandel erhältlich oder – ohne Versandkosten – hier. (js)