Cisco konzentriert sich stärker auf chinesischen Markt

Cisco-Chef John Chambers hat in Peking Einzelheiten der neuen China-Initiative des Netzwerkausrüsters präsentiert. Danach will der Konzern künftig deutlich mehr in China kaufen und sucht verstärkt Beteiligungen an "innovativen chinesischen Unternehmen".

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Der US-amerikanische Netzwerkausrüster Cisco will künftig deutlich mehr Waren und Dienstleistungen in China beziehen und sucht verstärkt Beteiligungen an "innovativen chinesischen Unternehmen". Die Maßnahmen sind Bestandteil einer neuen China-Initiative, die Cisco-Chef John Chambers in Peking präsentierte. Danach sollen die Investitionen in den chinesischen Markt, die sich Unternehmensangaben zufolge seit 2002 auf 8,5 Milliarden US-Dollar belaufen, in den kommenden fünf Jahren auf 16 Milliarden US-Dollar ausgeweitet werden.

Vorgesehen ist vor allem eine "deutliche Erhöhung der lokalen Warenbeschaffung". Gemeinsam mit der China Development Bank will der Konzern zudem ein Investitionsprogramm auflegen, über das chinesische Firmen gefördert werden, die im Bereich IT und Umweltschutz aktiv sind. Der Finanzarm des Konzerns, Cisco Capital, stellt weitere 400 Millionen US-Dollar für Finanzierungsangebote zur Verfügung, die von chinesischen Cisco-Kunden in Anspruch genommen werden können. Cisco Systems Capital China ist seit Mitte 2006 aktiv und verwaltet derzeit Einlagen in Höhe von rund 60 Millionen US-Dollar.

Im Bildungsbereich will der Konzern das hauseigene Networking-Acadamies-Programm ausweiten und konzentriert sich dabei vor allem auf die zentralen und westlichen Provinzen Chinas. FĂĽr den Aufbau der Trainingsprogramme an weiteren 300 Fachhochschulen im Land stellt der Konzern Netzwerk-Equipment im Wert von 6 Millionen US-Dollar zur VerfĂĽgung. Bis 2010 sollen dort dann 100.000 Studenten auf die Zertifizierung zum Netzwerktechniker vorbereitet werden. Aufgebaut wird in China auch Ciscos erstes globales "Green" Technology Centre, das sich Themen wie Energieeffizienz, Verringerung von Elektronikschrott oder Emissionsreduzierung widmen soll.

Mit der Alibaba Group, dem führenden Business-to-Business-Unternehmen (B2B) in China, will Cisco künftig gemeinsam Management-Dienstleistungen für kleinere und mittlere Betriebe vermarkten. Zuvor hatte Cisco bereits eine Beteiligung in Höhe von 17,5 Millionen US-Dollar an der Internet-Handelsplattform Alibaba.com vereinbart, die kommende Woche an die Börse geht. Die Website zählt mehr als 24 Millionen Nutzer, darunter viele Unternehmen, die zwischen 250 und 10.000 US-Dollar im Jahr für die Online-Dienste zahlen. (pmz)