Mittelstand soll ins Theseus-Suchmaschinenprojekt eingebunden werden
Das Bundeswirtschaftsministerium hat den mit 10 Millionen Euro ausgestatteten Technologiewettbewerb "Theseus Mittelstand 2009" gestartet, um kleine und mittlere Firmen für das "Leuchtturmprojekt" zu gewinnen.
Das Bundeswirtschaftsministerium hat am gestrigen Mittwoch den Technologiewettbewerb "Theseus Mittelstand 2009" gestartet, um kleine und mittlere Unternehmen (KMU) für das "Leuchtturmprojekt" zur Verbesserung semantischer Suchmöglichkeiten im Internet zu gewinnen. Die über das Programm eingebundenen Firmen aus dem Mittelstand haben so dem Wirtschaftsressort zufolge die Gelegenheit, an ersten Ergebnisse aus dem Vorhaben frühzeitig zu partizipieren. Auf dieser Grundlage könnten sie eigene Techniken für innovative Produkte und Verfahren entwickeln und erproben. Hauptschwerpunkt des Wettbewerbs werde die Schaffung neuer Dienste und Geschäftsmodelle sein. Für den Wettbewerb stelle man Fördermittel in Höhe von rund 10 Millionen Euro zur Verfügung.
"Mit Theseus Mittelstand wollen wir Kreativität und Leistungsfähigkeit von kleineren und mittleren Unternehmen bei der Technologie- und Marktentwicklung stärker einbeziehen", erläutert Wirtschaftsstaatssekretär Jochen Homann den Vorstoß. Er erwarte, dass gerade auch dadurch die gewünschten Impulse von Theseus für mehr Erfindungskraft sowie mehr Wachstum und Beschäftigung am Standort Deutschland ausgehen. Projektskizzen könnten bis zum 1. Dezember 2008 eingereicht werden.
Das auf fünf Jahre angesetzte, im August 2007 gestartete Theseus-Projekt wird derzeit von der Bundesregierung mit rund 90 Millionen Euro gefördert. Das in der ersten Programmphase gebildete Konsortium zur Durchführung des Vorhabens besteht aus etwa 30 Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft, welche die gleiche Fördersumme einbringen wollen. Bislang sind darin vor allem Schwergewichte aus der Industrie vertreten wie die Bertelsmann-Tochter empolis, SAP, Siemens oder T-Systems. Ursprünglich wollten Deutschland und Frankreich im Rahmen einer Public Private Partnership gemeinsam mit der Industrie rund 400 Millionen Euro in die zunächst Quaero getaufte Unternehmung stecken.
Ziel des Konsortiums zur Verbesserung der Such- und Indiziertechnik ist es, eine Verknüpfung der vergleichsweise willkürlichen Verschlagwortung von Inhalten über "Social Tagging" bei Web-2.0-Diensten mit dem deutlich strengeren Katalogisierungsansatz des sogenannten semantischen Web zu erreichen. Die auf Theseus aufbauende Technik soll aus dem Kontext heraus unterscheiden können, ob mit "Golf" in einer bestimmten Aussage die Sportart, das Auto oder die Meeresbucht gemeint sind. Generell lautet der Plan, dass Theseus einmal wie der Namensgeber aus der griechischen Mythologie den Nutzern den Weg durchs Wissenslabyrinth weist. Das Wirtschaftsministerium selbst spricht davon, eine neue internetbasierte Infrastruktur entwickeln zu wollen, um das Wissen im Netz besser nutzen und verwerten zu können. Das Ressort hatte bereits im Oktober 2007 einen Wettbewerb ausgerufen, um talentierte Nachwuchsforscher in das Projekt zu holen.
Siehe dazu auch:
- Theseus-Talente ausgezeichnet
- EU-Kommission genehmigt Millionen-Beihilfe für Quaero
- Politische Querelen behindern europäische Google-Alternative
- Theseus wird enthüllt
- SuMa-eV über das Suchmaschinen-Projekt Theseus: "Letzte Chance verspielt"
- EU-Kommission genehmigt deutsche Millionen-Beihilfe für Internet-Projekt
- Hoffen auf die nächste Generation von Suchmaschinen
- Bundesregierung will am semantischen Suchinstrument Theseus festhalten
(Stefan Krempl) / (jk)