Sachsen-Anhalt prüft Interessensverquickungen bei Q-Cells-Förderung
Ein ehemaliger Chef der landeseigenen IBG Beteiligungsgesellschaft soll laut einem Zeitungsbericht über einen Mittelsmann Aktien an dem von der IBG geförderten Unternehmen gezeichnet haben.
Nach Berichten über mögliche Interessensverquickungen bei der Förderung des Solarherstellers Q-Cells prüft Sachsen-Anhalt Vorwürfe gegen einen Ex-Chef der landeseigenen IBG Beteiligungsgesellschaft. Er soll laut einem Bericht des Handelsblatts über einen Mittelsmann Aktien an dem Unternehmen in Bitterfeld-Wolfen gezeichnet haben, das von der IBG mit 4,1 Millionen Euro gefördert wurde. Wie ein Sprecher des Finanzministeriums am Dienstag sagte, hat Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) als IBG-Aufsichtsratschef veranlasst, dass ein unabhängiger Rechtsanwalt die Vorwürfe und die Verträge zwischen dem Mann mit der IBG prüft.
Im Frühjahr hatte die Staatsanwaltschaft Magdeburg nach einer anonymen Anzeige wegen Subventionsbetrugs gegen den früheren IBG-Chef ermittelt. Das Verfahren sei wegen Mangels an Beweisen im Mai eingestellt worden, sagte eine Sprecherin.
Vom früheren IBG-Chef war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen. Das Handelsblatt zitierte ihn mit den Worten, als Geschäftsführer der IGB "unterlag ich weder einem Verbot, mich an einem Unternehmen zu beteiligen, noch war ich verpflichtet, derartige Beteiligungen mitzuteilen".
Dem Blatt zufolge soll der frühere IGB-Chef bereits bei der Gründung von Q-Cells im Jahr 1999 Anteile an dem Solarunternehmen gezeichnet haben. Ein Jahr später flossen die Fördergelder der IGB. Laut Wirtschaftsministerium wurden sie später an das Land zurückgezahlt.
Q-Cells hatte im April 2012 Insolvenz angemeldet. Im August hatte der koreanische Mischkonzern Hanwha das Unternehmen übernommen. (anw)