Appflug
Ob Ferien- oder Geschäftsreisen: Wer gut vorbereitet ist, hat weniger Stress. Mit den richtigen Apps findet man nicht nur im Flugzeug den bequemsten Sitz, sondern ist auch immer auf dem Laufenden, was Abflugzeiten oder Gate-Änderungen betrifft. Sogar für Kurzweil ist gesorgt.
- Kai König
E-Mail, Chat und Videokonferenzen haben die Menschheit näher zusammengebracht und erleichtern private und geschäftliche Kommunikation. In vielen Fällen ist jedoch die persönliche Interaktion gewünscht oder nötig, und eine Reise steht an. Bei der Planung und erfolgreichen Durchführung von Reisen aller Art helfen diverse mobile Helferlin.
Heutzutage stellt jede größere Fluglinie eine eigene App bereit, auch wenn deren Existenzgrundlage in vielen Fällen auf mehr als wackeligen Füßen steht. Oft handelt es sich bei Airline-Apps um nicht viel mehr als eine in einem App-Rahmen aufbereitete Webseite, die der Nutzer einfach im Webbrowser aufrufen könnte. Aber bekanntlich ist ja die Platzierung eines App-Icons auf dem Homescreen des Anwenders das erklärte Ziel vieler Unternehmen.
Lufthansas kostenlose iOS-App bietet glücklicherweise neben einem hübschen Design einige Komfort-Features wie die Verwaltung von Bordkarten für das elektronische Einchecken und das Senden von Push-Benachrichtigungen auf das Mobilgerät im Falle von Verspätungen oder Annullierungen gebuchter Flüge. Die iPad-Version inspiriert bei der Auswahl von Reisezielen und Buchung von Flügen auf einer Weltkarte mit Fotos verschiedener Orte. Lufthansa bietet auch eine Android-Version dieser App.
Höher, schneller, weiter – einer gewinnt
Eine weitere gelungene Anwendung der deutschen Fluglinie ist das „Lufthansa-Quartett“. Dabei handelt es sich um eine Adaption des manchem aus seiner Jugend vielleicht noch bekannten Quartettspiels mit Fahrzeugen verschiedener Art für iOS und Android. Ziel des Spiels ist es, durch Attributvergleich die Karten der anderen Mitspieler zu gewinnen. Lufthansa-Quartett lässt sich gegen einen Computergegner oder gegen andere Personen spielen und dürfte vor allem jüngere Mitreisende für eine Weile unterhalten. Schaut man in die Reviews, scheint die App auf manchen Android-Geräten aus verschiedenen Gründen nicht zufriedenstellend zu funktionieren. Auf dem Samsung Galaxy Nexus S des Autors lief sie allerdings reibungslos.
Hotels und ihre Bewertungen finden
Im Zuge der Reisevorbereitung sind einige weitere Apps besonders zu empfehlen. Zum einen ist das die offizielle App der Webseite TripAdvisor. Das Kernelement von sowohl Webseite als auch App sind Bewertungen von Hotels in aller Welt – in großer Zahl und in der Regel relativ ausführlich geschrieben. Die Mehrzahl der Inhalte ist auf Englisch verfasst, man findet jedoch je nach zu besuchender Örtlichkeit auch eine hinreichende Anzahl von Bewertungen in deutscher Sprache.
Vom selben Anbieter stammt die ebenfalls kostenlose App „Tripadvisor Offline City Guides“, die knapp 50 verschiedene Städtereiseführer bereitstellt. Sie sind ebenfalls auf Englisch und beinhalten neben informativen Texten und Bildern Karten verschiedener Stadtteile in den jeweiligen Reisezielen.
Die Auswahl und Buchung der Flugreise lässt sich auf intuitive und flexible Art und Weise mit ITAs kostenloser App „On The Fly“ durchführen. Die App ist leider nur für iPhone optimiert und erscheint daher auf dem iPad im unschönen Zoom-Modus. Die Flugsuche erlaubt das sehr feine Spezifizieren von Parametern wie Reisende, eine Mehrfachauswahl zulässiger Flughäfen sowie die Suche über Zeiträume von mehreren Tagen.
Um bereits das Reiseerlebnis zum Zielort zu optimieren, bieten die App-Stores verschiedene Hilfsmittel. Das kostenlose „Seatguru“ hilft bei der Auswahl guter Sitze auf dem Flug in den Urlaub oder zum Kunden. Der einfachste Suchansatz basiert auf der Auswahl der Fluglinie und des Flugzeugtyps. Ist letztere Information nicht verfügbar, lässt sich auch nach konkreten Flugnummern suchen. Liegt Seatguru die Zuordnung von Typ und Flugnummer vor, bietet die App die passende Karte der Sitzanordnung. Verschiedenfarbige Icons zeigen besonders gute und schlechte Sitze an, und Pop-up-Tooltipps nach Auswahl eines Sitzes liefern gegebenenfalls darüber hinausgehende Information.
FĂĽr die Profis unter den Vielfliegern
Seatguru zeigt zwar die Sitzanordnung per Airline und Flugzeugtyp, hilft allerdings nicht dabei, wirklich verfügbare Sitze auf einem Flug am Tag X zu finden. Hier kommt „ExpertFlyer“ ins Spiel. Dabei handelt es sich um einen kostenpflichtigen Onlinedienst für die Profis unter den Vielfliegern, mit dem sich umfassende Informationen zu Flügen, Sitzen und verfügbaren Buchungsklassen sowie Upgrades finden lassen – Informationen, die normalerweise nur Reisebüromitarbeitern zur Verfügung stehen.
Der Anbieter des Onlinedienstes hat außerdem die App „Seat Alerts“ im Angebot. Sie ist kostenlos und erlaubt das Erstellen eines Seat Alert für Fenster- oder Gangplatz auf einem Flug. Falls ein gewünschter Sitz verfügbar wird, benachrichtigt die App den Nutzer und dieser kann sich um die Buchung oder Reservierung kümmern. Damit der Anwender mehrere Benachrichtigungen verwalten oder gezielt einzelne Sitze anfordern kann, bietet der Onlinedienst verschiedene In-App-Käufe an.
Ist man am Flughafen angekommen und unterwegs, ist man gut beraten, „GateGuru“ als Reisebegleiter mitzuführen, der Reisende mit nützlichen Informationen versorgt. Vom Status des Fluges, über Abflugsteig, Wetterinformationen bis hin zu geschätzten Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen (Letzteres hauptsächlich für Flughäfen in den USA). Des Weiteren beinhaltet die App Karten von Flughäfen und lässt sich mit dem TripIt-Konto des Nutzers verbinden, um auf Reisedaten ohne erneute Eingabe zugreifen zu können.
Während des Flugs ist die App „iFly Safe“ einen Blick wert. Um im beengten Raum während des Fluges das Risiko einer Thrombose einzuschränken, empfehlen Mediziner und Fluggesellschaften regelmäßige Bewegungsübungen. Das kostenlose „iFly Safe“ stellt 15 dieser Übungen vor und beschreibt sie mit Text und schematischen Diagrammen.
Offline-Karten statt Roaming-GebĂĽhren
Natürlich möchten sich Reisende auch in den jeweiligen Zielgebieten zurechtfinden. Oftmals bietet sich dafür einfach die Nutzung von Google Maps an. Das wird jedoch zum Problem, sobald die Reise ins Ausland führt und extreme hohe Kosten für die Datenübertragung via Roaming anfallen. Ein denkbarer Ausweg ist, Karten sowie andere für die Reise benötigte Daten offline auf dem Gerät zu speichern.
Zu diesem Zweck bieten die verschiedenen App-Stores gleich mehrere Optionen. Die Anwendung „Maplets“ zum Preis von 2,69 Euro ist eine gelungene Lösung für Reisende. Zurzeit stehen circa 10 000 verschiedene Maplets aus aller Welt zum Download bereit. Darunter finden sich Karten von Nationalparks, Zug- und Buslinien sowie Übersichtspläne von Freizeitparks, zum Beispiel Seaworld an der australischen Gold Coast. In der Regel scannen Freiwillige die Karten und versehen sie in vielen Fällen mit GPS-Koordinaten. Wer sich vor dem Kauf der App einen Überblick über die verfügbaren Maplets verschaffen möchte, kann dies auf der Webseite des Anbieters tun.
Ähnliche Funktionen bietet „OffMaps 2“ für iOS. Zum Preis von 0,89 Euro erhält man Software zur Verwaltung der Karten und zwei Karten inklusive Offline-Inhalten von Wikipedia zur Stadt oder Region. Weitere Karten kosten 0,89 Euro per Dreierpack oder 6,99 Euro als Flatrate. Die Kartendaten in „OffMaps 2“ basieren auf dem Projekt „OpenStreetMap“ und sind durchaus als gut zu beschreiben. Der Hersteller reichert die Karten mit touristischen Informationen an, sodass man sie als einfachen Reiseführer verwenden kann.
Auch an die Kleinen ist gedacht
Android-Nutzern sei zu diesem Zweck „City Maps 2Go“ empfohlen. Die App ist kostenlos und erlaubt das Herunterladen von fünf Karten. Per In-App-Kauf lässt sich die App in die Pro-Version mit unbegrenztem Karten-Download umwandeln.
Zum Abschluss eine Empfehlung für Eltern und Kinder: Mit der App „Frequent Flyer“ zum Preis von 2,69 Euro kann man den Nachwuchs prima auf den ersten Flug vorbereiten. Vom Kofferpacken über die Sicherheitskontrolle bis zum Flug erklärt sie alles kindgerecht in einer Bildergeschichte – leider nur auf Englisch. (ka)