Staatsanwaltschaft fordert zweieinhalb Jahre Haft fĂĽr Ex-Mobilcom-Chef Schmid
Nach Auffassung der Kieler Staatsanwaltschaft hat der frühere Vorstandsvorsitzende der Mobilcom AG, Gerhard Schmid, "zielgerichtet sein Vermögen dem Zugriff der Gläubiger entzogen". Die Verteidigung will hingegen auf Freispruch plädieren.
Im Strafprozess gegen den früheren Vorstandsvorsitzenden der Mobilcom AG, Gerhard Schmid, hat die Staatsanwaltschaft am heutigen Montag zweieinhalb Jahre Haft wegen dreifachen Bankrotts gefordert. Mit Transfers nach Liechtenstein habe Schmid "zielgerichtet sein Vermögen dem Zugriff der Gläubiger entzogen", sagte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer vor dem Kieler Landgericht. Die Kündigung eines Kredits durch die SachsenLB sei nach seiner Auffassung rechtmäßig, Schmid damit zahlungsunfähig gewesen. Die Verteidigung will sich im Januar abschließend zu den Vorwürfen äußern.
In dem seit Juli 2007 laufenden Verfahren werden Schmid mehrfache Bankrotthandlungen vorgeworfen. Der heute 56-Jährige soll hohe Geldbeträge auf ein Konto bei einer Bank in Liechtenstein überwiesen und damit Bestandteile seines Vermögens beiseite geschafft haben. Die Sachsen LB hatte im Jahr 2002 vergeblich versucht, Forderungen in Millionenhöhe aus einem Kredit für Schmid vollstrecken zu lassen. Die Verteidigung versucht hingegen zu beweisen, dass Schmid im April 2002 nicht zahlungsunfähig war, sondern seine sämtlichen Kreditverpflichtungen hätte erfüllen können. Sie kündigte bereits an, auf Freispruch zu plädieren. (pmz)