Die irre Realität

Wozu ist Science-Fiction eigentlich gut?

vorlesen Druckansicht
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Jens Lubbadeh

Wozu ist Science-Fiction eigentlich gut?

Neulich las ich ein interessantes StĂĽck in den BBC News. Darin analysiert die Autorin Nastaran Tavakoli-Far den Sinn und Zweck der Science-Fiction und ob sie uns die Zukunft zeigen kann.

Um das zu ergründen, befragte sie eine Reihe von Leuten, die es wissen könnten: Den Paypal-Mitgründer Peter Thiel zum Beispiel. Oder den Mitgründer der Singularity University, Peter Diamandis – einer Akademie, die die großen Fragen stellt. Außerdem dabei: Angel Investor John Taysom, die Neurowissenschaftlerin Susan Greenfield und der selbsternannte Futurist Jason Silva, der die Show "Brain Games" auf dem National Geographic Channel leitet.

Ihre Antworten fielen eindeutig aus. Science-Fiction hilft uns demnach:

  • groĂźe Visionen umzusetzen und uns nicht nur auf kleine, gewinnträchtige Innovationen zu konzentrieren
  • die positiven und negativen Konsequenzen unserer Erfindungen auszuloten
  • den ĂĽbergreifenden Rahmen im Blick zu haben, vor allem, wenn wir uns in wissenschaftlichen Detailfragen zu verlieren drohen
  • zu staunen und uns zu inspirieren. Und dafĂĽr sind Geschichten das beste Medium.

Meine Mutter konnte meine Begeisterung für Science-Fiction-Romane und -Filme nie verstehen. Was mich denn an diesem "irrealen Zeug" so fasziniere, fragte sie mich dann stets. Vielleicht war es genau das – die Irrealität. Denn die Realität kannte ich ja schon, zumindest ein wenig.

Science-Fiction als Flucht aus der Realität zu interpretieren, mag zuweilen berechtigt sein (bei mir war es das sicherlich auch). Aber das als einziges Motiv zu sehen, ist zu einfach. Die Irrealität zu erforschen, hilft, die Realität mit neuen Augen zu sehen. Und zu erkennen: sie ist einfach total irre, diese Realität! (jlu)