Materialforschung bringt Hightech voran

Neue Werkstoffe erschließen neue Märkte für Hightech-Produkte: In Bayreuth stellten Materialforscher ein paar Erfolgsgeschichten vor.

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  • dpa

Die Ergebnisse der Materialforschung und ihre Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Informationstechnologie, der Elektronik und der Medizintechnik haben Wissenschaftler aus aller Welt in Bayreuth präsentiert. Die Entwicklung von Hightech-Produkte wie der Festplatte oder energiesparender OLED-Bildschirme seien die Grundlage für hohe Profitabilität und die Erschließung neuer Märkte, sagte Professor Dietrich Harrer zum Auftakt des zweitägigen Kongresses am heutigen Montag. So sind die Forschungsergebnisse von Nobelpreisträger Peter Grünberg vom Forschungszentrum Jülich über den Magnetismus im Nano-Bereich Grundlage für Magnetplatten mit extrem hoher Speicherdichte.

Zu den Referenten in Bayreuth zählen angesehene Wissenschaftler: Richard Friend von der Universität Cambridge ist einer der Erfinder der OLED-Technologie. Die zu dünnen Schichten verarbeiteten organischen Halbleiter können schon durch geringe Spannungen und geringe Ströme zum Leuchten gebracht werden. Als Leuchtpunkte (Pixel) ermöglichen sie die Herstellung von Flachbildschirmen, die nur sehr wenig Energie benötigen. Masanobu Yamamoto von Sony gehört zu den federführenden Entwicklern der Blu-ray-Technologie, die rund 500 Milliarden Informationseinheiten (50 GByte) auf einer DVD-ähnlichen Platte ermöglicht.

"So hat sich die Technologie mit Molekülen in weniger als drei Jahrzehnten zu einer Sparte der Informationsindustrie entwickelt, die die Zeiten des Celluloidfilms und des Magnetbandes als finsteres Mittelalter erscheinen lässt", erklärte Claudia Benedikt vom Kompetenzzentrum Neue Materialien Nordbayern. Zusammen mit den Hochschulen und innovativen Unternehmen verfüge Oberfranken über eine hohe Kompetenz in der Materialforschung, die als eine der Schlüsseltechnologien der Zukunft gilt.

In der Medizintechnik ist es nach Angaben von Professor James Kirkpatrick von der Universität Mainz heute möglich, Bakterien, Viren und krankhaft veränderte Proteine fast bis in den Bereich eines einzelnen Moleküls nachzuweisen. Zu den Ergebnissen der Materialforschung zählen auch Implantate und künstliches Hautgewebe, die vor der klinischen Anwendung stehen. (dpa) / (vbr)