BBCs Video-on-Demand-Pläne vorläufig auf Eis gelegt

Britische Wettbewerbshüter haben sich in einer vorläufigen Entscheidung gegen das Gemeinschaftsprojekt der drei britischen Fernsehanstalten BBC, Channel 4 und ITV ausgesprochen.

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Von
  • Andreas Stiller

Nachdem in Deutschland die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten mit ihren Internet-Plänen mit dem neuen Rundfunkstaatsvertrag nicht zuletzt wegen Bedenken aus Brüssel in Schranken gewiesen wurden, hat nun auch in Großbritannien die BBC zusammen mit den Fernsehsendern Channel 4 und ITV mit ihren Video-on-Demand-Plänen zunächst einmal Schiffbruch erlitten: Das britische Kartellamt stoppte nach einem Bericht auf FAZ.net in einer vorläufigen Entscheidung das Projekt Kangoroo. Die Wettbewerbshüter befürchten, dass die Kooperation der "on air" miteinander rivalisierende Sender im Bereich des Video-on-Demand-Angebots den Wettbewerb heute und in der Zukunft beeinträchtigen würde. Die endgültige Entscheidung wird für Februar erwartet.

Schon Ende November musste die BBC andere Internet-Pläne aufgeben. Sie wollte über 60 lokale Internetportale für Videos und Texte errichten, doch die Kontrolleinrichtung BBC Trust, die im Namen der Steuerzahler die Qualität des Angebots und die Unabhängigkeit der BBC überwacht, hatte sich ebenso wie die Medienaufsichtsbehörde Ofcom in ihren Stellungnahmen dagegen ausgesprochen. Sie befürchten, dass diese Portale Regionalzeitungen und andere regionale Anbieter verdrängten. Die BBC solle lieber ihr Angebot im bestehenden Fernsehen verbessern, so der BBC-Trust-Vorsitzende Michael Lyons damals. (as)