ISS: Roboter soll Astronauten unterhalten

Ein sprechender Roboter leistet während der nächsten ISS-Mission einem japanischen Astronauten Gesellschaft. Man erhofft sich auch Erkenntnisse darüber, wie gut Roboter für die Unterhaltung allein lebender Menschen sorgen können.

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Von
  • Sylvia Beckers

Das Team an Bord der Raumstation ISS bekommt Zuwachs: Ein kleiner sprechender Roboter namens "Kirobo" wurde am 4. August als Teil eines japanischen Versorgungsmoduls (PDF) ins All geschickt. Der Raketenstart ist nach Angaben der japanischen Raumfahrtagentur JAXA erfolgreich verlaufen.

"Kirobo" in der Schwerelosigkeit: Der sprechende Roboter fliegt zur ISS.

(Bild: Kibo Robot Project)

Der "Roboter-Astronaut" soll die ISS in wenigen Tagen erreichen und für rund 18 Monate dort bleiben. Während dieser Zeit soll er mit dem japanischen Astronauten Koichi Wakata kommunizieren. Wakata wird während der ISS-Expedition 39 der erste japanische Kommandant der Raumstation sein.

"Kirobo" ist nur 34 cm groß und wiegt ungefähr 1 Kilo. Er kann Japanisch sprechen und ist sowohl mit Sprach- als auch Gesichtserkennungssoftware ausgestattet. Außerdem ist er in der Lage, verschiedene Bewegungen und typisch menschliche Gesten auszuführen. Diese Eigenschaften sollen ihn dazu befähigen, dem Astronauten Gesellschaft zu leisten. Die Projektbeteiligten wollen herausfinden, ob und wie der Roboter durch das Nachahmen menschlicher Verhaltensweisen den Astronauten während des langen Aufenthalts im All auf emotionaler Ebene unterstützen kann.

Astronauten sind aber nicht die Hauptzielgruppe für den Einsatz sprechender Roboter. Auf der englischen Website des japanischen Projekts wird auf die steigende Zahl allein lebender Menschen verwiesen. Der Mangel an Kommunikation in einer solchen Gesellschaft könne vielleicht mithilfe von Robotern behoben werden, heißt es unter der Überschrift: "In the Future, Robots will communicate with Us!"

Der Roboter hat zuvor mehrere Tests durchlaufen, die sicherstellen sollten, dass die Technik den Ausflug ins All übersteht und "Kirobo" die menschlichen Astronauten auf der ISS nicht beispielsweise durch zu laute Geräusche bei ihrer Arbeit stört. An dem Projekt sind neben der JAXA, der University of Tokyo und dem Roboter-Designer Tomotaka Takahashi auch Toyota und die Werbeagentur Dentsu beteiligt.

Neben dem neuen ISS-Bewohner, dessen Name aus über 2000 online eingereichten Vorschlägen gewählt wurde, bringt das Modul HTV4 wie zuletzt beispielsweise das ESA-Versorgungsschiff "Albert Einstein" auch Lebensmittel und Kleidung zur ISS. (sybe)