Weitfunk-Netz fürs Land

Mit modifizierten WLAN-Modulen und Parabolantennen überträgt Intels Rural Connectivity Platform Funkdaten bei freier Sicht bis zu 100 Kilometer weit.

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Von
  • Reiko Kaps

Intel hat einen Prototyp der Rural Connectivity Platform (RCP) vorgestellt. Das System soll bei Sichtverbindung Entfernungen von bis 100 Kilometer überbrücken. Bei mehrerern Pilotversuchen in Vietnam, Panama und Südafrika transportierte die RCP beispielsweise VoIP-Daten. In Indien verbindet es zwei Unis drahtlos über knapp 30 Kilometer mit 6 MBit/s. Die Fernverbindung bauen die RCP-Router untereinander über Parabolantennen auf. Behindern beispielsweise Berge oder Bebauung die direkte Verbindung, können einzelne RCP-Geräte als Relaisstation das Signal verstärken und weiterreichen.

Der RCP-Router sitzt in einem wetterfesten Gehäuse. In MiniPCI-Slots nimmt er bis zu vier Funkmodule auf. Die Standardausführung der Basisstation arbeitet mit zwei gewöhnlichen WLAN-Karten: Eine baut als RCP-Modul mit modifiziertem WLAN-MAC-Protokoll die Langstreckenverbindung zu anderen RCP-Geräten auf. Die zweite Karte bedient als AP für lokale WLAN-Clients. Arbeitet das Gerät auch als Relais, benötigt man laut Datenblatt eine dritte WLAN-Karte.

Der IXP-Prozessor der Geräte läuft mit Snapgear Linux, das um angepasste WLAN-Treiber und automatische Einrichtungsskripte erweitert ist. Über eine Web-Oberfläche erledigt man Wartungsarbeiten und erfährt Statusmeldungen. Den Leistungsbedarf beziffert Intel mit moderaten 6 Watt. Die RCP-Router sollen im dritten Quartal 2008 auf den Markt kommen, ein OEM-Partner übernimmt Produktion und Vertrieb. Als Preis peilt Intel höchstens 500 US-Dollar ("sub-$500") an.

Auch andere Projekte wie Green-Wifi haben sich zum Ziel gesetzt, ländliche Gegenden in Entwicklungsländern ans Internet anzuschließen. Auch wurden bereits früher erfolgreich WLAN-Versuche über mehrere hundert Kilometer durchgeführt. (rek)