IAP-Kultur: Wir zahlen zweimal, es ist OK

Jüngere Spieler akzeptieren Arten der Monetarisierung, die für den durchschnittlichen "älteren" Entwickler einen Affront und eine Frechheit erster Ordnung darstellen. Ein neuer Konflikt der Generationen als Trend.

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Von
  • Tam Hanna

In der Anfangszeit der Konsolenspiele genügte es, einen Titel einmal zu kaufen. Eventuelle, über das Internet nachgelieferte "Mini-Inhalte" waren in Anbetracht des alles andere als günstigen Preises als kostenlose Erweiterungen erhältlich.

Ein für XBox 360 und PlayStation III erhältlicher Egoshooter – dieses Blog hat mittlerweile eine derartige Reichweite, dass das Nennen des Namens zu Anrufen des Herstellers führen würde – bietet neben dem klassischen "Frontalgefecht" auch die Möglichkeit, Untote in einer Art "FFA-Modus" anzugreifen. Dieser auf den ersten Blick eher stumpfsinnig klingende Betriebsmodus macht in der Praxis jede Menge Spaß und entwickelte sich schnell zum Liebling im Unternehmen des Autors.

Ärgerlicherweise war der Zombiemodus des Vollpreisspiels beschränkt: Ohne Zahlung einer zusätzlichen Lizenzgebühr durften die Gefechte nur in einer einzelnen Map stattfinden. Der für die Freischaltung der vier zusätzlichen Karten geforderte Obolus von 15 Euro war alles andere als gering und führte beim Autor dieser Zeilen zu nicht unerheblicher Verstimmung.

Zwei im Unternehmen anwesende Praktikanten (rund 15 Jahre alt) konnten das in keiner Weise nachvollziehen – ihrer Meinung nach sei es völlig OK, dass der Entwickler für "später nachgereichte Inhalte" zusätzliches Geld fordere, der Preis sei im Vergleich zu einem vollen Spiel "ebenfalls im Rahmen".

Dieser "Konflikt der Generationen" zeigt einen – aus Sicht des Autors nicht unerheblichen – Trend an. Jüngere Spieler akzeptieren Arten der Monetarisierung, die für den durchschnittlichen Entwickler einen Affront und eine Frechheit erster Ordnung darstellen. Es kann unter Umständen sehr sinnvoll sein, jüngere Personen zur geplanten Monetarisierungsstrategie zu befragen. Dass diese nach Möglichkeit nicht Mitglieder des "Jungen Clubs der konservativen Geschäftsleute" sein sollten, folgt aus der Logik.

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