Petitionsausschuss: Bundesregierung soll auf Kritik an Wahlcomputern eingehen

Der Bundestags-Petitionsausschuss will die weitere Entwicklung bei den elektronischen Wahlmaschinen genau beobachten.

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  • Richard Sietmann
Der Petitionsausschuss hat beschlossen, dem Deutschen Bundestag zu empfehlen, die Petition gegen Wahlcomputer, die der Berliner Mathematiker Tobias Hahn vor einem Jahr nach dem Bekanntwerden des Nedap-Hack an den Bundestag richtete, der Bundesregierung als Material zu überweisen und den Fraktionen des Deutschen Bundestags zur Kenntnis zu geben. Die Eingabe forderte die Streichung des Paragrafen 35 Bundeswahlgesetz, der die Stimmabgabe an sogenannten "elektronischen Wahlgeräten" zulässt, und wurde innerhalb der 6-Wochen-Frist von mehr als 45.000 Mitzeichnern unterstützt.
"Aufgrund der dargelegten besonderen Sensibilität der Materie, die auch in der öffentlichen Sitzung am 18. Juni 2007 deutlich wurde, hält es der Petitionsausschuss für notwendig, die weitere Entwicklung genau zu beobachten", heißt es in dem Beschlusstext. Der Ausschuss empfehle daher die Überweisung der Petition an die Bundesregierung, "um zu erreichen, dass die Bundesregierung sie in die Vorbereitung von Gesetzentwürfen oder anderen Initiativen oder Untersuchungen einbezieht. Der Ausschuss erwartet, dass ihm ein schriftlicher Bericht in einem Jahr zugeleitet wird". Der Bundestag wird voraussichtlich in der kommenden Woche über die Ausschussvorlage beschließen.
Wenn am Einsatz dieser Geräte festgehalten werden solle, müsse die Bundesregierung "der offensichtlichen Skepsis vieler Bürgerinnen und Bürger gegenüber diesem Einsatz durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit begegnen", erklärten die CDU/CSU-Ausschussmitglieder Günter Baumann und Carsten Müller nach der Sitzung. "In einem für die Demokratie so essenziellen Bereich wie der Durchführung von Wahlen ist es von enormer Wichtigkeit, keine Irritationen oder Zweifel aufkeimen zu lassen und dem Wähler als Souverän die subjektive Gewissheit zu erhalten, dass er seine Wahl ungehindert, ohne technische Transformationen und in einem transparenten Verfahren treffen kann".
Zum Thema E-Voting und elektronische Wahlmaschinen siehe auch:
  • Neue Gesetzesinitiative gegen Wahlcomputer in den USA
  • Innenministerium erteilt "verbesserten" Wahlcomputern Zulassung
  • Nedap freut sich ĂĽber das "Aus fĂĽr Nedap-Wahlcomputer"
  • Petition gegen Wahlcomputer voraussichtlich im November im Bundestag
  • Wahlcomputer und die Grenzen der Informationsfreiheit
  • Digitale Wahlstifte bei Hamburger BĂĽrgerschaftswahl grundgesetzwidrig?
  • Niederlande: Aus fĂĽr Nedap-Wahlcomputer
  • Wähler-Selbstkontrolle, Experten ringen um Vertrauen in elektronische Wahlmaschinen, c't 19/07, S. 84
  • US-Wahlmaschinenhersteller soll nicht-zugelassene Geräte vertrieben haben
  • Wählervoten in Ohio lassen sich nachträglich Personen zuordnen
  • Aus fĂĽr die Nedap-Wahlmaschinen in Köln?
  • Aufregung ĂĽber die Entscheidung zu Wahlcomputern in Kalifornien
  • Herber RĂĽckschlag fĂĽr US-Wahlmaschinenhersteller
  • US-Wahlcomputer können keine vertrauenswĂĽrdigen Wahlen garantieren
  • Ergebnisse des größten "Hacker"-Tests fĂĽr US-Wahlmaschinen liegen vor
  • Mängelbericht zu E-Voting-Versuchen in England veröffentlicht
  • ZĂĽrichs e-Voting-Projekt erhält Auszeichnung der Vereinten Nationen
  • Hacker-Test fĂĽr US-Wahlmaschinen
  • Innenministerium hält Wahlcomputer weiterhin fĂĽr "hinreichend manipulationssicher"
  • Widerstand gegen Wahlcomputer in Frankreich
  • Datenschutz fĂĽr Wahlcomputer
  • E-Voting am GroĂźbildschirm
  • E-Voting: Experten wollen unter sich bleiben
  • Estland wählt per Internet
  • US-Regierung benennt offizielle Wahlmaschinen-Testlabors
  • Verfassungsklage gegen Wahlcomputer
  • Gesetzentwurf zu Wahlmaschinen in den USA umstritten
  • E-Voting-Aktivismus, Ein Anlauf zur europaweiten Koordination unter Kritikern von Wahlmaschinen, c't 5/07, S. 42
  • E-Voting ist keine E-Demokratie
  • Wahlmaschinen: Florida rudert zurĂĽck
  • Cottbus verabschiedet sich von Wahlcomputern
  • 23C3: "Das Bundesinnenministerium hat das Wahlrecht gehackt"
  • WahlprĂĽfungsausschuss: Bedenken gegen Wahlcomputer "offensichtlich unbegrĂĽndet"
  • "Eine neue Situation", E-Voting in Deutschland nach dem Wahlmaschinen-Hack , Interview mit Professor Dieter Richter von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt, c't 24/06, S. 72
  • Italien stoppt Wahlcomputer-Projekte
  • Demokraten fechten Wahlergebnis in Sarasota (Florida) an
  • Alles legal: Wahleinspruch in Cottbus abgelehnt
  • Wahlcomputer in Florida unterschlagen jede achte Stimme
  • Misstrauen gegen Wahlgeräte: Wahleinspruch in Cottbus
  • Erneut Wahlmaschinen-Debakel in den USA
  • E-Voting: Hamburg fĂĽhrt den digitalen Wahlstift ein
  • Floridas Wahlcomputer fĂĽhren erneut Eigenleben
  • GrĂĽnes Licht in den Niederlanden fĂĽr Nedap-Wahlcomputer
  • SDU-Wahlcomputer von niederländischen Parlamentswahlen ausgeschlossen
  • "Die Nicht-Lösung eines nicht existierenden Problems", Rop Gonggrijp zu den Konsequenzen aus dem Wahlmaschinen-Hack, c't 23/06, S. 36
  • NIST soll US-Wahlmaschinen prĂĽfen
  • CCC kritisiert schwere Mängel bei Wahl in Cottbus
  • Bundestags-Petition gegen Wahlcomputer
  • GroĂźbritannien nimmt neuen Anlauf zum E-Voting
  • Schach dem E-Voting, Hackerteam demonstriert die Manipulierbarkeit von Wahlcomputern, c't 22/06; S. 52
  • PTB will den Wahlcomputer-Hack "aufmerksam und grĂĽndlich" studieren
  • Wahlmaschinen-PrĂĽfer wĂĽrdigen Arbeit der Nedap-Hacker
  • CCC fordert Verbot von Wahlcomputern - Nedap wehrt VorwĂĽrfe ab
  • Niederländische BĂĽrgerinitiative knackt Nedap-Wahlcomputer
  • Erneut Sicherheitsmängel bei Wahlmaschinen nachgewiesen
  • Obskure Demokratie-Maschine, Sind Wahlcomputer manipulationssicher?, c't 20/06, S. 86
  • Niederländische E-Voting-Gegner wollen Widerstand in Europa vernetzen
  • E-Voting: Online wählen mit zertifizierter Sicherheit
  • E-Voting: Nur die letzte Stimme zählt
  • E-Voting: "Allmählich wird es ernst"
  • E-Voting: Ja, aber ..., Bedenken gegen die Wahlcomputer von Nedap, c't 16/06, Seite 54
  • Naive E-Wähler, Rechtliche und technische Probleme bei Wahlcomputern in Deutschland, c't 15/06, S. 104
  • Der Stift-Kompromiss, Das Hamburger Landeswahlamt propagiert fĂĽrs Voting den digitalen Wahlstift, c't 6/06, S. 90
  • "Der schleichende Verfall der öffentlichen Kontrolle", Der 22C3 diskutiert ĂĽber Wahlen per Internet und E-Voting, c't 2/06, S. 20
  • E -Voting vs. Verfassung, Rechtliche Bedenken bei elektronischen Wahlmaschinen in Deutschland, c't 1/06, S. 80
  • Elektronische Wahlen?, Einige verfassungsrechtliche Fragen, c't 23/05, S. 228
  • Dreimal drĂĽcken – fertig?, E-Voting-GroĂźeinsatz bei der Bundestagswahl, c't 19/05, S. 54
  • Trial and Error, Streit um technische Richtlinien fĂĽr US-Wahlcomputer, c't 17/05, S. 54
  • E-Voting – ein Spiel mit dem Feuer, Elektronische Wahlsysteme bei den US-Präsidentschaftswahlen 2004, c't 23/04, S. 100
  • VerfĂĽhrerischer Charme ..., ... aber die EinfĂĽhrung allgemeiner Online-Wahlen bleibt umstritten, c't 11/01, S. 22
  • Der virtuelle Wähler, Zweifel am Urnengang mittels Internet, c't 8/01, S. 70
  • (Richard Sietmann) /