HP überdenkt das Geschäft mit Digitalkameras

Der Hersteller ist auf der Suche nach einem OEM-Partner, der das gesamte Kamerageschäft weiterführen soll, während die Marke HP erhalten bleibt.

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Der weltgrößte PC-Hersteller will sein Digitalkamerageschäft neu strukturieren und dabei frei werdende Ressourcen seiner Ende Mai 2007 gestarteten Print-2.0-Initiative zugute kommen lassen. Das kündigte Hewlett-Packard heute in einer offiziellen Mitteilung an. Derzeit sei HP auf der Suche nach einem geeigneten OEM-Partner, der das gesamte Kamerageschäft in Lizenz übernehmen solle.

Entwicklung, Bezug und Vertrieb sollen in die Verantwortung des OEM-Herstellers fallen, die Digitalkameras aber weiterhin unter der Marke HP verkauft werden. Potenzielle Partner benannte Hewlett-Packard bisher nicht, geht aber davon aus, die Umstellung noch in der ersten Jahreshälfte 2008 vollziehen zu können.

Mit diesem Schritt konzentriert sich HP auf seine eigentliche Stärke: den Markt für Drucker, Verbrauchsmaterialien und passendes Zubehör. Unter den Anbietern von Digitalkameras konnte HP in den vergangenen Jahren weltweit nie mehr als eine Nebenrolle spielen. Nach Zahlen von IDC gehörte HP 2006 nicht zu den Top-9 unter den Digitalkameraherstellern, die zusammen fast 87 Prozent des Gesamtmarktes von rund 106 Millionen Stück abdecken.

In Deutschland erwartet der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) für die digitalen Fotoapparate mittlerweile rückläufige Verkaufszahlen. Nach 7,1 Millionen Stück im vergangenen Jahr sollen 2007 nur noch rund 6,7 Millionen verkauft werden, prognostiziert Michael Schidlack, Bereichsleiter Consumer Electronics & Digital Home. Die Umsätze dürften dabei sogar um zehn Prozent auf 1,67 Milliarden Euro zurückgehen. (map)