WLAN-Hotspot fĂĽrs Auto

Chrysler will noch in diesem Jahr ein Autoradio zum NachrĂĽsten mit integriertem WLAN-AP und Mobilfunkzugang anbieten. Funkwerk plant einen UMTS-WLAN-Router mit 12-V- und 24-V-Anschluss.

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Von
  • Sven-Olaf Suhl

Der US-Autokonzern Chrysler, zu dem auch die Marken Dodge und Jeep gehören, will noch in diesem Jahr ein Autoradio mit integriertem WLAN-AP und Mobilfunkanbindung anbieten. Zunächst soll das Gerät zum nachträglichen Einbau angeboten und später auch in die Serienfertigung von Neuwagen aufgenommen werden. Dies kündigte Chryslers Entwicklungschef Frank Klegon während der noch bis zum 30. März laufenden New York Auto Show an, berichten US-Medien.

Technische Details oder Abbildungen des Hotspots fürs Auto wurden bislang nicht veröffentlicht. Es ist anzunehmen, dass Chrysler das Gerät zunächst in Nordamerika vermarkten wird, um sich nach der Loslösung von der einstigen "Welt-AG" DaimlerChrysler im vergangenen Jahr als selbstständiger Autobauer zu profilieren. Dafür spricht, dass der Chrysler-Unternehmenszweig Mopar die Nachrüstgeräte vermarkten soll – Mopar ist auf den Vertrieb von Ersatzteilen und Sonderausstattungen spezialisiert. Ob und wann Chrysler eine für europäische UMTS-Mobilfunknetze geeignete Variante seines WLAN-Geräts anbieten wird, bleibt offen.

Unterdessen hat das Funkwerk Dabendorf gegenĂĽber heise Autos erste Eckdaten eines fĂĽr den Einsatz in Fahrzeugen konzipierten UMTS-WLAN-Routers genannt, den das brandenburgische Unternehmen "voraussichtlich" Ende 2008 zum Preis von rund 900 Euro anbieten will.

Das Gerät beherrscht die WLAN-Standards IEEE 802.11b sowie g und bezieht seinen Strom über Anschlüsse des Kfz-Bordnetzes mit 12 Vdc oder 24 Vdc. Damit ist es auch für den Einbau in Reisebussen geeignet. Der Router weist Adressen per DHCP oder manuell zu und verschlüsselt WLAN-Verbindungen mit WPA oder WPA2. Das Gerät wird Anschlüsse für externe WLAN-Antennen sowie eine Mobilfunk-Außenantenne bekommen und setzt via HSDPA – Netzabdeckung und SIM-Karte vorausgesetzt – bis zu 7,2 MBit/s in Empfangsrichtung durch, beherrscht aber auch GPRS, EDGE und UMTS der ersten Generation. Ferner findet die Box per Fast-Ethernet ins Netz.

Offen bleibt die Frage, wie viele Autobesitzer ihr Vehikel zu einem fahrenden Hotspot aufrüsten möchten angesichts der Besetzung vieler Pkw mit einem oder höchstens zwei Insassen. BMW hatte auf der CeBIT angekündigt, zunächst die kommende 7er-Baureihe und später weitere Modelle mit einem integrierten Internet-Zugang per Mobilfunk auszurüsten und die Web-Inhalte auf dem fürs Navigieren und andere Funktionen vorhandenen Fahrzeugdisplay darzustellen. In diesem Zusammenhang – und im Interesse der Verkehrssicherheit – ist auch der von Blaupunkt für 2009 angekündigte Dual-View-Monitor interessant, der ermöglicht, dass auf demselben Display Fahrer und Beifahrer aus ihrem jeweiligen Blickwinkel ein anderes Bild angezeigt bekommen. (ssu)