Thomson streamt unkomprimierte 4k-Filme über IP-Netzwerke

Thomson zeigte heute die Leistungsfähigkeit eines selbst entwickelten Netzwerkprotokolls. In Hannover demonstrierte der Konzern, dass sich unkomprimiertes 4k-Filmmaterial fehlerfrei über tausende Kilometer lange 10GBit-IP-Strecken streamen lässt.

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Der französische Konzern Thomson demonstrierte heute eine fehlerfreie Übertragung von unkomprimiertem 4k-Filmmaterial (4096 Pixel Breite) über ein konventionelles 10-GBit/s-Ethernet-WAN. Das Thomson-Forschungslabor in Hannover hat zu diesem Zweck ein Protokoll entwickelt, das auf IP aufsetzt. Start- und Endpunkt der Übertragung war der Laborstandort, als Netzwerk kam ein 2000 Kilometer langer Glasfaserring des IP-Carriers Lambdanet zum Einsatz. Gezeigt wurde der Film auf einem 4k-fähigen Beamer von Sony.

Die Thomson-Forscher betonten, dass Echtzeit-Streaming mit Datenraten wie den heute verwendeten knapp 6 GBit/s mit gängigen Internetprotokollen wie TCP oder UDP nicht fehlerfrei möglich sei. Das neue Protokoll sei in der Lage, Fehler, die durch lange Laufzeiten zwangsläufig in Wide-Area-Netzwerken auftreten, in Echtzeit zu korrigieren.

Ziel der neuen Technik sei es unter anderem, Medienbrüche im Produktionsprozess von Spielfilmen zu eliminieren. Filmstudios könnten so ihr Material direkt vom Drehort unkomprimiert in die Produktionsstätten streamen, von dort aus könnte der Film nach Schnitt und Bearbeitung auf gleichem Wege zu Testvorführungen an weit entfernte HD-Beamer geschickt werden. Die Branche zeige nach ersten Vorführungen im Netzwerksimulator großes Interesse an dem Verfahren, betonten die Thomson-Techniker. (hob)