Freenet-Chef will Friedensschluss mit United Internet erreichen
Bevor der Streit um die Zukunft der Freenet AG auf der Aktionärsversammlung eskaliert, gibt es zumindest über die mediale Öffentlichkeit Friedenssignale.
Bevor der Streit um die Zukunft der Freenet AG auf der Aktionärsversammlung eskaliert, gibt es zumindest über die mediale Öffentlichkeit Friedenssignale: Freenet-Chef Eckhard Spoerr hat sich vor der entscheidenden Hauptversammlung des Telekommunikationsanbieters zuversichtlich über eine Einigung mit den Großaktionären United Internet und Drillisch geäußert. "Oberstes Ziel muss nun sein, dass wir mit dem morgigen Tag Ruhe finden", sagte Spoerr am heutigen Donnerstag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die Gesellschaft benötige Kraft und Konzentration, um die kommenden Aufgaben zu bewältigen. Er zielte damit auf die Integration des Mobilfunk-Serviceproviders Debitel und den geplanten Verkauf der Breitbandsparte.
United Internet und Drillisch sind über eine Holding der größte Aktionär der Freenet AG. Permira ist seit dem 4. August mit 24,99 Prozent an der Freenet AG beteiligt, die Investmentgesellschaft kam durch den Verkauf von debitel an Freenet in den Besitz der Aktien. United Internet und Drillisch nun dringen laut Spoerr auf eine Zerschlagung der norddeutschen Gesellschaft. Zudem werben sie für den Austausch des Managements und wollen dies auf der Hauptversammlung am Freitag in Hamburg einleiten. Der Freenet-Chef erwartet indes, dass die Wettbewerber mit ihrem Vorhaben scheitern werden. "Wir haben hohen Zuspruch von Anlegern und institutionellen Investoren erhalten." Mit der Hauptversammlung will Spoerr das Kriegsbeil begraben: "Ich hoffe, dass wir einen Friedensschluss mit United Internet und auch Drillisch erreichen."
Mit einer Prognose für das laufende Geschäftsjahr hielt sich Spoerr zurück: "Angesichts der Übernahme von Debitel und der DSL-Transaktion können wir keine Erwartung geben, da es zu viele Unsicherheiten gibt." In den beiden vergangenen Quartalen hat Freenet einen Rückgang bei den DSL-Kundenzahlen verzeichnet, was Spoerr mit den von den Großaktionären United Internet und Drillisch skizzierten Zerschlagungsszenarien begründete. "Die hat zu Unsicherheiten bei den Kunden und den Vertriebspartnern geführt." Im Juli und August habe sich eine Verlangsamung des Rückgangs abgezeichnet, sagte Spoerr.
Siehe dazu auch:
(dpa) / (jk)