Microsoft sorgt sich um die Etikette beim elektronischen Kommunizieren
Damit Harry und Sally nicht auch via VoIP oder Instant Messaging Missverständnissen erliegen, haben sich Microsoft-Forscher eine Verabschiedungsprozedur ausgedacht.
Vor allem in US-amerikanischen Filmen ist häufig zu beobachten, dass Telefongespräche ohne eine hierzulande obligatorische Verabschiedung beendet werden. Die Microsoft-Forschung ist zu dem Ergebnis gekommen, ein solches Ende einer Konversation könne Missverständnisse verursachen, insbesondere bei Kommunikationskanälen wie Instant Messaging oder Voice over IP, die gerne für transkontinentale oder interkulturelle Unterhaltungen herhalten. So könne sich ein Gesprächspartner gekränkt fühlen, wenn nicht ein "goodbye" mitgeteilt werde. Ein weiteres Problem sei, dass es schwierig sein könne, eine der Kultur des Gesprächspartners adäquate Verabschiedung zuteil werden zu lassen. Anders herum könne es für Menschen, die in Eile sind, problematisch sein, der Etikette gerecht zu werden, gesteigert durch die Komplikation, dass die meisten dieser Unterhaltungen textbasiert seien.
Vor diesem Hintergrund haben die Microsoft-Forscher ein System für "automatic goodbye messages" erdacht und im April 2006 zum Patent angemeldet. Dieser Antrag wurde Anfang November veröffentlicht. Das System soll automatisch eine Abschiedsbotschaft in Form einer Grafik, eines Textes oder Videos absenden, sobald ein Gesprächsteilnehmer eine Konversation beendet. Diese Botschaft könne zuvor vom Nutzer modifiziert und auf den jeweiligen Gesprächspartner zugeschnitten werden. Der Patentantrag erläutert die in VoIP- oder Messaging-Software nötigen Einstellungsmöglichkeiten anhand einer fiktiven Unterhaltung zwischen zwei Personen namens Harry und Sally. Möglicherweise wird damit auf jene zwei Figuren angespielt, deren zwischenmenschliche Missverständnisse seinerzeit im Kino für Belustigung gesorgt haben. (anw)