Nigeria: Microsoft verliert anscheinend doch gegen Linux
Im Ringen um das AusrĂĽsten von 17.000 nigerianischen SchĂĽler-Notebooks mit Betriebssystemen scheint Microsoft nun doch den KĂĽrzeren zu ziehen.
Eigentlich hatte der französische Linux-Distributor Mandriva den Deal mit der nigerianischen Regierung bereits Mitte August in der Tasche: Er sollte rund 17.000 Exemplare des Intel-Schüler-Notebooks Classmate PC mit Mandriva Linux bestücken. Doch um das Geschäft buhlte auch der Softwarekonzern aus Redmond – anscheinend auch mit fragwürdigen Praktiken. Ende Oktober änderte nämlich die nigerianische Regierung plötzlich ihre Meinung und beschloss, den Linux-Distributor zwar auszuzahlen, aber statt Linux Windows XP und Microsofts Bürosoftware auf den Schülercomputern zu installieren. Mandriva-Chef François Bancilhon warf Microsoft daraufhin im Mandriva-Blog vor, das Geschäft mit unlauteren Mitteln für sich gewonnen zu haben. Die Bestechungsvorwürfe hat Microsoft allerdings umgehend zurückgewiesen.
Nun soll der für 11.000 der PCs zuständige Universal Provision Fund (USPF) doch noch an Mandrake Linux festhalten. Die Organisation behalte sich allerdings vor, selbst zu entscheiden, welches System für nigerianische Studenten das Beste sei. Dies könne in Zukunft auch die Nutzung von Microsofts Software bedeuten.
Bei diesem Kampf der Systeme geht es um weit mehr als nur das Ausrüsten von 17.000 PCs, denn durch die Projekte mit Bildungscomputern in Entwicklungs- und Schwellenländern erwarten die Hersteller, trotz geringer Margen riesige Gewinne zu erzielen. ()