Elektronisch festhalten, wie Dinge sich anfĂĽhlen

An der University of Pennsylvania wird gegenwärtig an der sogenannter haptischer Fotografie geforscht, einem System, das speichern und wiedergeben kann, wie sich Dinge anfühlen. Das könnte bei Spielen und im Onlinehandel eingesetzt werden.

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Von
  • Peter MĂĽhlbauer

Ein Team um die Maschinenbauprofessorin Katherine J. Kuchenbecker forscht an der University of Pennsylvania derzeit an einem System, mit dem gespeichert und wiedergegeben wird, wie sich Dinge für Menschen anfühlen. Dies geschieht nicht mittels textlicher Beschreibung, sondern mithilfe eines von Kuchenbecker entwickelten Geräts, das einem Stift ähnelt und das automatisch Informationen sammelt, wenn man es über Oberflächen bewegt. Dieses System soll eine Art "haptische Fotografie" sein und wurde von seiner Erfinderin deshalb "Haptografie" genannt.

Haptografie soll nicht nur die taktile Wahrnehmung speichern, sondern auch die Bewegungsempfindung, die "Kinästhesie". Deshalb misst der dafür konstruierte Stift mittels Kraftsensoren, wie sehr sich Arm- und Handmuskeln anstrengen müssen, wenn er über eine Oberfläche bewegt wird. Außerdem registrieren Vibrationssensoren und Beschleunigungsmesser, wie sehr eine Oberfläche den Stift zurückhält oder in andere Richtungen drängt.

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Kuchenbecker glaubt, dass ihr Gerät nicht nur in Computerspielzubehör Eingang finden könnte. Ihrer Ansicht nach ist vor allem der Onlineverkauf von Kleidung oder Schuhen ein Markt, bei dem viele Konsumenten das Bedürfnis haben, vor einer Kaufentscheidung zu wissen, wie sich etwas anfühlt. Noch mehr Potenzial sieht sie in der Medizintechnik, wo das System Zahnmedizinstudenten beibringen könnte, wie sich kariöse Zähne anfühlen, ohne dass immer neue Patienten darunter leiden müssen. Eine andere Möglichkeit wäre die Integration in motorisierte Klettverschlussmanschetten, die Reha- und Krankengymnastikpatienten automatisch anleiten, sich richtig zu bewegen. Solche elektronischen Trainer könnten auch Sportler eine Hilfe sein, die Bewegungsabläufe für Tennis, Fußball oder Leichtathletik optimieren wollen. (pem)