Liquidität sichern hat Priorität
In Krisenzeiten achten Unternehmer vor allem darauf, ihre Zahlungsfähigkeit zu erhalten. Als größte Gefahren für ihre Liquidität sehen sie Inflation und Preissteigerungen.
Nach diversen Finanz- und Wirtschaftskrisen steht bei deutschen Topmanagern die Liquiditätssicherung ihres Unternehmens an erster Stelle. 87 Prozent von ihnen betrachten Liquidität und Eigenkapitalausstattung als besonders wichtig. Erst an zweiter beziehungsweise dritter Stelle folgen das Risikomanagement und die Absicherung von Preis- und Währungsrisiken. Das sind die Ergebnisse der Studie "Wie deutsche Topmanager auf die Finanz- und Eurokrise reagieren" von Faktenkontor.
Wie die Umfrage zeigt, gibt es akut aber bei den meisten Unternehmen keinen Handlungsbedarf. 88 Prozent der befragten Entscheider bewerten die Liquidität ihres Unternehmens aktuell als gut. Die größten Gefahren für die Liquidität sehen 46 Prozent der Befragten in Inflation und Preissteigerungen. Vor Kredit-, Zins- und Devisenkursrisiken fürchtet sich hingegen weniger als ein Drittel der Befragten.
Wie Unternehmen in finanzpolitisch unsicheren Zeiten reagieren (7 Bilder)

Um eine angeschlagene Liquidität wieder zu sichern, setzen sieben von zehn Managern auf Kosteneinsparungen. Mehr als die Hälfte der Befragten will außerdem auf Gewinnausschüttungen verzichten. Sich mit kurzfristigen Krediten oder anderen Fremdkapitalmaßnahmen weiter zu verschulden, um erst mal zahlungsfähig zu bleiben, ist für knapp ein Drittel eine ernstzunehmende Option.
In finanzpolitisch unsicheren Zeiten ist für deutsche Topmanager außerdem die Absicherung im Einkauf gegen Preis- bzw. Inflationsrisiken (53 Prozent) sowie Wechselkursunsicherheiten (38 Prozent) besonders wichtig. Mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, das sei ein wichtiges Thema für die Unternehmenssteuerung.
Um die gennanten Risiken in den Griff zu kriegen, setzten die Manager vor allem auf langfristige Lieferantenverträge zu festen Konditionen. 46 Prozent der Befragten gab an, sich heute schon auf diese Weise gegen Währungsrisiken zu schützen, 57 Prozent sichern sich mit solchen Maßnahmen bewusst gegen Preisrisiken ab. 44 Prozent achten auf eine Preisabsicherung, 39 Prozent auf eine Kostenoptimierung im Einkauf.
Allerdings ist den Entscheidern dabei durchaus bewusst, dass das Problem dabei nur verlagert wird: 35 Prozent betrachten eine Insolvenz von Lieferanten in finanzpolitisch unsicheren Zeiten als das drittgrößte Risiko für ihren Einkauf. 42 Prozent achten deshalb darauf, mit mehren Lieferanten zu arbeiten und die Gefahr durch die Verteilung zu minimieren. (gs)