CES

3D-Webcam mit Niedlichkeits-Bonus

Die 3D-Kamera, die aussieht wie ein kleiner roter Roboter, erfordert keine speziell angepasste Software. Um räumliche Bilder zu sehen, muss man eine Rot-Cyan-Pappbrille aufsetzen.

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Minoru fordert: Pappbrille aufsetzen.

Die laut eigenen Angaben erste 3D-Webcam der Welt zeigt das britische Unternehmen PDT auf der CES. Minoru3D heißt das Gerät mit eingebauten Niedlichkeits-Bonus: Das rote Gehäuse erinnert nämlich stark an einen kleinen Roboter – die beiden "Augen" sind die für Stereoskopie nötigen zwei Kameraobjektive. "Minoru" bedeutet auf japanisch zwar "Realität", der 3D-Effekt ist allerdings nicht wirklich realitätsnah: Es kommt die überholte Anaglyphen-Technik zum Einsatz; damit sich ein 3D-Effekt einstellt, muss man eine Rot-Cyan-Brille aufsetzen. Der räumliche Effekt ist zwar deutlich zu sehen, qualitativ aber dennoch wesentlich schlechter als aktuelle Techniken, wie sie beispielsweise in digitalen 3D-Kinos eingesetzt werden. Die verschiedenfarbigen Filter vor den Augen verfälschen die Farbdarstellung, bei vielen Menschen verursachen sie zudem Kopfschmerzen.

Die beiden CMOS-Sensoren der Minoru3D-Webcam liefern jeweils eine Auflösung von 640 × 480 Pixeln. Maximal können 30 Bilder pro Sekunde übertragen werden. Ein Mikrofon ist eingebaut. Sobald der nur für Windows erhältliche Treiber installiert ist, arbeitet die Minoru3D wie eine konventionelle Webcam und erfordert keine speziell angepasste Software. Räumliche Bilder lassen sich also auch mit Messaging-Software wie Skype oder Windows Live Messenger übertragen. Die Kamera lässt sich wahlweise im 3D- oder 2D-Modus betreiben, außerdem bietet sie eine Picture-in-Picture-Funktion, mit der man das eine Objektiv beispielsweise für eine Gesamtansicht nutzt und das andere für eine Großaufnahme.

Die Minoru3D-Webcam ist in den USA und Großbritannien bereits für umgerechnet 66 Euro erhältlich, mit im Paket liegen fünf Rot-Cyan-Pappbrillen. Ob der Kamera-Roboter in Deutschland auf den Markt kommt, ist noch unklar. (jkj)