Epson entwickelt 3D-Display für Mobilgeräte

Das autostereoskopische 2,5-Zoll-Display von Epson soll Handy-Nutzern plastische Bilder zeigen, ohne dass dafür spezielle 3D-Brillen nötig sind.

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Der japanische Computer-Peripherie-Hersteller Epson hat japanischen Medien zufolge ein hochauflösendes autostereoskopisches 3D-Display für Mobilgeräte entwickelt. Das rund 2,5 Zoll (6,5 Zentimter) große LCD soll eine Auflösung von 1024 × 768 Bildpunkten bieten, was beeindruckenden 500 dpi entspricht.

Nutzer brauchen keine speziellen Brillen, um auf dem 3D-Winzling plastische Bilder zu betrachten. Möglich machen das Lentikularlinsen auf der Displayoberfläche. Sie brechen das Licht derart, dass man beim Betrachten des LDCs eine Ansicht für das linke Auge und eine leicht versetzte für das rechte Auge erhält, sodass sich ein räumlicher Eindruck einstellt. Eine ähnliche Technik kam bereits bei den in den 80-er Jahren beliebten 3D- und Wackelbild-Postkarten zum Einsatz. Voraussetzung für eine funktionierende 3D-Betrachtung ist dabei, dass die Augen des Nutzers sich in einem eng begrenzten Abstand vom Bild und in einem bestimmten Winkel zu dessen Oberfläche befinden. Aus demselben Grund können bei diesem Verfahren auch nicht mehrere Personen gleichzeitig in den Genuss plastischer Bilder kommen.

Naheliegenderweise braucht man immer zwei Bilder, um einen 3D-Effekt zu erzeugen. Insofern zeigt auch das Epson-Display gewöhnliche Einzelabbildungen immer nur "flach". Damit ein plastischer Effekt möglich ist, müssen entweder mit einer Stereo-Kamera oder einer 3D-Software zwei Ansichten des betreffenden Motivs erzeugt werden, deren Betrachterposition etwa so weit auseinanderliegt, wie es dem Augenabstand eines Nutzers entspricht.

Stereo-Fotos und -Filme erleben seit ihrem ersten Aufkommen gegen Ende des 19. Jahrhunderts immer wieder eine Neubelebung. Unter ambitionierten Fotoamateuren des analogen wie auch des digitalen Bereichs gibt es Spezialisten für Stereobilder, die mittels geeigneter Beleuchtung und Motivwahl die streckenweise sehr überraschenden Effekte der Raumbilder besonders zur Geltung bringen. Das Aufkommen autostereoskopischer LC-Displays in den letzten Jahren hat nicht zuletzt bei Computerspielern die Hoffnung genährt, dass der plastische Genuss dreidimensionaler Abenteuer ohne besondere optische Hilfsmittel und in guter technischer Qualität für Normalverdiener erschwinglich wird. Bessere Systeme arbeiten entweder mit einer Betrachterverfolgung durch einen Headtracker, der die Filtersegmente für die Bildablenkung entsprechend der von einem Sensor erkannten Augenposition des Nutzers nachführt, oder mit mehr als nur zwei Ansichten, sodass auch mehrere nebeneinanderstehende Betrachter jeweils ein plastisches Bild sehen können.

Epson plant nach eigenen Angaben eine Markteinführung des kleinen Raumöffners für Handyhersteller in den kommenden zwei Jahren. (spo)