Bericht: Machtkampf bei ClickandBuy

Firmengründer Norbert Stangl sieht sich laut einem Bericht der "Wirtschaftswoche" mit Plänen von Vorstandsmitgliedern seines Unternehmens konfrontiert, ihn auszubooten.

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In der Vorstandsetage des Kölner Internet-Zahlungsdienstleisters ClickandBuy rumort es. Firmengründer Norbert Stangl, zugleich Verwaltungsratspräsident und größter Einzelaktionär von ClickandBuy, hat die Mitarbeiter per E-Mail darüber informiert, dass er bei der nächsten Verwaltungsratssitzung die Abberufung von drei Vorständen beantragen will, berichtet die Wirtschaftswoche. Stangl habe laut dem Schreiben davon erfahren, dass sie mit Hilfe eines Investors versucht hätten, die Geschicke der Firma in die Hand zu nehmen.

Hintergrund seien Pläne des Finanzinvestors 3i, sich aus dem Unternehmen zurückzuziehen, heißt es weiter in dem Bericht. Dem Vernehmen nach solle das durch einen Verkauf oder eine Zerschlagung von ClickandBuy erfolgen. In diesem Jahr habe es auch auf Betreiben von 3i hin Verhandlungen mit mehreren potenziellen Investoren gegeben, um den Bezahldienstleister ganz oder in Teilen an einen Großinvestor zu verkaufen. Gespräche mit einem führenden Kreditkartenunternehmen seien aber gescheitert.

Ein Rückzug von 3i würde den im Jahr 2000 gestarteten Bezahldienst in ernste Finanznöte bringen, heißt es laut Wirtschaftswoche aus dem Unternehmensumfeld. Ein Verkauf gegen Stangls Willen würde das Unternehmen seines Ideengebers berauben. Nun erwögen einige Kölner Mitarbeiter als Zeichen der Unterstützung für Stangl in einen Warnstreik zu treten. Neben 3i, das seit Anfang 2006 rund 20 Millionen Euro in das Unternehmen investierte, ist auch die Investmenttochter der Deutschen Telekom, T-Online Venture Fund, mit zehn Prozent an ClickandBuy beteiligt. Anfang 2007 stieg Intel Capital beim Online-Bezahldienst ein. (anw)