Selbständige IT-Experten sorgen gut fürs Alter vor
Die Pflichtrente für Selbstständige ist erst mal vom Tisch und das ist auch gut so. Finden jedenfalls die IT-/Engineering-Freelancer, denn die haben in der Regel gut vorgesorgt.
Nur acht Prozent der selbständigen IT-Experten haben überhaupt keine Vorsorge für ihr Alter getroffen, das hat eine Umfrage des Projektportals Gulp ergeben. Mehr als die Hälfte hat ausreichend vorgesorgt. und dürfte sich deshalb darüber freuen, dass die Rentenversicherungspflicht für Selbstständige vor kurzem vom Petitionsausschuss des Bundestags verworfen wurde. Als zu starr wurde die vorgeschlagene Regelung empfunden: Die geforderten Mindestbeiträge für Selbstständige unter 30 Jahren in Höhe von 350 bis 450 Euro im Monat würden viele Interessenten vom Schritt in die Selbstständigkeit abhalten, so die Befürchtung. Zumindest für diese Legislaturperiode ist das Thema damit erstmal vom Tisch.
Eine flexiblere Regelung könnte noch kommen – zumindest für die IT-/Engineering-Selbstständigen wäre auch diese laut Umfrage aber gar nicht nötig: 58,1 Prozent von ihnen gaben in der Umfrage an, fürs Alter bereits ausreichend finanziell vorgesorgt zu haben. Weitere 33,5 Prozent versuchen vorzusorgen, sind mit dem voraussichtlichen Ergebnis aber nicht wirklich zufrieden.
(Bild: Gulp)
Dennoch lehnen 48,1 Prozent der IT-/Engineering-Selbstständigen die Einführung einer Pflichtrente für Selbständige komplett ab. 27,7 Prozent finden die Idee hingegen sehr gut. Mit 74,5 Prozent ist sich die überragende Mehrheit der Befragten einig darin, dass in Deutschland eine Organisation fehlt, die die Interessen der IT-Selbstständigen vor der Politik ausreichend vertritt.
Insbesondere ältere Selbstständige machen sich viele Gedanken über Vorsorge und Sicherheit im Alter und würden eine Pflichtrente begrüßen. Bei den Freelancern ab 60 Jahren liegt die Zustimmung bei 55,1 Prozent bei den Selbständigen unter 30 Jahren bei nur 23,7 Prozent. Die Älteren sind es übrigens auch, die besser abgesichert sind: In der Altersstufe zwischen 50 und 59 Jahren sehen sich 93,1 Prozent als ausreichend abgesichert. Bei den unter 30-Jährigen gaben hingegen 16,9 Prozent an, dass sie fürs Alter nicht ausreichend finanziell vorgesorgt haben. Allerdings haben die Jüngeren natürlich auch noch deutlich mehr Zeit, um die entsprechenden Maßnahmen noch zu treffen.
Über alle Altersgruppen hinweg haben laut Umfrage 8,4 Prozent der IT-/Engineering-Freelancer noch nicht ausreichend fürs Alter vorgesorgt. Fazit der Umfrageauftraggeber: Selbständiger ist nicht gleich Selbstständiger und zumindest diese Berufsgruppe braucht keinen Zwang seitens der Bundesregierung, um sich Gedanken über die finanzielle Vorsorge zu machen. ()