Mediacenter-Software mit sozialem Touch
Mit Boxee sieht man auf der CES nach Angaben der Entwickler die erste Media-Center-Software, die eine "soziale Komponente" beinhaltet.
(Bild:Â Nico Jurran)
Mit Boxee sieht man auf der CES nach Angaben der Entwickler die erste Mediacenter-Software, die eine "soziale Komponente" beinhaltet. Am heutigen Donnerstag beginnt nun die offene Alpha-Phase, bei dem jeder Anwender mitmachen darf. Bislang war der Kreis geschlossen, wenn auch mit 100.000 "Testern" recht groĂź.
Böse Zungen könnten nun behaupten, dass bei Boxee schlicht eine Produktgattung, die beim breiten Publikum bislang noch keinen Erfolg verbuchen konnte, mit einer anderen gekreuzt wurde, auf die viele Anwender aktuell abfahren. Tatsächlich vereinen die Boxee-Entwickler hier eine Mediacenter-Software (die Basis für Boxee bildet die Open-Source-Software XBMC Media Center) mit einem sozialen Netzwerk und überziehen sie mit einem "intuitiven, fernbedienungsfreundlichen Interface" (O-Ton Pressemitteilung).
Herausgekommen ist eine Open-Source-Software für Windows XP, Mac OS X (Leopard und Tiger), Apple TV und Linux, die alle wichtigen Audio- und Videocodecs (Letztere bis hin zur HD-Auflösung) beherrscht, allerdings keine DRM-geschützten Dateien abspielt. Auch bei Webdiensten gibt sich Boxee offen: Videoangebote beziehungsweise -portale wie YouTube, Hulu, Netflix, CBS oder Comedy Central unterstützt das Programm ebenso wie den Audio-Streaming-Dienst Last.fm und die Foto-Webportable Flickr und Picasa. Punkten wollen die Entwickler zudem mit einer automatischen Suche nach weiteren Daten zu den gefunden Inhalten, beispielsweise Besprechungen aus dem Internet zu Filmen oder Liedtexte zu Songs. Deutschen Anwendern wollen die Entwickler eine Freude damit machen, zu englischsprachigen Videos die passenden deutschen Untertitel zu suchen.
Die soziale Komponente von Boxee zeigt sich beispielsweise daran, dass man sehen kann, was Freunde gerade anschauen. Diese Informationen tauscht Boxee über ein eigenes Netzwerk aus. Wer möchte, kann der Welt aber auch automatisch über Dienste wie Twitter mitteilen lassen, was er gerade abspielt. Auf Wunsch verschweigt Boxee dies aber auch der Öffentlichkeit und sogar Freunden.
Was bleibt ist die Frage, wie die Entwickler mit Boxee Geld verdienen wollen. Auf Nachfrage erklärte ein Unternehmenssprecher gegenüber heise online, dass man dabei auf Premium-Partner und deren kostenpflichtige beziehungsweise werbefinanzierte Angebote (auch mit DRM) setze. Außerdem würde Boxee gerne Lizenzen an Gerätehersteller verkaufen.
Am heutigen Donnerstag sollen erst einmal Mac-OS- und Ubuntu-Linux-Versionen im Alpha-Stadium veröffentlicht werden, zu einem späteren Zeitpunkt dann die Windows-Fassung. Beta-Fassungen sind für das zweite Quartal geplant. (nij)