Online-Kooperation von ZDF und SĂĽddeutscher Zeitung in der Warteschleife
Der neue Besitzer der Süddeutschen Zeitung soll sich gegen eine Zusammenarbeit mit dem Online-Angebot des ZDF ausgesprochen haben. Der öffentlich-rechtliche Sender ist nach eigenen Angaben aber auch mit anderen Verlagen im Gespräch.
Die Gespräche zwischen dem ZDF und der Süddeutschen Zeitung über eine Online-Kooperation ruhen derzeit, sagte ein ZDF-Sprecher. Als Grund nannte er "Veränderungen in der Gesellschafterstruktur" des Blattes. Einen Bericht der taz, wonach die geplante Kooperation "geplatzt" sei, wollte er "so nicht ganz bestätigen". "Eine förmliche Absage gibt es nicht", erklärte er. Es könne durchaus noch ein Ergebnis geben. Er wies jedoch darauf hin, dass das ZDF auch mit anderen Verlagen im Gespräch sei, und sagte: "Ich gehe schon davon aus, dass in nächster Zukunft eine Kooperation zustande kommt."
Nach Informationen der taz hatte sich der neue Besitzer der Süddeutschen Zeitung, die Südwestdeutsche Medienholding, gegen eine Kooperation ausgesprochen. ZDF-Intendant Markus Schächter bestätigte, dass es weitere Verhandlungen mit kooperationswilligen Pressehäusern geben solle. Man sei mit "mehr als einer doppelten Handvoll von Verlagen im Gespräch", sagte er der taz. Vorbild für die geplante Kooperation war die vor knapp drei Wochen präsentierte Allianz zwischen dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) und der Essener WAZ-Gruppe. Die WAZ benutzt WDR-Material für ihr Webportal derwesten.de. Derzeit gibt es aber wieder heftigen Streit um das Online-Angebot der öffentlich-rechtlichen Sender, das den Verlegern ein Dorn im Auge ist. (dpa) / (jk)